Welt von morgen – Lauren Beukes „Moxyland“

„Die Angst muss gemanagt werden. Die Angst muss kontrolliert werden. Wie die Menschen.“

Die Welt von morgen braucht gar nicht so unbekannt zu sein. Denn die Gegenwart ist bereits ein Teil von ihr. Kapstadt 2018: Konzerne operieren weltweit. Das Handy bestimmt das Leben und den Alltag. Werbung  begleitet den Menschen nahezu 24 Stunden lang tagaus tagein. Kleine fahrende Roboter beseitigen den Schmutz in den Wohnungen. All das kennen wir schon. Lauren Beukes dreht am Rad der Zeit nur ein Stück weiter und entwirft in ihrem Debütroman „Moxyland“ ein Zukunftsszenario, das sich zu einer erschreckenden Vision entwickelt und Warnung zugleich ist.   „Welt von morgen – Lauren Beukes „Moxyland““ weiterlesen

Der Preis der Stiftung Buchkunst

Ein Buch besteht nicht nur aus Geschichten, Gedanken, Poesie. Es ist vielmehr ein Gesamtkunstwerk, in dem Sprache auf Gestaltung trifft, diese sich bestenfalls in perfekter Harmonie ergänzen und die Sinne ansprechen. Bei der Wahl eines Buches sind für mich nicht nur ein interessanter Titel, der womöglich bekannte Name eines Autors oder eine Besprechung entscheidend; auch die Gestaltung regt mich zum Kauf an. In Deutschland fördert die Stiftung Buchkunst in besondere Weise das Bewusstsein um das gut gemachte und besondere Buch: Sie verleiht einmal jährlich einen eigenen Preis.      „Der Preis der Stiftung Buchkunst“ weiterlesen

Entwurzelt – Lars Mytting „Die Birken wissen’s noch“

„Antwortlose Fragen. Zeugenlose Verwandlungen. So war es mit unserer Geschichte, immer wieder und wieder.“

Unsere Herkunft ist Teil unserer Identität und Selbstwahrnehmung. In der Familiengeschichte von Edvard klaffen indes Lücken. Als Waise wächst er bei seinem Großvater auf dem Hof in Gudbrandsdalen auf. Beide gelten im Dorf als Sonderlinge. Weil der Großvater im Krieg auf der Seite der Deutschen gekämpft hat, weil die Eltern von Edvard durch einen tragischen Unfall in Frankreich ums Leben gekommen sind, als der Junge gerade mal drei Jahre alt war.

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Verlorene – Atticus Lish „Vorbereitung auf das nächste Leben“

„Wenn du den Himmel wolltest, hieß es, hättest du vielleicht nicht hierhergekommen sollen. Aber wenn du glaubst, dass deine Füße dich tragen, dann gibt’s ja immer noch Amerika.“

Schätzungsweise zwölf Millionen illegale Einwanderer leben in den USA. Die meisten stammen aus dem Nachbarland Mexiko, viele aus Asien, allen voran aus China und Indien. Zou Lei ist halb Han-Chinesin, halb Uigurin. Als junge Frau und einige Jahre nach dem frühen Tod ihres Vaters als Soldat der Volksbefreiungsarmee verschlägt es sie nach New York. Sie jobbt in Schnellrestaurants, verkauft DVDs in der U-Bahn. Ihr Alltag ist bestimmt, das nötige Geld zu verdienen und nicht von der Polizei entdeckt zu werden. Der Roman „Vorbereitung auf das nächste Leben“ des Amerikaners Atticus Lish erzählt ihre Geschichte und von weiteren Schicksalen.  „Verlorene – Atticus Lish „Vorbereitung auf das nächste Leben““ weiterlesen

Closeup der Erinnerung – Botho Strauß „Herkunft“

„Eigentlich gelangt man ja nur nach Hause in verschwommenen und undisziplinierten Empfindungen.“

Zwei Städte, zwei Flüsse, zwei Lebensgeschichten: Botho Strauß, 1944 in Naumburg an der Saale geboren, aufgewachsen in Bad Ems an der Lahn, zählt zu den großen literarischen Stimmen Deutschlands. Seine umfangreiche Werkliste umfasst Theaterstücke, Erzählungen und Essays. Für sein Schaffen wurde er mehrfach geehrt, so mit dem Lessing- und dem Büchner-Preis. Eines seiner jüngsten Bände, 2014 mit dem Titel „Herkunft“ im Hanser Verlag erschienen, ist ein Meisterwerk von Erinnerungsbuch.   „Closeup der Erinnerung – Botho Strauß „Herkunft““ weiterlesen

Mann mit den Masken – Pierre Lemaitre „Wir sehen uns dort oben“

„Das Geschäft des Jahrhunderts. Der Wirtschaft brachte ein Krieg viele Vorteile ein, sogar noch hinterher.“

Zwei Männer ziehen in den Krieg – und überleben. Der eine ist Bankmitarbeiter, der andere stammt aus gutem Hause und ist künstlerisch begabt. Bei einem Angriff in den letzten Kriegstagen im November 1918 wird Albert verschüttet. Sein Kamerad Edouard rettet ihn und wird bei einem Granaten-Einschlag jedoch schwer am Kopf verletzt. Nach ihrem Fronteinsatz sind beide miteinander verschweißt, wie Pech und Schwefel, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein können.   „Mann mit den Masken – Pierre Lemaitre „Wir sehen uns dort oben““ weiterlesen