Welt von morgen – Lauren Beukes „Moxyland“

„Die Angst muss gemanagt werden. Die Angst muss kontrolliert werden. Wie die Menschen.“

Die Welt von morgen braucht gar nicht so unbekannt zu sein. Denn die Gegenwart ist bereits ein Teil von ihr. Kapstadt 2018: Konzerne operieren weltweit. Das Handy bestimmt das Leben und den Alltag. Werbung  begleitet den Menschen nahezu 24 Stunden lang tagaus tagein. Kleine fahrende Roboter beseitigen den Schmutz in den Wohnungen. All das kennen wir schon. Lauren Beukes dreht am Rad der Zeit nur ein Stück weiter und entwirft in ihrem Debütroman „Moxyland“ ein Zukunftsszenario, das sich zu einer erschreckenden Vision entwickelt und Warnung zugleich ist.   Welt von morgen – Lauren Beukes „Moxyland“ weiterlesen

Alte neue Zeit – Hansjörg Schertenleib „Jawaka“

„Schafft der Zufall Bedeutung, oder hängt alles zusammen, geordnet nach einem Plan, den wir Menschen nicht verstehen können?“

Katastrophenmeldungen beherrschen die Nachrichten. Städte stehen durch den ansteigenden Meeresspiegel unter Wasser. Woanders ist Dürre. Tierarten sterben aus. Terroranschläge fordern unzählige Tote. Es gibt Aufstände und Unruhen in Europa. Nur etwas mehr als 30 Jahre später soll die Erde nicht mehr so sein, wie wir sie kennen. Nach einer globalen Katastrophe leben die Menschen wie im Mittelalter; in kleinen Siedlungen, von Ritualen und Bräuchen geprägt. Die moderne Technik gibt es nicht mehr. Das Geld wurde abgeschafft. Alte neue Zeit – Hansjörg Schertenleib „Jawaka“ weiterlesen

Die Kraft in mir – Kenneth Bonert „Der Löwensucher“

„Ist das die Natur blinder Zeit? Natürlich: Alles ist blind, jenseits von Vergleichen, für die Zukunft nutzlos. Jedes Leben ist wie eine Messerspitze, die die leere Zeit ansticht, und heraus bluten immer neue Überraschungen.“

Die Heimat ist Vergangenheit und Tausende Kilometer entfernt. Was bleibt sind Erinnerungen, Gedanken an den Großteil der Familie und ein Fotoalbum, in dem Gitelle und ihr Sohn Isaac immer wieder blättern. „Nenne mir ihre Namen!“, fordert sie ihn auf. Als ob damit die Entfernung von Kontinent zu Kontinent, zwischen Litauen und Johannesburg wie durch Zauberhand schrumpfen könnte. Hier hat es die junge Frau im Jahr 1924 mit ihren beiden Kindern Isaac und Rively verschlagen. Der Vater, Abel, hat bereits zuvor die baltische Heimat in Richtung Südafrika verlassen. Die jüdische Familie ist geflohen vor dem Hass, den sie leibhaftig erleben musste. Die Kraft in mir – Kenneth Bonert „Der Löwensucher“ weiterlesen