Achtung – Jakob Wassermann „Faber“

„Womit beginnen? Die Barrikade wird immer höher. Die ungesagten Worte liegen darauf wie Leichen.“

Es gibt Hans Fallada, es gibt Thomas Mann. Zwei Namen, zwei Schriftsteller, die wohl viele kennen. Sei es durch die Lektüre in der Schule, sei es durch das Lesen in den folgenden Jahren. Gerade erlebt Fallada mit einer Reihe an Neuausgaben, im Aufbau Verlag erschienen, eine gewisse Renaissance. Doch es gibt Autoren jener Zeit, deren Namen und Werke heute nahezu vergessen sind. Jakob Wassermann (1873 – 1934) zählte zu Lebzeiten zu den meist gelesenen Schriftstellern. Heute kennen ihn wohl die wenigsten. Doch womöglich könnte eine Neuausgabe wieder die Aufmerksamkeit auf sein literarisches Werk lenken. In der Reihe „Bibliothek der Weltliteratur“ hat nun der Schweizer Manesse Verlag Wassermanns Roman „Faber oder Die verlorenen Jahre“ aus dem Jahr 1924 veröffentlicht.   Achtung – Jakob Wassermann „Faber“ weiterlesen

Irrenhaus Europa – Pierre Drieu La Rochelle „Die Komödie von Charleroi“

„Und ich war mittendrin, verloren, mich verlierend, trunken vor Verlorenheit. Meine bürgerliche Person – vergessen.“

Wenn die Zeitzeugen nach und nach von uns gehen, fallen authentischen Zeugnissen und der Literatur eine größere Bedeutung zu. Sie erinnern, wenn es die Mahner nicht mehr gibt. Dies trifft wohl besonders auf die Zeit der beiden Weltkriege zu. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Zahl der Publikationen zugenommen, so scheint es; wohl auch mit Blick auf die Jahrestage in 2014 und 2015. Der Band „Die Komödie von Charleroi“ mit sechs Erzählungen des Franzosen Pierre Drieu La Rochelle reiht sich ein und ist zugleich herausragend.

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Ehrgeiz – Jean Prévost „Das Salz in der Wunde“

„Ein Erfolg ist nichts dagegen, und keiner der Ehrgeizigen hört auf, wenn sein Ziel erreicht ist: Alle wollen zu diesem ersten Moment zurück, ziehen von Neuem los und reiten ihr Glück zu Tode.“

Von einem Moment auf den anderen kommt der Fall. Eine falsche Verdächtigung bringt Dieudonné Crouzon um seine Zukunft. Er soll die Geldbörse eines Freundes gestohlen haben. Von da an verändert sich das Leben des Studenten komplett. Er flieht – von Paris in die Provinz nach Châteauroux. Dank der Hilfe seines Freundes Boutin, der noch immer zu ihm hält und auch weiterhin halten wird. Crouzon findet eine Stelle als einfacher Schreiber bei einer Wahlkampfzeitung – und was er wohl kaum für möglich gehalten hat: Sein Aufstieg beginnt.  Ehrgeiz – Jean Prévost „Das Salz in der Wunde“ weiterlesen