Backlist #12 – Becky Chambers „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“

„Von einer Spezies, die mit sich selbst im Krieg liegt, kann nichts Gutes kommen.“

Der Weltraum – unendliche Weiten. Mittendrin die Wayfarer, ein Raumschiff, das den Weltraum ein Stück weniger unendlich macht, obwohl es schon einige Jahre auf dem Buckel hat und vor allem aus Ersatzteilen besteht. Mit einer besonderen Technologie bohrt es sogenannte Raumtunnel, auch Wurmlöcher genannt, die Raum und Zeit aufheben und somit den Weg zwischen weit entfernten Galaxien und Planeten verkürzen. Auf dem klapprigen, aber durchaus noch zuverlässigen Langstreckenschiff, das als Treibstoff Algen nutzt, heuert die junge Rosemary unter falschem Namen an. Sie soll die zusammengewürfelte Crew aus den verschiedensten Spezies verstärken und vor allem Kapitän Ashby als Assistentin zur Hand gehen. Wenig später erhält die Wayfarer-Mannschaft einen lukrativen, aber auch gefährlichen Auftrag: Sie soll einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten bohren, deren Bewohner nicht zu den friedlichsten Wesen des Universums zählen und gefürchtet sind.  „Backlist #12 – Becky Chambers „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten““ weiterlesen →

Backlist #11 – James Hanley „Ozean“

„Wie erbärmlich unzulänglich wir doch sind.“ 

Es sind nur wenige Minuten, die zwischen einer vermeintlich sicheren Schiffsfahrt und ihrem tragischen Ende, zwischen Leben und Tod entscheiden. Mit einem Torpedoschuss versenkt  ein deutsches U-Boot das Passagierschiff „Aurora“, das unterwegs nach Amerika ist. Eine Handvoll Männer findet sich schließlich auf einem Rettungsboot wieder. Über sich den Himmel, um sich die unermessliche Weite des Meeres. Mit seinem 1941 erschienenen Roman „Ozean“ hat der Engländer James Hanley eine eindrückliche und psychologisch spannende Parabel über die Nichtigkeit des Menschen und über dessen Stärken wie Schwächen geschrieben. 

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Backlist #10 – Gila Lustiger „Die Schuld der anderen“

„Waren sie wirklich dabei, sich eine Gesellschaft ohne Gewissen heranzuziehen (…)?“

Es müssen 27 Jahre vergehen, bis der Mord an Emilie aufgeklärt wird. 27 Jahre, in denen unklar war, von wem die junge Frau auf brutalste Art und Weise vergewaltigt und getötet wurde. Doch der Pariser Journalist Marc Rappaport hegt Zweifel, als in einer kurzen Nachricht über die Klärung des Verbrechens, die nur mit Hilfe eines DNA-Tests möglich wurde, berichtet wird. Denn der Mörder der jungen Edel-Prostituierten ist ein unbescholtener Bürger. Rappoport macht sich auf die Spur und stößt bei seinen intensiven Recherchen auf ein enges Geflecht aus Korruption und kriminellen Machenschaften von Industrie und Politik, wobei Emilie nicht das einzige Opfer ist.  Gila Lustigers Roman „Die Schuld der anderen“ ist deshalb mehr als nur ein spannendes Buch über ein längst vergangenes Verbrechen und seine Aufklärung.  „Backlist #10 – Gila Lustiger „Die Schuld der anderen““ weiterlesen →

Backlist #9 – Einar Már Gudmundsson „Engel des Universums“

„Selbstverständlich verstehe ich die Wirklichkeit ebensowenig wie sie mich.“

Auf der Seite vor dem Beginn des Romans steht eine Widmung, ein Name, zwei Lebensdaten: Pálmi Orn Gudmundsson – geb. 22. April 1949 – gest. 27. Mai 1992. Er war der Bruder von Einar Már Gudmundsson. Seinen Roman „Engel des Universums“ hat der isländische Autor Pálmi gewidmet, der an Schizophrenie gelitten und sich im Alter von 43 Jahren das Leben genommen hat. Wie sich die psychische Erkrankung äußert, wie die Außenwelt darauf reagiert, beschreibt Gudmundsson auf unnachahmliche Art und Weise in seinem Buch „Engel des Universums“, für das er 1995 mit dem renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates, der wichtigsten literarischen Auszeichnung in Skandinavien, gewürdigt wurde. „Backlist #9 – Einar Már Gudmundsson „Engel des Universums““ weiterlesen →

Backlist #8 – György Dragomán „Der weiße König“

„(…) ich solle zur Kenntnis nehmen, daß es am Krieg nie etwas Ehrliches gebe.“ 

Der Blick vom Westen in die Länder hinter dem Eisernen Vorhang ging in eine andere Welt. Es gab den Sozialismus, bei dem die Sowjetunion von der Schaltzentrale Moskau die Fäden fest in der Hand hielt. Es gab eine Plan- und Mangelwirtschaft. Die nicht der Ideologie Hörigen flohen, wenn sie konnten, oder wurden geächtet oder kamen hinter Gittern. Der Vater von Dszátá wird eines Tages von zwei fremden Männern abgeholt. Der Elfjährige weiß noch nicht, dass es Mitarbeiter der Securitate, des rumänischen Geheimdienstes, sind, die seinen Vater in ein Straflager bringen werden. Der ungarische Schriftsteller György Dragomán stellt ein Kind als Held in den Mittelpunkt seines 2012 erschienenen Romans „Der weiße König“ und erzählt das Geschehen aus der Sicht des Jungen. „Backlist #8 – György Dragomán „Der weiße König““ weiterlesen →

Backlist #7 – John Wray „Die rechte Hand des Schlafes“

„Wie konnte das alles passieren?“

Obwohl ich allgemein sehr viel und sehr oft Literatur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder Bücher über jene Zeit lese, ist es Zufall, dass ich für diese Reihe „Backlist lesen“ nach Robert Seethealers Werk „Der Trafikant“ erneut zu einem Roman gegriffen habe, der sich mit dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich beschäftigt (ich werde in den kommenden Folgen wieder für etwas Abwechslung sorgen). Doch mit John Wray und seinem Debüt „Die rechte Hand des Schlafs“ verhält es sich dann doch etwas anders, als es auf den ersten Blick erscheint. „Backlist #7 – John Wray „Die rechte Hand des Schlafes““ weiterlesen →