Roy Jacobsen – „Die Unwürdigen“

„Haste dir nie überlegt, dass wir vielleicht von gar nix ’nen Scheiß kapieren.“

Krieg herrscht. Die deutsche Wehrmacht hält mehrere Länder besetzt – so auch Norwegen seit dem Überfall am 9. April 1940. Verrat, Stiefelgetrampel, Not und Armut gehören zum Alltag. Carl, Olav und Roar wachsen gemeinsam im selben Viertel Oslos auf. Damit ihre Familien über die Runden kommen, überschreiten sie moralische Grenzen: Sie stehlen, brechen in Häuser und Firmen ein, arbeiten für die Deutschen. Der norwegische Schriftsteller Roy Jacobsen wendet sich in seinem neuesten Roman „Die Unwürdigen“ einer nahezu vergessenen Generation zu – den Kindern und Jugendlichen, die allzu schnell erwachsen werden mussten.

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Drago Jančar – „Als die Welt entstand“

„Ach, die Kindheit. Das Entsetzliche sehen, um das Schöne zu erkennen. Die Angst, um dem Mut zu begegnen.“ 

Maribor. Die 50er-Jahre neigen sich dem Ende entgegen. Der Krieg ist mittlerweile längst Geschichte. Seine Spuren sind jedoch noch immer zu sehen – und zu spüren, während ein neues politisches System am Entstehen ist. Mittendrin: Danijel, der junge Held im neuen Roman des slowenischen Schriftstellers Drago Jančar, mit dem er ein eindrückliches Porträt eines Jungen, seiner Familie sowie einer Stadt und eines Landes im Umbruch in einer besonderen Zeit geschrieben hat.

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Sasha Filipenko – „Kremulator“

„Fanatismus ist noch immer die gefährlichste Art von Dummheit.“

Pilot, Weißgardist, Taxi-Fahrer im Pariser Exil. Pjotr Nesterenko hat viel erlebt, doch dem Tod war er immer nah. Als er im Sommer 1941 verhaftet wird, ahnt er nicht nur, was ihm blüht. Er weiß genau, was mit Volksfeinden der Sowjetunion geschieht, hat er doch selbst als Leiter der Moskauer Friedhöfe und des ersten Krematoriums ihre sterblichen Überreste in Asche verwandelt und beseitigt. In seinem neuen Roman erzählt der belarussische Autor Sasha Filipenko vom wechselvollen Leben einer besonderen historischen Figur und zugleich von den perfiden politischen Mechanismen des Riesenreiches, die heute wohl nicht anders sind.    „Sasha Filipenko – „Kremulator““ weiterlesen

Olli Jalonen – „Die Kunst, unter Wasser zu leben“

„Selbst wenn er bis ans Ende der Welt ginge, wird der Mensch nicht los, was am festesten in ihm sitzt.“

Es gibt literarische Helden, die lassen einen nicht los. Der Abschied von ihnen fällt schwer, ein Wiedersehen bereitet wiederum große Freude. Genau so eine Figur ist Angus. Seinen ersten großen Auftritt hat er im Roman „Die Himmelskugel“. Nun schreibt der finnische Schriftsteller Olli Jalonen die Geschichte des Jungen von der Atlantik-Insel St. Helena und Gehilfe des bekannten englischen Wissenschaftlers Edmond Halley (1656-1742) weiter. „Die Kunst, unter Wasser zu leben“ führt diesmal nach London, wo Angus erwachsen wird, und über den Atlantik in eisige Welten.

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Andrzej Stasiuk – „Grenzfahrt“

„Noch nie haben wir in so einer Finsternis gesessen.“ 

Der Fluss trennt zwei Länder voneinander – und deren Menschen. Lubko ist der Fährmann, der sie übersetzt. Von einem Ufer an das andere. Kirchgänger genauso wie Flüchtlinge, die einen vor und nach dem Gottesdienst im Nachbarort, die anderen auf ihrem Weg in die geglaubte Sicherheit. Doch wo ist es sicher, wenn Krieg ist, sich Soldaten, Besatzer eines anderen Landes, mit Mann und Maschinen für ihren nächsten Angriff versammeln. Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk führt in seinem neuesten Roman den Leser in die ostpolnische Grenzregion und in den Frühsommer 1941, als die deutsche Wehrmacht vor dem Einmarsch in die Sowjetunion steht. Ein meisterhafter, sehr tiefgreifender Roman, der davon erzählt, wie viele kriegerische Ereignisse auf einem Landstrich lasten können, um davon auf lange Zeit geprägt zu sein.

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Trude Teige – „Als Großmutter im Regen tanzte“

„Starke Menschen lassen sich nicht beugen. Sie werden gebrochen oder zerbrechen.“

Tekla liebt Otto. In normalen Zeiten wäre ihre Beziehung akzeptiert worden. Doch ein Krieg ist ein verheerender Ausnahmezustand, den Tekla, die Norwegerin, und Otto, der deutsche Soldat, erfahren. Ihre Liebe ist ein Stigma – für die Familie der jungen Frau und für ihr Land. Ein Schicksal, das sie mit vielen teilt. Wie viele „Tyskerjenten“, „Deutschenmädchen“, es während des Zweiten Weltkriegs in dem nordischen Land gegeben hat, weiß keiner ganz genau. Die Zahlen schwanken zwischen 30.000 bis 100.000. Die norwegische Autorin und Journalistin Trude Teige verarbeitet in ihrem Roman „Als Großmutter im Regen tanzte“ dieses bereits bekannte Thema und verbindet es jedoch mit einer bis heute wenig bekannten Tragödie.

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