Unnur Jökulsdóttir „Vom Flügelschlag des Sterntauchers“

„Falke, Merlin und Kolkrabe, das sind die Panzerknacker von Entenhausen am Mývatn.“

Naturparadiese können viele Geschichten erzählen. Die interessantesten scheinen indes verborgen zu sein, versteckt hinter ihrer äußeren, hochglanzreisebroschüreträchtigen Schönheit. Ein Naturparadies ist auch der See Mývatnim Nordosten Islands gelegen. Dass dieser Mückensee – so die freie deutsche Übersetzung seines Namens – mehr als nur stechfreudige Insekten aufzuweisen hat und sich viele Geschichten um ihn kreisen, beweist der wundersame Band „Vom Flügelschlag des Sterntauchers“ der isländischen Journalistin und Autorin Unnur Jökuldóttir, die von den Schätzen, aber auch von den Gefahren, die diese einzigartige Natur und Landschaft bedrohen, berichtet. 

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Johanna Holmström – „Die Frauen von Själö“

„Erzähl mir … von der Welt da draußen.“ 

In einer kalten dunklen Oktobernacht rudert Kristina Andersson von der schweren Arbeit auf einem Gehöft nach Hause. Im Boot: ihre Tochter und ihr Sohn. Wie in Trance wirft die Mutter ihre beiden Kinder in das Wasser. Wenig später werden die kleinen Körper tot geborgen. Nach einem schweren Fieber und ihrer Genesung wird die junge Frau in die Nervenheilanstalt auf der Insel Själö inmitten eines Schärengartens an der finnischen Küste gebracht. Man schreibt das Jahr 1891, und diese Anstalt hat es wirklich gegeben. In ihrem Roman „Die Frauen von Själö“ erzählt die finnlandschwedische Autorin Johanna Holmström vom Leiden der Frauen auf dem von der Außenwelt nahezu abgeschnittenen Eiland – aber auch von Momenten der Freude und Menschlichkeit. „Johanna Holmström – „Die Frauen von Själö““ weiterlesen

Monica Kristensen „Amundsens letzte Reise“

„Man nannte es scherzhaft die Polarkrankheit, aber sie glich eher einer Besessenheit.“

Sein Name verbindet jeder unweigerlich mit der weißen Welt, dem Ewigen Eis. Seine Entdeckungsreisen haben seinen Weltruhm begründet. Er durchfuhr als erster Mensch die Nordwestpassage, erreichte als erster den Südpol, er war auch einer der ersten, die zum geografischen Nordpol kamen. Der Norweger Roald Amundsen (1872 – 1928), nach dem das neueste Schiff der legendären Hurtigruten-Flotte benannt ist, ist bis heute verbunden mit Entdeckermut und Wagnis, aber auch einem ungeheuren Wissensschatz rund um die Polargebiete. Die Norwegerin Monica Kristensen hat über Amundsens letzte Reise, von der er nicht mehr zurückgekommen ist, einen Band geschrieben, der Maßstäbe setzt.

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Der Herbst wird norsk – Blick in die Vorschauen I

Leser meines Blogs wissen, dass ich zweimal im Jahr einen Überblick über kommende Neuerscheinungen gebe. Einmal für das Frühjahr, einmal für den Herbst. Dieses Jahr wird es ein klein wenig anders sein. Denn für Freunde norwegischer Literatur ist 2019 bekanntlich ein großes Fest. Das skandinavische Land ist unter dem Motto „Der Traum in uns“ Gastland auf der Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober. Mit Blick auf die Fülle an Veröffentlichungen und Veranstaltungen ziehe ich an dieser Stelle erst einmal mit großem Respekt vor allen den Hut, die dazu beitragen. Verlage, Autoren, Übersetzer, Buchhandlungen und den Mitarbeitern von Norla (Norwegian Literature Abroad), die den Gastauftritt initiieren und organisieren. „Der Herbst wird norsk – Blick in die Vorschauen I“ weiterlesen

Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies“

„Alle brauchen einen Ausweg.“

In der Kriminal- und Thrillerliteratur gibt es in der jüngsten Vergangenheit wohl kaum einen so kaputten Ermittler wie Thorkild Aske. Er ist ein Wrack, von körperlichen wie seelischen Wunden und Narben gezeichnet. Mit „Und morgen werde ich dich vermissen“ aus der Feder des Norwegers Heine Bakkeid hat er vor wenigen Jahren die Bühne der Spannungsliteratur betreten. Der erste Fall führte den Ermittler in den hohen, unwirtlichen Norden Norwegens, und auch im zweiten Fall kommt Aske nicht herum, den von ihm ungeliebten Teil des Landes erneut aufzusuchen. Denn ein Serienkiller treibt sein Unwesen, und es gilt, eine junge Frau aufzuspüren, die verschwunden ist. „Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies““ weiterlesen

Dagny Juel – „Flügel in Flammen“

„In der Seele großem dunklem Saal (…).“

Dagny Juel – Autorin, Femme fatale, Ehefrau, Mutter zweier Kinder. Viele Rollen hat die 1867 in Kongsvinger geborene Norwegerin in ihrem kurzen, durch einen tragischen Todesfall endenden Leben übernommen. Ihr Wirken und Schaffen als schreibend schöpferische Frau hat indes bis vor kurzem hinter ihrer Bedeutung in der berühmten skandinavisch-slawischen Berliner Boheme im ausgehenden 19. Jahrhundert gestanden. Nun versammelt der Band „Flügel in Flammen“ erstmals ihre gesammelten Werke in deutscher Übertragung und gibt auch dank eines Essays des Filmemachers und Autors Lars Brandt Einblicke in das Leben einer faszinierenden Persönlichkeit.

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