Traum im Frühling – Norwegen als Gastland auf der Buchmesse Leipzig

„Det er den draumen me ber på at noko vedunderleg skal skje, at det må skje (…)“.*

Das sind die ersten Verse aus dem Gedicht „Det er den Draumen“ des norwegischen Lyrikers und Übersetzers Olav H. Hauge (1908 – 1994). Es stand 2019 als Motto über dem eindrucksvollen Gastland-Auftritt Norwegens zur Frankfurter Buchmesse. Allerdings: Der Traum ist noch längst nicht ausgeträumt und findet seine Fortsetzung nun zur diesjährigen Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. März. Zu meiner großen Freude, denn die Literatur des nordischen Landes fasziniert und begleitet mich seit vielen Jahren.

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Johan Harstad – „Unter dem Pflaster liegt der Strand“

„Alle Vororte haben Ambitionen, zumindest anfangs.“

Vor fünf, sechs Jahren erschien ein dicker Wälzer mit dem ungewöhnlichen Titel „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ in deutscher Übersetzung. Ein Buch, das einen verschlingt, das man trotz seiner handtaschenuntauglichen Größe mit sich herumschleppt, um so oft es geht, darin zu lesen. Nun ist der Norweger Johan Harstad zurück – mit einem ebenso umfangreichen Roman mit mehr als 1.100 Seiten. In Sachen Themen- und Schauplatzvielfalt sowie in puncto Zeitsprüngen erlebt man mit dem neuesten harstadschen Streich eine Art Déjà-vu.

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Carl Frode Tiller – „Halt“

„(…) alles floss zusammen, löste sich auf und floss wieder zusammen.“

Johannes ist gerade mal zwölf, als er durch einen Unfall plötzlich aus dem Leben gerissen wird. Sein tragischer Tod lassen seine Eltern Elisabet und Sakarias in eine tiefe Trauer stürzen, die auch ihre Ehe beendet. Sie trennen sich. An Heiligabend kommen sie jedoch zusammen, um das Grab ihres Sohnes zu besuchen. Auch den Abend verbringen sie gemeinsam – und sie sind dabei nicht allein.

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Tore Renberg – „Die Lungenschwimmprobe“

„Für einen Fall wie diesen waren die Zeiten miserabel.“

Nach einem tragischen Ereignis wird oft eine bekannte Floskel verwendet: Man sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Im Fall von Anna Voigt trifft es zu, wenngleich die junge Frau gleich zwei Tragödien erfährt: Die 15-Jährige bringt ein totes Kind zur Welt – und wird wegen Kindesmord angeklagt, was zu ihren Lebzeiten meist den sicheren Tod bedeutet. Die Untersuchungsmethode, die sie entlasten kann, gibt es schon. Aber es braucht viele Jahre bis die sogenannte Lungenschwimmprobe des Zeitzer Stadtarztes  Johannes Schreyer (1631-1694) anerkannt werden sollte. „Tore Renberg – „Die Lungenschwimmprobe““ weiterlesen

Ein norwegischer Traum 2.0 – Ausblick auf den Literaturfrühling und die Leipziger Buchmesse

Der Traum geht weiter. Nach dem Gastland-Auftritt Norwegens 2019 auf der Frankfurter Buchmesse ist das nordische Land nur sechs Jahre später Ehrengast auf der Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. März kommenden Jahres unter dem Motto „Traum im Frühling“.

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Thomas Korsgaard – „Hof“

„Wenn die Leute nie weinen, werden sie so eigenartig. Dann verschwindet etwas in ihren Augen.“

Von der vielbeschworenen Idylle ist dieses Landleben weit entfernt. Tue kennt es nicht anders. Sein Zuhause ist ein heruntergekommener Hof, das nahegelegene Dorf im dänischen Nirgendwo bezeichnet er als Vorort der Finsternis. Sein cholerischer Vater verbrennt die toten Tiere, um Entsorgungskosten zu sparen, seine Mutter verzockt beim stundenlangen Online-Poker Geld, das die Familie nicht hat. Wir sind mittendrin in einer Tragödie, und wollen nicht wirklich da heraus, weil wir einen Zwölfjährigen begleiten, der den Tod kennt, aber das Leben liebt und aus seinem etwas machen will.

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