Tragischer Schlussakkord – Ketil Bjørnstad "Der Fluß"

Aber es ist noch möglich, an das Leben zu glauben, denke ich, sein Selbst zu formen, weiterzugehen trotz all des Schmerzlichen, das geschehen ist.“

Wiederbegegnungen wecken oft zwiespältige Gefühle: Freude, Erwartung, Angst. Fragen entstehen: Was ist demjenigen mittlerweile geschehen, was hat er erlebt? Die Zeit kennt nur Veränderung. Viel ist geschehen, seit Aksel Vinding, Held des Romans „Vindings Spiel“, seine große Liebe Anja durch ihren Tod verloren hat. Beide waren ob ihres Talentes und Fleißes auserkoren, berühmte Pianisten zu werden, beide scheiterten indes. Im Band „Der Fluss“ schreibt Ketil Bjørnstad die Geschichte des jungen Musikers aus Oslo zu Beginn der 70er Jahre weiter. Der Leser begegnet Aksel Vinding und er die Mutter seiner großen Liebe.  Tragischer Schlussakkord – Ketil Bjørnstad "Der Fluß" weiterlesen

Tod an der Mole – Johan Theorin "Nebelsturm"

Öland sollte ihr neues Zuhause werden. Joakim und Katrine, zwei Lehrer aus Stockholm, ziehen mit ihren kleinen Kindern Livia und Gabriel auf den einst prachtvollen Bauernhof Åludden. Sie wollen die Hektik der Großstadt hinter sich lassen und das Gut auf Vordermann bringen, Zimmer und Gebäude liebevoll restaurieren. Was sie allerdings nicht wissen: Um diesen abseits gelegenen Bauernhof ranken sich zahlreiche Mythen. Selbst dessen Entstehung ist sagenumwoben, sollen die Häuser doch aus dem Holz errichtet worden sein, das von einem Schiffswrack stammte. An der Wand einer Scheune finden sich zudem Namen von Toten, die einst auf Åludden gelebt hatten und auf meist schreckliche Weise ums Leben gekommen waren. Tod an der Mole – Johan Theorin "Nebelsturm" weiterlesen

Ich-Suche – Lars Gustafsson "Frau Sorgedahls schöne weiße Arme"

„Zerbrechlich zu sein, kann tatsächlich eine Voraussetzung dafür sein, dass man stark ist.“ 

Zwischen dem Geschmack der Zimtbirnen, den ersten Gläsern mit Obstbranntwein, den unbeschwerten Diskussionen über Mädchen und Poesie im Heizungskeller und dem Jetzt liegen 50 Jahre. Er schaut zurück, der ergraute Professor für Philosophie, der zwischen seiner alten Heimat Schweden und seiner Wirkungsstätte in Oxford Landesgrenzen und ein Meer gelegt hat. Und da ist natürlich Frau Sorgedahl, deren Namen und ihre schönen weißen Armen den Titel für den Roman von Lars Gustafsson geben.  Ich-Suche – Lars Gustafsson "Frau Sorgedahls schöne weiße Arme" weiterlesen

Festgefroren – Jón Kalman Stefánsson "Der Schmerz der Engel"

„Der Überlebenskampf und die Träume passen nicht zusammen, Poesie und Salzfisch sind Gegensätze, keiner kann seine Träume essen. So leben wir.“

Am Pferd festgefroren erreicht der Landpostbote Jens den rettenden Gasthof und damit die Wärme. Seine Tour quer übers Land und durch den isländischen Winter hat alles von ihm abverlangt. Doch ihm wird nur kurze Zeit der Ruhe in seinem Heimatort vergönnt sein. Der Apotheker und Postobermeister Sigurdur schickt ihn erneut auf eine Reise. Beide können sich nicht wirklich riechen, der Drogist spekuliert auf einen Fehler des Boten. Die Tour führt in den Norden, übers Meer, die Berge und Hochebenen – mitten im Winter, mitten durch die eisigen Winde der Stürme. Der Winter ist in diesen Breiten erbarmungslos und hat gemeinsam mit der Stärke des Meeres zahlreichen Menschen das Leben genommen.  Festgefroren – Jón Kalman Stefánsson "Der Schmerz der Engel" weiterlesen

Das Märchen eines Märchendichters – Jens Andersen: "Hans Christian Andersen"

Er hat mehr als 150 Märchen geschrieben und wurde zum Nationaldichter seines Heimatlandes Dänemark. Dabei erscheint schon die Erzählung seines  Lebens wie ein klassisches Märchen mit seinem guten Ausgang.
Als Sohn eines Schuhmachers, 1805 geboren, verlässt Hans-Christian Andersen mit gerade mal 14 Jahren seine Heimatstadt Odense auf Fünen und geht in die große Stadt Kopenhagen. Er vertraut allein seinen Talenten, seiner Begabung für das Theaterspiel und der Hingabe zur Sprache und Fantasie. Noch in den ersten Jahren als kleiner Poet und Laiendarsteller auf der Opernbühne verschrien, erringt er in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Respekt und Anerkennung.  Das Märchen eines Märchendichters – Jens Andersen: "Hans Christian Andersen" weiterlesen

Der weiße Planet – Jørn Riel "Das Haus meiner Väter"

Der weiße Planet: eine von Eis und Schnee überzogene Landschaft, Monate der Dunkelheit wechseln sich mit Wochen im Schein der Mitternachtssonne ab. Nur die am besten Angepasstesten, ob Tier oder Mensch, überleben im rauen Klima der Arktis oder Antarktis. Doch trotz der unwirtlichen Verhältnisse – die Gegend rund um Nord- und Südpol zieht sowohl Entdecker als auch Naturfreunde magisch an.  Der weiße Planet – Jørn Riel "Das Haus meiner Väter" weiterlesen