Stefan Moster – „Bin das noch ich“

„Menschen, die Musik machen, brauchen nicht viel, um zufrieden zu sein.“

Eine der wohl meist gestellten Frage ist jene, was man auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Simon Abrameit packt seine Geige ein – mit der leisen Hoffnung, sie bald wieder spielen zu können. Der Berufsmusiker leidet unter einer Krankheit, die während eines Konzerts zu einem Zusammenbruch infolge einer Schmerzattacke in der Hand führt. Mit Hilfe einer Kollegin zieht er sich auf eine finnische Schäreninsel zurück. Stefan Moster erzählt in seinem neuesten Roman „Bin das noch ich“ von einem magischen verlassenen Ort, der einem angeschlagenen Mann eine Art Rettung verspricht.    „Stefan Moster – „Bin das noch ich““ weiterlesen

Dana Vowinckel – „Gewässer im Ziplock“

„Würde es immer so weitergehen, dass eigentlich jede Erinnerung wie ein Film aus einem anderen Leben war, das sie niemals jemandem komplett offenbaren könnte?“

Literatur gewinnt ihren Stellenwert noch immer durch ihren Bezug zur Realität und in der Auseinandersetzung mit ihr. Wenn die Realität allerdings erschreckende Züge annimmt, sie sich in eine unvorhergesehene dramatische Richtung entwickelt, kann aus der Lektüre eine verstörende Erfahrung werden. Ende August erschien der Debütroman „Gewässer im Ziplock“ der Berliner Autorin Dana Vowinckel. Am 7. Oktober griff die palästinensische Terrororganisation Hamas Israel an. Und ich bin mittendrin in diesem Buch, das von einer jüdischen Familie, vom jüdischen Urschmerz infolge des jahrhundertelangen wie aktuellen Antisemitismus und des Grauens der Shoa sowie vom schwelenden Konflikt im Nahen Osten erzählt. „Dana Vowinckel – „Gewässer im Ziplock““ weiterlesen

Carl Nixon – „Kerbholz“

„Zum Ende hin verlangsamt sich alles.“

Ihr Neuanfang sollte in eine furchtbare Tragödie führen. Wenige Tage nach der Ankunft in Neuseeland, wo John Chamberlain einen neuen Job beginnen soll, verunglückt die sechsköpfige Familie aus Großbritannien. An der dünn besiedelten Westküste stürzt sie Anfang April 1978 mit dem Auto den Abhang hinunter in die Tiefe. Nur die drei älteren Kinder auf der Rückbank überleben das Unglück. Doch ihre Rettung wird zu einem jahrelangen Martyrium. Mit „Kerbholz“ erzählt der neuseeländische Schriftsteller Carl Nixon eine düstere Coming-of-Age-Geschichte inmitten einer ganz speziellen Kulisse. „Carl Nixon – „Kerbholz““ weiterlesen

Mark Aldanow – „Der Anfang vom Ende“

„Wieder schien es ihm, als würde die ganze Zivilisation ihrem Ende entgegengehen.“

Ein Offizier, ein Agent und ein Botschafter nebst seiner Entourage aus Ehefrau und Sekretärin sitzen in einem Zug von Russland in den Westen. Es sind die 30er-Jahre. Während in ihrer Heimat die „Stalinischen Säuberungen“ einsetzen, hat in Deutschland Hitler die Macht übernommen. Aus drei Vertretern des russischen Machtapparats wird in Paris, dem Ziel der Reise, eine Gruppe mehr oder weniger Heimatloser, deren Lebenswege sich nunmehr regelmäßig kreuzen. Nichtsahnend, dass ihre sicher geglaubte Welt vor dem Ende steht.

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Andreas Tjernshaugen – „Das verborgene Leben der Füchse“

„Der Fuchs ist ein geheimnisvolles Tier.“

Was ihm nicht alles nachgesagt wird. Er sei ein hinterlistiger Hühner- und Gänsedieb, ein Schlauberger. Zu seinem Leidwesen wurde er einst wegen seines kostbaren Pelzes gejagt und wird heute noch in Pelz-Farmen gehalten. Dabei sind Begegnungen mit einem Fuchs in freier Natur wahre Glücksmomente. Von solchen berichtet der Norweger Andreas Tjernshaugen in seinem Buch „Das verborgene Leben der Füchse“, das eine erkenntnisreiche Lektüre dank einer Mischung aus Reportage und Sachbuch bereitet.

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Sibylle Grimbert – „Der Letzte seiner Art“

„Und so bewunderten sie gemeinsam die enorme Fülle an Leben auf dieser Erde.“

Ihn gibt es nicht mehr. Ausgelöscht von des Menschen Hand ist er nur noch auf Bildern oder ausgestopft in naturkundlichen Museen zu betrachten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Riesenalk das letzte Mal gesehen. Eine Bronzeskulptur des Künstlers Todd Mc Grain an der isländischen Küste mit Blick auf die Vogelinsel Eldey erinnert heute an den ausgestorbenen Vogel, der einem Pinguin ähnelte. Auf jenem kargen Eiland beginnt auch Sibylle Grimberts hochemotionaler historischer Roman, der von einer besonderen Freundschaft erzählt und uns zugleich vor Augen hält, wie wir mit der Natur umgehen – im Guten wie im Schlechten.  „Sibylle Grimbert – „Der Letzte seiner Art““ weiterlesen