Sofia Lundberg/Alyson Richman/M. J. Rose – „Hilma“

„Wir sind nichts weiter als kleine Teile in einem großen, ineinander verwobenen Universum.“

Mehr als 70 Jahre hat es gedauert, bis ihr Name in die breite Öffentlichkeit der Kunstwelt gelangte. Als Hilma af Klint 1944 starb, hinterließ sie ein riesiges wie vielfältiges Werk: 1.300 Gemälde, Skizzen und Aquarelle, 26.000 Seiten an Notizen. Ein reiches Œuvre, das allerdings nahezu unbekannt war, bis eine Ausstellung im renommierten New Yorker Guggenheim-Museum 2018 die Aufmerksamkeit auf die schwedische Künstlerin lenkte. Diese Schau, die mit rund 600.000 Gästen einen Besucherrekord einbrachte, ist Dreh- und Angelpunkt der Romanbiografie „Hilma“, die von einem schwedisch-amerikanischen Schriftstellerinnen-Trio geschrieben wurde.

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Lidia Ravera – „Sprich mit mir“

„Wer schreibt, um zu vergessen, erreicht nur, dass er sich erinnert.“

Sie lebt zurückgezogen. Wie eine Einsiedlerin. Ihre Wohnung am Stadtrand von Rom unweit des Tibers ist ihr Rückzugsraum. Sie liest Bücher, hört Musik, ihre Spaziergänge führen sie in die nähere Umgebung. Giovanna ist sich selbst genug, den Kontakt zu anderen Menschen meidet sie. Doch eines Tages zieht eine vierköpfige Familie in die lange Zeit leerstehende Nachbarwohnung ein. Die eher schweigsame wie scheue 66-Jährige kann da noch nicht ahnen, dass ihr Leben auf den Kopf gestellt und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Die italienische Schriftstellerin Lidia Ravera hat mit „Sprich mit mir“ ein faszinierendes Porträt einer besonderen Frau geschrieben und verbindet ein spezielles Kapitel der Geschichte ihres Landes mit der Gegenwart. „Lidia Ravera – „Sprich mit mir““ weiterlesen

Andrzej Stasiuk – „Grenzfahrt“

„Noch nie haben wir in so einer Finsternis gesessen.“ 

Der Fluss trennt zwei Länder voneinander – und deren Menschen. Lubko ist der Fährmann, der sie übersetzt. Von einem Ufer an das andere. Kirchgänger genauso wie Flüchtlinge, die einen vor und nach dem Gottesdienst im Nachbarort, die anderen auf ihrem Weg in die geglaubte Sicherheit. Doch wo ist es sicher, wenn Krieg ist, sich Soldaten, Besatzer eines anderen Landes, mit Mann und Maschinen für ihren nächsten Angriff versammeln. Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk führt in seinem neuesten Roman den Leser in die ostpolnische Grenzregion und in den Frühsommer 1941, als die deutsche Wehrmacht vor dem Einmarsch in die Sowjetunion steht. Ein meisterhafter, sehr tiefgreifender Roman, der davon erzählt, wie viele kriegerische Ereignisse auf einem Landstrich lasten können, um davon auf lange Zeit geprägt zu sein.

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Wie die Burg Ranis in Thüringen ein Ort der Bücher wurde

Hoch auf einem Felsrücken am thüringischen Orlatal im elften Jahrhundert errichtet, war sie Sitz der Markgrafen von Thüringen, später der Adelsgeschlechter Brandenstein und Breitenbuch. Seit mehreren Jahren wird an einem neuen, besonderen Kapitel der Burg Ranis geschrieben. In den Händen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten liegend, ist sie vor allem eines: ein Ort der Kultur für jedermann. Nicht nur durch das burgeigene Museum. Seit 1997 richtet der Verein „Lese-Zeichen e.V.“ aus Jena die Thüringer Literaturtage aus – mit einem mehrtägigen Festival auf der Burg Ranis als Höhepunkt. „Wie die Burg Ranis in Thüringen ein Ort der Bücher wurde“ weiterlesen

Trude Teige – „Als Großmutter im Regen tanzte“

„Starke Menschen lassen sich nicht beugen. Sie werden gebrochen oder zerbrechen.“

Tekla liebt Otto. In normalen Zeiten wäre ihre Beziehung akzeptiert worden. Doch ein Krieg ist ein verheerender Ausnahmezustand, den Tekla, die Norwegerin, und Otto, der deutsche Soldat, erfahren. Ihre Liebe ist ein Stigma – für die Familie der jungen Frau und für ihr Land. Ein Schicksal, das sie mit vielen teilt. Wie viele „Tyskerjenten“, „Deutschenmädchen“, es während des Zweiten Weltkriegs in dem nordischen Land gegeben hat, weiß keiner ganz genau. Die Zahlen schwanken zwischen 30.000 bis 100.000. Die norwegische Autorin und Journalistin Trude Teige verarbeitet in ihrem Roman „Als Großmutter im Regen tanzte“ dieses bereits bekannte Thema und verbindet es jedoch mit einer bis heute wenig bekannten Tragödie.

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Dirk Gieselmann – „Der Inselmann“

„Wo hört die Suche auf, wo beginnt die Heimkehr?“

Sie warten und warten. Fast glauben sie, das Ufer am See ist das Ende ihres Wegs, ihrer Flucht. Sie wollen auf den See, auf die Insel. Hans und seine Eltern, die der Stadt und dem Haus den Rücken gekehrt haben, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Dann kommt er doch: der Fährmann mit dem Kahn, der die Familie Roleder mit ihrem Hab und Gut auf die Insel hinübersetzt. Für Hans wird das Eiland nur für kurze Zeit eine Idylle sein. In seinem Debütroman „Der Inselmann“ erzählt Dirk Gieselmann dessen traurige Geschichte.  „Dirk Gieselmann – „Der Inselmann““ weiterlesen