Rosa Liksom – „Über den Strom“

„Er sagte, der Krieg überrascht ein Volk immer, auch wenn die hohen Herren schon seit Jahren zündeln.“

Sie sind auf der Flucht. Das Mädchen und seine Kühe. Gemeinsam mit weiteren Dorfbewohnern verlässt die junge Ich-Erzählerin das Land, um über den Fluss nach Schweden zu kommen. Wo bereits die Mutter und der Onkel in Sicherheit sein sollen. Die Stiefbrüder sind im Krieg gefallen, der Vater ist noch an der Front. Er hatte der Familie während seines Evakuierungsurlaubs zum Weggang geraten. Das Mädchen ohne Namen ist gerade mal 13 Jahre alt – und auf sich allein gestellt.  „Rosa Liksom – „Über den Strom““ weiterlesen

Carlos Franz – „Das verschwundene Meer“

„Wenn Tragödien sich wiederholen, tun sie das als Farce.“ 

Ein Kontinent, ein Ozean und mehr als 12.000 Kilometer liegen zwischen Laura Larcos Heimat Chile und ihrem zweitem Zuhause Berlin. Sie war geflohen, obwohl eine vielversprechende Karriere als jüngste Richterin Chiles vor ihr lag. Doch der Militärputsch 1973 machte damals nicht nur ihre Lebenspläne zunichte. Sie wurde Zeugin und Opfer brutaler Gewalt. In Deutschland kehrte sie der Juristerei den Rücken zu, arbeitet an der Philosophischen Fakultät der Freien Universität. Nun, 20 Jahre später, bringt sie der Ruf ihres früheren Mentors zurück in ihre Heimat.

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Joy Williams – „In der Gnade“

„Alles existiert, um uns etwas zu lehren.“

51 Jahre hat es gebraucht, bis diesem Roman die Reise über den großen Teich gelungen ist. Mehr als ein halbes Jahrhundert an Zeit, die manchem Menschen nicht vergönnt ist. Doch meisterhafte Literatur ist zeitlos, heißt es. Wenngleich man eben in manchen Fällen warten muss, bis sie uns erreicht. 1973 erschien das Debüt „State of Grace“ der damals 29-jährigen US-amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams, die in ihrer Heimat mittlerweile als Kultautorin gilt, aber hierzulande erst entdeckt werden muss.

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Mark Aldanow – „Der Anfang vom Ende“

„Wieder schien es ihm, als würde die ganze Zivilisation ihrem Ende entgegengehen.“

Ein Offizier, ein Agent und ein Botschafter nebst seiner Entourage aus Ehefrau und Sekretärin sitzen in einem Zug von Russland in den Westen. Es sind die 30er-Jahre. Während in ihrer Heimat die „Stalinischen Säuberungen“ einsetzen, hat in Deutschland Hitler die Macht übernommen. Aus drei Vertretern des russischen Machtapparats wird in Paris, dem Ziel der Reise, eine Gruppe mehr oder weniger Heimatloser, deren Lebenswege sich nunmehr regelmäßig kreuzen. Nichtsahnend, dass ihre sicher geglaubte Welt vor dem Ende steht.

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Roy Jacobsen – „Die Unwürdigen“

„Haste dir nie überlegt, dass wir vielleicht von gar nix ’nen Scheiß kapieren.“

Krieg herrscht. Die deutsche Wehrmacht hält mehrere Länder besetzt – so auch Norwegen seit dem Überfall am 9. April 1940. Verrat, Stiefelgetrampel, Not und Armut gehören zum Alltag. Carl, Olav und Roar wachsen gemeinsam im selben Viertel Oslos auf. Damit ihre Familien über die Runden kommen, überschreiten sie moralische Grenzen: Sie stehlen, brechen in Häuser und Firmen ein, arbeiten für die Deutschen. Der norwegische Schriftsteller Roy Jacobsen wendet sich in seinem neuesten Roman „Die Unwürdigen“ einer nahezu vergessenen Generation zu – den Kindern und Jugendlichen, die allzu schnell erwachsen werden mussten.

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Sebastian Barry – „Mein fernes, fremdes Land“

„Kein Ort auf Erden, der nicht eine Heimat wäre.“

Ihr Leben gleicht einer Ansammlung von Verlusten. 89 Jahre alt ist Lilly Bere. Sie will nicht mehr, nachdem sie ihren geliebten Enkel verloren hat. Wie Bill will sie aus dem Leben freiwillig scheiden – mit Hilfe kleiner Tabletten. Ein letztes Mal zieht sie Bilanz. In einem Haushaltsbuch schreibt sie ihre Erinnerungen nieder, fasst ihre Trauer wie auch die Stationen ihres wechselvollen Lebens in Worte. In „Mein fernes, fremdes Land“ erzählt der irische Schriftsteller Sebastian Barry nicht nur von einer betagten Frau, sondern auch wie die große Geschichte immer wieder in das Leben der Menschen eingreift und es für immer verändern kann.

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