Greg Buchanan – „Sechzehn Pferde“

„Mit einem Geschöpf, das kein Mensch ist, kann man nach Belieben verfahren.“

Der schaurige Anblick erinnert an eine mystische, symbolisch aufgeladene Opferzeremonie. 16 Pferdeköpfe werden mit einem Auge gen Himmel blickend nebst einigen abgetrennten Schweifen kreisförmig in den Acker eingegraben nahe einer Farm gefunden. Die Polizei wird gerufen. Neben dem hiesigen Detective Sergeant Alec Nicols kommt auch Cooper Allen als Spezialistin hinzu. Beide können da noch nicht ahnen, dass sie mit ihren wochenlangen Ermittlungen in den Abgrund der menschlichen Seele blicken werden. Der schottische Autor Greg Buchanan hat mit seinem Debüt „Sechzehn Pferde“ einen Roman von verstörender Dunkelheit geschrieben. „Greg Buchanan – „Sechzehn Pferde““ weiterlesen

Mathijs Deen – „Der Holländer“

„Das Meer macht keinen Unterschied zwischen den Menschen.“

Es sind keine unendlichen Weiten, aber die Weite ist hier mehr als deutlich zu spüren. Wenn das Meer sich zurückgezogen hat, der Blick gen Horizont geht, keine Gischt die Aufmerksamkeit an sich bindet. Das Watt ist eine ganz eigentümliche, karge wie wilde und von der Kraft der Gezeiten geprägte Landschaft, die indes auch ihre Tücken hat. In seinem ersten Kriminalroman weist der Niederländer Mathijs Deen ihr eine besondere Rolle zu, die mehr ist, als nur reine Kulisse zu sein.

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Anne Holt – „Ein Grab für zwei“

„Inoffizielle Macht ist lebensgefährlich.“ 

In jedem Sprichwort liegt ein Fünkchen Wahrheit. Auch in jenem, das besagt, dass Norweger mit Ski an den Füßen geboren werden. Wer sich die Medaillenlisten von Weltmeisterschaften oder den Olympischen Spielen zu Gemüte führt – man denke an die großen Erfolge von Bjørn Erlend Dæhlie oder Ole Einar Bjørndalen -, wird es sehen, wer das Land im Norden kennt, weiß es sowieso. Es gibt wohl keine Familie, in der es nicht für jeden Ski gibt. Schon Kleinkinder erhalten sie als Geschenk. Skifahren ist für die Norweger sowohl Alltag als auch Identitätssport, ein Stolz, den sich die „Krimi-dronningen“ des Landes, Anne Holt, in ihrem neuesten, ins Deutsche übertragenen Roman „Ein Grab für zwei“ annimmt – durchaus auf sehr kritische Art und Weise. 

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Javier Cercas – „Terra Alta“

„Aber die wahren Wunden sind andere. Die niemand sieht. Die die Leute im Geheimen tragen. Und die erklären alles.“

Seine Mutter war eine Prostituierte. Seinen Vater kennt er nicht. Als Jugendlicher wurde er straffällig und Handlanger eines kolumbianisches Kartells. Bis er verhaftet wurde, ins Gefängnis kam – und sich wandelt. Aus dem Kriminellen Melchor Marin wird ein Polizist. Mit „Terra Alta. Geschichte einer Rache“ startet der Spanier Javier Cercas seine Reihe um den Ermittler mit der ungewöhnlichen Vergangenheit. Ein spannender Auftakt, der 2019 mit dem Premio Planeta, dem höchstdotierten spanischen Literaturpreis, ausgezeichnet wurde und das vielschichtige Porträt eines besonderen Mannes mit einem dunklen Kapitel spanischer Geschichte verbindet.

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Friedrich Ani – „Letzte Ehre“

„Der Zufall ist ein unterschätzter Magier.“

Verhämmerung: Das Wort lässt sich nicht im Duden finden und ist wohl nur all jenen bekannt, die sich fachlich mit Medizin oder Materialkunde beschäftigen. Verhämmerung: Man denkt unweigerlich an Kraft und Gewalt, Verformung und Zerstörung. Mehrfach und an einer Stelle zudem in Versalien geschrieben taucht dieses Wort in dem neuen Roman „Letzte Ehre“ von Friedrich Ani auf. Darin erzählt der mehrfach preisgekrönte Schriftsteller und Drehbuch-Autor von kalter, unerbittlicher und brutaler Gewalt von Männern an Frauen.    „Friedrich Ani – „Letzte Ehre““ weiterlesen

Michael Connelly – „Night Team“

„Wenn man den Staub von einem alten Verfahren bläst, passieren manchmal schlimme Dinge.“

Los Angeles – Stadt der Reichen und Schönen, aber auch von Armut, Gewalt und Verbrechen geprägt. Die Metropole an der Pazifikküste zählt zu den Orten mit der höchsten Kriminalitätsrate in den Vereinigten Staaten und zu den Städten, die niemals schlafen.  In der berühmt-berüchtigten Nachtschicht, der sogenannten Late Show, arbeitet die junge Polizistin Renée Ballard. Eines Nachts sieht sie, wie sich ein ihr unbekannter grauhaariger Mann an den Aktenschränken im Departement zu schaffen macht. Es ist ihre erste Begegnung mit Harry Bosch, dem erfahrenen Ermittler. Doch es wird nicht ihre letzte sein. Ein noch ungeklärtes Verbrechen, ein sogenannter Cold Case, bringt die beiden Detectives zusammen. Wer ermordete vor neun Jahren die junge Prostituierte Daisy? Der zweite Band der neuen Ballard-Reihe aus der Feder des Amerikaners Michael Connelly gibt spannende Einblicke in die Polizeiarbeit und erzählt von zwei charismatischen Einzelgängern. „Michael Connelly – „Night Team““ weiterlesen