Gerettet – Ingvild H. Rishøi „Winternovellen“

„Wieder hing alles zusammen. Nach einem Muster, in einem gewissen Sinn.“

Wenige Tage nach dem Frühlingsanfang über ein Buch zu schreiben, das den Winter im Namen trägt und auch in der kalten Jahreszeit zeitlich verortet ist, mag womöglich nicht passend erscheinen. Doch „Winternovellen“ der norwegischen Autorin Ingvild H. Rishøi ist ein besonderes Buch für jede Jahreszeit. Zudem gilt diese Besprechung auch dem diesjährigen Indiebookday, der am 26. März auf Werke aus unabhängigen Verlagen verstärkt aufmerksam machen will. Gerettet – Ingvild H. Rishøi „Winternovellen“ weiterlesen

Eiszeit – Lydia Tschukowskaja „Untertauchen“

„Poesie – das ist jenes geheimnisvolle Etwas, das bei der sorgfältigsten, der musikalischsten Übersetzung unübersetzbar bleibt. Wort und Rhythmus – das lässt sich übersetzen, aber wie übersetzt man die Spur im Schnee, die beseligende Wunde der Erinnerung?“

Wenn das Land zu einem Gefängnis, zu einem Ort der Gefahren wird, wohin flieht ein vom politischen System Verfolgter? Für die Autorin und Übersetzerin Nina Sergejewna bieten die Stille und die Sprache die Möglichkeit, schreckliche Geschehnisse für eine kurze Zeit zu vergessen und innerlich unterzutauchen. In einem Sanatorium nahe Moskau sucht sie in den Wintermonaten Ruhe und Einsamkeit. Nach und nach findet sie heraus, was mit ihrem Mann geschehen ist. Er soll nach seiner Verhaftung im Jahr 1937 in einem Lager gestorben sein. Vor mehr als zehn Jahren. Nähere Informationen zu seinem Verbleib hat sie nie erhalten. Eiszeit – Lydia Tschukowskaja „Untertauchen“ weiterlesen