Andrej Kurkow – „Graue Bienen“

„Grau kann auch strahlend sein! Du weißt nicht viel vom Grau! Ich kann wohl zwanzig Schattierungen von Grau unterscheiden.“ 

Seit Februar 2014 wütet im Osten der Ukraine der Krieg. Die Armee des Landes, russische Truppen sowie Separatisten kämpfen gegeneinander. Die einen für den Erhalt der Ukraine in ihren jetzigen Grenzen, die anderen für die Abspaltung der Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Mittendrin: die Zivilbevölkerung. Während der Krieg kaum auf das Interesse der breiten europäischen Öffentlichkeit stößt, scheint das Thema in der Literatur angekommen zu sein. Nach Serhij Zhadans Roman „Internat“ (Suhrkamp) widmet sich das neue Werk des auch hierzulande bekannten ukrainischen Schriftstellers Andrej Kurkow mit dem Titel „Graue Bienen“ dem Geschehen in Osteuropa, konkret in der Donbass-Region.     „Andrej Kurkow – „Graue Bienen““ weiterlesen

Peter Heller – „Der Fluss“

„Was macht man, bevor man die Hölle betritt?“

Ein Dorf der Cree-Indianer an der Hudson Bay ist ihr Ziel. Ihr Weg: der Maskwa River. Jack und Wynn, Studenten und beste Freunde, machen sich mit ihrem Kanu auf dem Weg quer durch die Wildnis im Nordosten Kanadas. Beide sind erfahren, mit einer überschaubaren Ausrüstung und Proviant in der nahezu menschenleeren Natur zu leben und zu überleben. Sie schrecken nicht vor der Einsamkeit und den Risiken zurück. Doch ihre Tour verläuft anders als geplant – denn zwei unheilvolle Begegnungen und ein verheerender Waldbrand sorgen für Lebensgefahr. Der Amerikaner Peter Heller legt mit „Der Fluss“ einen spannenden Roman vor, der vor allem die grandiose Landschaft in den Mittelpunkt rückt. „Peter Heller – „Der Fluss““ weiterlesen

Sorj Chalandon – „Am Tag davor“

„Ein Rennfahrer, ein Bergmann. Zwei Ritter. Mein Bruder und ich.“

Am frühen Morgen des 27. Dezember 1974 verlieren 42 Bergmänner der Zeche Saint-Amé in Liévin-Lens im Norden Frankreichs ihr Leben, ihre Familien den Vater, Bruder und Sohn. Eine Kette fehlender Sicherheitsvorkehrungen war die folgenschwere Ursache des tragischen Grubengasunglücks. Ein Denkmal sowie der neue, großartige und bewegende Roman des Schriftstellers Sorj Chalandon, der sein Werk den Bergmännern gewidmet hat, erinnern daran. Mit „Am Tag davor“ stellt der Franzose jedoch ein fiktives privates Unglück der Tragödie, die das Land einst erschüttert hat, an die Seite.  „Sorj Chalandon – „Am Tag davor““ weiterlesen

Carmen Buttjer – „Levi“

„Die Welt hatte ihre Farbe verloren.“ 

Schlüsselkind, Sohn eines Anwalts, Halbwaise: All das ist Levi, elf Jahre alt. Als seine verstorbene Mutter Katharina beigesetzt werden soll, schnappt sich der Junge kurzerhand die Urne – und verschwindet mit ihr. Auf dem Dach des mehrstöckigen Hauses, in dem die Familie lebt, richtet er sich samt Zelt und Proviant ein. Carmen Buttjer hat mit ihrem Debüt „Levi“ ein wundervolles und berührendes Buch über Verlust und Trauer mit einem unvergesslichen Helden geschrieben. „Carmen Buttjer – „Levi““ weiterlesen

Andreas Pflüger „Geblendet“

„Alle Narben an ihrem Körper gehören zu ihr, sie sind das Tagebuch eines Hochgeschwindigkeitslebens.“ 

Jenny Aaron steht an einem Scheideweg. Fünf Jahre sind seit ihrer schweren lebensbedrohlichen Verletzung während eines verheerenden Einsatzes in Barcelona vergangen, fünf Jahre lebte sie seitdem in völliger Dunkelheit, fünf Jahre hat sie ihre Fähigkeiten so trainiert, dass sie weiterhin der Sonderabteilung angehören kann und zu gefährlichen Einsätzen gerufen wird. Nun könnte ihr Leben indes eine entscheidende Wendung erfahren – dank einer neuartigen Therapie in der Klinik von Professor Thomas Reimer in Binz auf der Insel Rügen. Doch ein neuer Fall ruft, steht für Aaron eine wichtige Entscheidung an. Denn die Einheit um ihre Chefin Inan Demirci und ihren charismatischen Kopf Ulf Pavlik ist dem korrupten Senator Svoboda auf den Fersen. Im neuen Roman von Andreas Pflüger muss sich die taffe Heldin trotz der gefährlichen Ermittlungen vor allem mit sich selbst auseinandersetzen. „Andreas Pflüger „Geblendet““ weiterlesen

Johan Harstad „Max, Mischa & die Tet-Offensive“

„Und wer waren wir geworden? Erinnerten wir uns überhaupt noch an uns selbst? Und wenn ja, wie lange noch?“ 

Schon als ich die norwegische Originalausgabe während einer der früheren Frankfurter Buchmessen in der Hand gehalten habe, war da dieses Gefühl, ein besonderes Buch vor sich zu haben. Dieser Name, dieses Gewicht, dieser Umfang… Sechs Jahre hat der Norweger Johan Harstad an seinem bereits 2015 in seinem Heimatland erschienenen Roman mit dem ungewöhnlichen Titel „Max, Mischa & die Tet-Offensive“ geschrieben. „Johan Harstad „Max, Mischa & die Tet-Offensive““ weiterlesen