Traum im Frühling – Norwegen als Gastland auf der Buchmesse Leipzig

„Det er den draumen me ber på at noko vedunderleg skal skje, at det må skje (…)“.*

Das sind die ersten Verse aus dem Gedicht „Det er den Draumen“ des norwegischen Lyrikers und Übersetzers Olav H. Hauge (1908 – 1994). Es stand 2019 als Motto über dem eindrucksvollen Gastland-Auftritt Norwegens zur Frankfurter Buchmesse. Allerdings: Der Traum ist noch längst nicht ausgeträumt und findet seine Fortsetzung nun zur diesjährigen Leipziger Buchmesse vom 27. bis 30. März. Zu meiner großen Freude, denn die Literatur des nordischen Landes fasziniert und begleitet mich seit vielen Jahren.

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Christine Wunnicke – „Wachs“

„Marie rannte durchs Leben. Madeleine wurzelte darin. Und an beiden zog es vorbei.“

Ein Novembertag im Jahr 1733 in Paris: Die 13-jährige Marie stiefelt in die Kaserne der Schwarzen Musketiere. Unerschrocken formuliert das Mädchen den von ihr überrumpelten Soldaten einen ungewöhnlichen Wunsch: Die Tochter des Apothekers braucht eine Leiche. Sie will sich an den Toten schulen, die beste Anatomin werden, was sie später auch wird. In die französische Geschichte eingehen wird Marie Marguerite Biheron (1719-1795) als Zeichnerin und Bildnerin von anatomischen Wachspräparaten. Christine Wunnicke erzählt in ihrem neuen Roman „Wachs“ ihre faszinierende Geschichte – und die von Madeleine. „Christine Wunnicke – „Wachs““ weiterlesen

Toine Heijmans – „Irrfahrt“

„Wenn das Denken aufhört, übernimmt das Meer.“

Ein Sturm zieht über der Nordsee vor der Küste der Niederlande auf. Auch wenn er sein Ziel bereits vor Augen hat, entscheidet Donald, auf der See auszuharren. Zur Sicherheit – für sich und seine siebenjährige Tochter Maria, die ebenfalls an Bord ist. In seinem schmalen Romandebüt „Irrfahrt“ erzählt der Niederländer Toine Heijmans von einer besonderen Segeltour, einem Mann, seiner Familie und dass nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

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Zach Williams – „Es werden schöne Tage kommen“

„Das Universum muss eine Illusion sein, irgendwie.“

Ob der Sturm über das Land fegt, Dunkelheit und Feuchte in das Zimmer kriechen, seine Lieblingspuppe übel zugerichtet ist oder er aus dem Wasser herausgezogen wird und nach Luft schnappt. Auf die Frage seiner Mutter sagt der kleine Max das immer selbe Wort: „Unheimich“. Das Wort könnte über all jenen zehn Stories stehen, mit denen der US-Amerikaner Zach Williams reichlich Begeisterung bei Kritikern und Lesen auslöst(e) – in Übersee und mittlerweile auch hierzulande. „Es werden schöne Tage kommen“ heißt sein  Band, der Menschen in Extremsituationen zeigt, skurrile Szenen beschreibt und beim Leser das Gefühl weckt, in schräge Zwischenwelten gelandet zu sein.

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Ivy Pochoda – „Sing mir vom Tod“

„Wir sind nichts als unsere Narben.“

Nicht jede düstere Story muss in der Dunkelheit beginnen. Aber sie kann. Ein Frauengefängnis ist bekanntlich kein Ort der Freude und Harmonie. Hier herrscht das Recht der Stärkeren, der immergleiche Alltag. Gewalt, Drogen und Missbrauch sind an der Tagesordnung. Auch die Aufseher mischen mit oder schauen weg, wenn es brenzlig wird. Wir sind zu Beginn in Arizona – hinter Gittern. Florence „Florida“ Baum und Diosmary „Dios“ Sandoval verbüßen ihre Haft für unterschiedliche Delikte, beide waren einige Zeit Zellengenossinnen.

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Johan Harstad – „Unter dem Pflaster liegt der Strand“

„Alle Vororte haben Ambitionen, zumindest anfangs.“

Vor fünf, sechs Jahren erschien ein dicker Wälzer mit dem ungewöhnlichen Titel „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ in deutscher Übersetzung. Ein Buch, das einen verschlingt, das man trotz seiner handtaschenuntauglichen Größe mit sich herumschleppt, um so oft es geht, darin zu lesen. Nun ist der Norweger Johan Harstad zurück – mit einem ebenso umfangreichen Roman mit mehr als 1.100 Seiten. In Sachen Themen- und Schauplatzvielfalt sowie in puncto Zeitsprüngen erlebt man mit dem neuesten harstadschen Streich eine Art Déjà-vu.

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