Susan Hill „Stummes Echo“

„Und so saßen sie da, versammelt um das kleine, schreckliche Ding (…).“

Oft wird ja die Ansicht belächelt und als naiv abgetan, dass Bücher eine gewisse Macht haben, Leben verändern können. Doch warum sollte es nicht so sein? In ihrem Roman „Stummes Echo“, der bereits 2008 im Original mit dem Titel „The Beacon“ erschienen ist und nun in deutscher Übersetzung vorliegt, erzählt die Engländerin Susan Hill über eine Familie, deren Leben durch ein Buch und fragwürdige Erinnerungen auf den Kopf gestellt wird und das für erhebliche Verwirrung sorgt; inklusive eines Gefühlschaos. „Susan Hill „Stummes Echo““ weiterlesen

Trauma – Juli Zeh „Neujahr“

„Da war etwas, aus dem es kalt heraufwehte.“

Lanzarote: Die trockene und karge Vulkaninsel im Atlantik mit ihren schwarzen Stränden und Bergmassiven ist Ziel vieler Touristen. Henning, seine Frau Theresa und die beiden gemeinsamen Kinder Jonas und Bibbi zieht es ebenfalls auf das spanische Eiland. Die Familie verbringt die Tage des Jahreswechsels auf der kanarischen Insel. Doch für den jungen Mann wird es alles andere als ein erholsamer Urlaub, weil diese Reise in die Ferne nicht nur die Disharmonie des Paares offenlegt. Er wird während einer Radtour hinauf in die Berge konfrontiert mit einer düsteren Episode aus seiner Kindheit, an die er sich bis zu jenem Tag nicht erinnert.  „Trauma – Juli Zeh „Neujahr““ weiterlesen

Vom Suchen und Finden – Reinhard Stöckel „Der Mongole“

„Wo Vergehen ist, ist auch Beginn.“

Irgendwann in naher Zukunft. Drohnen bringen die Post und liefern die bestellten Einkäufe aus dem Supermarkt bequem nach Hause. Künstliche Intelligenz hat Einzug gehalten in Verwaltungen. Die Wölfe stehen nicht mehr unter Schutz. Der Wissenschaftler Radik kommt in die Lausitz, um im Auftrag seines Vorgesetzten die Raubtiere zu beobachten. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit des Biologen auf ein ganz anderes Geschöpf: auf den stark gefährdeten Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Doch Radik ahnt nicht, dass seine Forschungsreise auch eine Reise in die Geschichte seiner Familie bedeutet.  „Vom Suchen und Finden – Reinhard Stöckel „Der Mongole““ weiterlesen

Zurück in Neapel – Elena Ferrante „Die Geschichte des verlorenen Kindes“

„Bücher schreibt man, um gehört zu werden, nicht um den Mund zu halten.“

Es heißt nun, Abschied zu nehmen. Zwei Jahre hat sie mich begleitet – die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante um die Freundschaft zwischen Lila und Elena, von der Kindheit bis ins reifere Alter. Sechs Jahrzehnte, von den Nachkriegsjahren in Neapel bis in die moderne Zeit des 21. Jahrhunderts. Im Herbst 2016 las ich den ersten Band mit dem Titel „Meine geniale Freundin“, in den vergangenen Tagen nun den vierten und letzten Band mit dem Titel „Das verlorene Kind“.  „Zurück in Neapel – Elena Ferrante „Die Geschichte des verlorenen Kindes““ weiterlesen

Von Unruhe – Merethe Lindstrøm „Aus den Winterarchiven“

„Du bist ohne dich in dir.“

Unruhe, Chaos, eine dumpfe Lebensmüdigkeit beherrschen Mats. Viele Gesichter hat seine für Außenstehende unsichtbare Krankheit, deren oftmals unberechenbaren Auswirkungen auch die Familie beeinflusst. Mats ist der Mann von Merethe Lindstrøm. Die norwegische Schriftstellerin, 2012 ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des nordischen Rates, erzählt in ihrem autobiografischen Werk „Aus den Winterarchiven“ von dem Leiden ihres Mannes und jenen, unter denen bereits ihr Vater und die Mutter von Mats zu kämpfen hatten.        „Von Unruhe – Merethe Lindstrøm „Aus den Winterarchiven““ weiterlesen

Der verlorene Sohn – David Whitehouse „Der Blumensammler“

„Erinnerungen ließen sich viel leichter ertragen, wenn man sie nicht als Ganzes, sondern nur als zersplitterte Bruchstücke in sich hineinließ.“

Was braucht es, um ein einfaches Leben aus den Angeln zu heben und es auf eine andere Spur zu setzen? Im Fall von Peter Manyweathers war es nur eine kurze Liste mit sechs Blumennamen, die sein Dasein als Reinigungsspezialist auf den Kopf stellt. Dieses Blatt Papier, gefunden in Form eines Briefes in einem Buch in der Bibliothek, lässt ihn nicht mehr los. Von einer besonderen Weltreise, zwei Männern, deren Leben auf spezielle Weise verbunden ist, und die Kraft der Erinnerungen erzählt der Engländer David Whitehouse in seinem neuen Roman „Der Blumensammler“.

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