Mensch sein – Romain Gary „Du hast das Leben vor dir“

„Wenn man sich um Kinder kümmert, muss man sich viele Sorgen machen, Doktor, sonst werdens Ganoven.“

Es gibt Bücher, da kann man Rotz und Wasser heulen, andere bringen einen mit ihrer heiteren Art zum Schmunzeln, ja zum Lachen. Der Roman des Franzosen Romain Gary (1914 – 1980) „Du hast das Leben vor Dir“ vermag beides. Melancholie und Trauer sowie ein provokanter wie rotzfrecher Humor bilden eine eng verschmolzene Einheit und fließen in einer Geschichte mit unvergesslichen Charakteren zusammen, die Vorbild sein können in einer Zeit des wachsenden Hasses, der Vorurteile und des Rassismus. 1975 veröffentlicht, zählt der Roman mittlerweile zu den neueren Klassikern der französischen Literatur und erschien nun in einer Neuübersetzung, die es wert ist, das Buch neu oder auch wieder zu entdecken. Mensch sein – Romain Gary „Du hast das Leben vor dir“ weiterlesen

Familiengeheimnis – Paul Baeten Gronda „Straus Park“

„Seit drei Generationen hatte seine Familie diese Fassade im Blick. Sauber, beständig, leblos.“ 

Amerika wurde über Jahrhunderte für unzählige jüdische Familien zu einer zweiten Heimat. Sei es, um der Armut zu entfliehen, sei es, um den Pogromen und Verfolgungen zu entkommen. Heute leben schätzungsweise acht Millionen Juden in den USA. Amos Grossmanns Großeltern Charlotte und Markus gelingt es, untergetaucht in Amsterdam, nahezu unbeschadet das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg zu überstehen und am Ende des Krieges in die USA zu emigrieren. Was der Enkel der vermögenden Familie allerdings zuerst nicht weiß, ist, dass ihre Flucht noch einen ganz anderen Grund hat.       Familiengeheimnis – Paul Baeten Gronda „Straus Park“ weiterlesen