Ralf Rothmann – „Die Nacht unterm Schnee“

„Das Normale, das war das Grauen.“ 

Er wird in den letzten Kriegsmonaten als Jugendlicher von der Waffen-SS zwangsrekrutiert, sie auf der Flucht aus Ostpreußen von russischen Soldaten gefangen gehalten und mehrfach missbraucht. Das spätere gemeinsame Leben von Walter und Elisabeth ist ein hartes, von schwerer Arbeit und Entbehrungen, von ihren traumatischen Erinnerungen geprägtes. Mit „Die Nacht unterm Schnee“ hat Ralf Rothmann seiner Trilogie über den Zweiten Weltkrieg einen fulminanten Abschluss gesetzt. Mit einem Roman, der tief berührt – nicht nur, weil der Schriftsteller damit die Geschichte seiner Eltern erzählt.

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Marianna Kurtto – „Tristania“

„Und warum ist nichts genug, nimmt nichts die Sehnsucht weg?“

Es gibt Eilande der Sehnsucht. Und es gibt Tristan da Cunha. Die schroffe, vom Südatlantik umgebene Insel gilt als eine der entlegensten bewohnten Inseln der Welt. Die Gestade von Südamerika und Afrika liegen Tausende Kilometer entfernt. Die finnische Autorin Marianna Kurtto hat die Handlung ihres neuen Romans „Tristania“ auf Tristan da Cunha angesiedelt. Darin erzählt sie vom Zerbrechen einer Familie sowie einer realen Katastrophe, den Vulkanausbruch im Jahr 1961 – und das mit einer Sprache von großer Kraft. „Marianna Kurtto – „Tristania““ weiterlesen →

Toril Brekke – „Ein rostiger Klang von Freiheit“

1968 – ein Jahr, das mit Ereignissen und Entwicklungen Geschichte geschrieben und den Lauf der Zeit maßgeblich geprägt hat. Ein politisches wie gesellschaftliches Rumoren, das auch Oslo erreicht, in dem die Jugend gegen den Vietnam-Krieg protestiert. Im Sommer 1968 steht Agathe vor ihrem letzten Schuljahr. In ihrem Drang nach Freiheit wechselt sie die Schule, verlässt die vertraute Umgebung, um sich der Gemeinschaft der neu gegründeten reformpädagogischen Summerhill-Schule anzuschließen. Doch ein Anruf sorgt bei Agathe und ihrem jüngeren Bruder Morten für Aufregung. In ihrem doppelbödigen Roman „Ein rostiger Klang von Freiheit“ erzählt die norwegische Schriftstellerin Toril Brekke von einer besonderen Zeit und einer Familie, deren Leben von mehreren Geheimnissen überschattet wird.

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Tove Ditlevsen – „Gesichter“

„Man darf nur ein Gesicht auf einmal haben.“

Die Wiederentdeckung der dänischen Autorin Tove Ditlevsen (1917 – 1976) mit ihrer autobiografischen Kopenhagen-Trilogie aus den Bänden „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“ bestehend und in den Jahren 1967 bis 1971 wenige Jahre vor ihrem Freitod erschienen, kam einer literarischen Sensation gleich. Nun kann auch ihr Roman „Gesichter“ entdeckt werden. Ein eindrückliches, aber auch herausforderndes Werk mit einem ebenfalls kurzen, prägnanten Titel, das auch in Zusammenhang mit ihrer Trilogie gelesen werden kann, vielleicht auch sollte. Denn auch darin gibt es, wenngleich fiktiv,  autobiografische Anklänge und Bezüge, wenn die Skandinavierin darin über das Thema Psyche und die Psychose einer Autorin schreibt.

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Thomas Savage – „Die Gewalt der Hunde“

„Verdammt, es ist ja auch der wilde Westen.“ 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Schriftsteller in den vergangenen Jahren aus den Tiefen des Vergessens gehoben und wiederentdeckt worden sind; sowohl europäische als auch amerikanische. Man denke an die Dänin Tove Ditlevsen oder die US-Amerikaner John Williams und James Baldwin. Ein Autor, der da unbedingt eingereiht werden kann und sollte, ist Thomas Savage (1915 – 2003). Mit der Verfilmung seines Romans „Die Gewalt der Hunde“ aus dem Jahr 1967 unter dem Titel „The Power Of The Dog“ und mit der deutschen Erstausgabe wird an ein Meisterwerk erinnert, dessen Lektüre unbedingt lohnt – nicht nur für Western-Fans.

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Phil Klay – „Den Sturm ernten“

„In der modernen Welt hing alles mit allem zusammen.“

Kolumbien. Über das südamerikanische Land weiß ich – zugegeben – nur sehr wenig. Kaffee, Fußball und Regenwald fallen mir ad hoc ein. Die Anzahl von Schlagzeilen in hiesigen Medien ist überschaubar. Dabei findet dort seit einigen Jahren ein nahezu unübersichtlicher, chaotisch erscheinender Krieg mit vielen Akteuren statt. Ein Krieg von vielen, die aktuell auf der Erde toben und die kaum Aufmerksamkeit erhalten. Wer über das Land und die derzeitigen Zustände mehr erfahren will, sollte zu dem aktuellen Roman des Amerikaners Phil Klay mit dem Titel „Den Sturm ernten“ greifen. Ein spannendes, überaus lehrreiches Buch – auch über die dortigen politischen wie militärischen Verstrickungen der USA.

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