Aleš Šteger – „Neverend“

„Beim Schreiben gibt es keine Wunder.“

In der DDR haben die Bürger für sie angestanden. Wie sie zu ihrer krummen Form kommt, ist eine gern gestellte Frage. In Deutschland verdrückt der Durchschnittsbürger im Jahr rund elf Kilogramm der exotischen Frucht. Die Rede ist von der Banane. Sie spielt keine unwesentliche Rolle im Roman „Neverend“ des slowenischen Schriftstellers Aleš Šteger. Wobei das Buch alles andere ist als eine leichtbekömmliche Lektüre, sondern sich vielmehr als harte weil erschütternde und hochpolitische Kost erweist.  „Aleš Šteger – „Neverend““ weiterlesen →

Charlotte McConaghy – „Wo die Wölfe sind“

„Ich glaube, uns macht die Zivilisation gewalttätig.“

Wohl kein anderes Tier löst im Menschen so gegensätzliche Gefühle aus wie der Wolf. Die einen fürchten und jagen ihn, weil er als Raubtier Nutztiere tötet. Für andere ist er der Inbegriff eines ökologischen Gleichgewichts und ein Tier voller Anmut und Schönheit. Beide Positionen lassen sich auch in dem neuen, vorrangig in Schottland angesiedelten Roman der australischen Autorin Charlotte McConaghy finden, die mit „Wo die Wölfe sind“ wieder eine starke Frauenfigur und die Dringlichkeit des Natur- und Artenschutzes in den Mittelpunkt rückt.

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Helen Wolff – „Hintergrund für Liebe“

„Das Leben fängt uns immer wieder ein.“

Er will ins Hotel, sie ein Häuschen. Beziehungen sind schon an kleineren Unstimmigkeiten gescheitert. Ihre wird halten, sogar dunkle Zeiten überstehen – und eben diese Meinungsverschiedenheit. Helen und Kurt Wolff haben sich in die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben – als eines der angesehensten Verlegerpaare. Gemeinsam haben sie zahlreichen europäischen Autoren den verlegerischen Weg nach Amerika geebnet, nachdem sie selbst ihre Heimat verlassen haben, nach Hitlers Machtergreifung geflohen waren. Doch Helen Wolff, 1906 als Helene Mosel im mazedonischen Skopje geboren, hat auch geschrieben, was zu ihren Lebzeiten nur wenige wussten. Denn sie selbst hatte ihre eigenen Werke für kaum beachtenswert gehalten. Ihre Großnichte Marion Detjen, Historikerin und Publizistin, hat Wolffs autobiografisch geprägten Roman „Hintergrund für Liebe“ im Weidle Verlag herausgegeben und mit einem ausführlichen Essay versehen. Und das ist ein großes Glück und zugleich eine besondere Leseerfahrung.

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Claudia Schumacher – „Liebe ist gewaltig“

„Erst wenn das Opfer vollkommen wehrlos ist, beißt die Spinne zu.“

Mauern verbergen vieles. Die einen sind aus Stein, die anderen unsichtbar – aus Lügen, Schweigen und Verdrängung errichtet. Sowohl von Tätern als auch deren Opfern, wie das eindrückliche Debüt „Liebe ist gewaltig“ von Claudia Schumacher zeigt, in dem sie von einer Vorzeige-Familie erzählt, die sich nach dem ersten Blick und bei näherem Hinsehen als Vorstufe der Hölle erweist und in der sich seelische Abgründe offenbaren.

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Raffaella Romagnolo – „Das Flirren der Dinge“

„Fotografieren ist das Wichtigste, das ihm im Leben passiert ist.“

Sein getrübtes Augenlicht ist Makel und zugleich Grundlage einer Gabe. Das auf einem Auge blinde Waisenkind Antonio wird im Alter von elf Jahren von dem Genueser Fotografen Allessandro Pavia aufgenommen; zur Überraschung der Geistlichen im Pammatone. Fortan dient der Junge ihm als Assistenten. Antonio lernt, was es heißt und was es braucht, ein gutes Foto zu machen – und dass sich die Zeiten stetig wandeln, aber besondere Bindungen ein Leben lang halten können. Mit ihrem neuen Roman „Das Flirren der Dinge“ führt die italienische Autorin Raffaella Romagnolo die Leser in eine wechselvolle Zeit und das Leben unvergesslicher Helden.

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Robert Jones Jr. – „Die Propheten“

„Nur Schweigen konnte verhindern, dass die Seele kaputtging.“

Als kleines Kind wird Isaiah seinen Eltern Middle Anna und Ephraim entrissen. An anderen Sklaven, manche bereits leblos, angekettet, findet er sich wieder auf der Plantage der Familie Halifax. Er wird seinen ursprünglichen Namen verlieren, unermessliches Leid erfahren, aber auch einer großen Liebe begegnen: Samuel, der ihm bei seiner Ankunft Wasser gibt. Fortan bilden die beiden Jungen eine untrennbare Einheit. Mit seinem Debüt „Die Propheten“ hat der afroamerikanische Autor Robert Jones Jr. einen sprachgewaltigen und dramatischen Roman geschrieben, der allerdings den Leser allzu überwältigt zurücklässt.

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