Im Duett #4: Florian Knöppler „Kronsnest“ & „Habichtland“

„Man musste größer werden, wenn man nicht untergehen wollte, wachsen oder weichen.“

Nest – das Wort sagt es eigentlich schon. Kronsnest ist ein kleiner Ort. Nur wenige Menschen leben hier. Hinter dem Deich in der Elbmarsch. Man schreibt das Ende der 20er-Jahre, die gar nicht so golden sind. Billige Importe und die Inflation machen es den Bauern zunehmend schwer. In der Gesellschaft brodelt es, Unzufriedenheit herrscht. Die Nazis suchen und finden eifrige Mitläufer. Keine einfache Zeit für Hannes und seine Eltern, die einen Hof betreiben. Florian Knöppler erzählt in seinen beiden Romanen „Kronsnest“ und „Habichtland“ von Hannes, der im zweiten Band mittlerweile in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, selbst eine Familie hat und sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht.

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Constantin Schwab – „Das Journal der Valerie Vogler“

„Kunst kennt keinen Kompromiss.“ 

Wir nennen sie Spitzbergen, die Norweger Svalbard. Die Inselgruppe im Nordatlantik und im Arktischen Ozean ist sowohl Raum für Forscher als auch zunehmend Ziel von kälteaffinen Reisenden. Hier lässt sich staunen über das schillernde Nordlicht und zottelige Eisbären. In die Literatur hat Spitzbergen als Schauplatz hingegen noch wenig Eingang gefunden. Der Österreicher Constantin Schwab verlegt nun die Handlung seines Debütromans nach Spitzbergen, der von einem geheimnisumwobenen Künstlerkollektiv erzählt, das zum ersten Mal eine Außenstehende zu sich einlädt. „Constantin Schwab – „Das Journal der Valerie Vogler““ weiterlesen →

Stephan Thome – „Pflaumenregen“

„Der Vergangenheit ist es egal, aus welchem Grund sie uns nicht loslässt.“

Formosa, „schöne Insel“, nannten portugiesische Seefahrer das asiatische Eiland im Westpazifik nach dessen Entdeckung. Heute heißt es Taiwan oder auch Republik China. Bezeichnungen, die auf eine wechselvolle Geschichte hindeuten. In der Inselhauptstadt Taipeh, seiner zweiten Heimat, lebt zeitweise der deutsche Schriftsteller und Sinologe Stephan Thome. In seinem aktuellen und bereits fünften Roman „Pflaumenregen“ erzählt er von einer taiwanesischen Familie und den Wirren des 20. Jahrhunderts – auf eine meisterhafte und einnehmende Weise.

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Mathijs Deen – „Der Holländer“

„Das Meer macht keinen Unterschied zwischen den Menschen.“

Es sind keine unendlichen Weiten, aber die Weite ist hier mehr als deutlich zu spüren. Wenn das Meer sich zurückgezogen hat, der Blick gen Horizont geht, keine Gischt die Aufmerksamkeit an sich bindet. Das Watt ist eine ganz eigentümliche, karge wie wilde und von der Kraft der Gezeiten geprägte Landschaft, die indes auch ihre Tücken hat. In seinem ersten Kriminalroman weist der Niederländer Mathijs Deen ihr eine besondere Rolle zu, die mehr ist, als nur reine Kulisse zu sein.

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Von wegen Kummerkasten – Ein Brief an Stine

Liebe Stine,

nun hast Du (ich darf doch Du sagen? In Skandinavien sieht man das ja etwas lockerer, oder?) dieses Buch geschrieben, und ich wollte einfach mal ein paar Zeilen an Dich richten. Nein, nein, Du sollst nicht mein Kummerkasten sein, meine Probleme kennen nur mein Bonsai und mein Tagebuch. Es soll vielmehr um Dein Buch gehen. Eine lange und langweilige Besprechung wollte ich Dir ersparen und auch nicht unbedingt ein mit Filter aufgehübschtes Bild trendig auf Instagram posten (zugegeben: ich bekomme das mit den prächtigen Grünpflanzen und hübschen Cappucchino-Milchkaffee-Tassen eh nicht wirklich gut hin).  Ich klaue mir einfach mal die Idee von Tobias, alias the last man reading von Buchrevier, und schreibe Dir einen Brief, meinen ersten an eine Autorin überhaupt. Mein persönliches Debüt sozusagen. „Von wegen Kummerkasten – Ein Brief an Stine“ weiterlesen →

Kent Haruf – „Ein Sohn der Stadt“

„Jeder in Holt County weiß, was er getan hat.“

Er ist zurück, sitzt, etwas massiger geworden über die Jahre, in einem protzigen roten Cadillac in der Hauptstraße von Holt. Ralph Bird, Besitzer eines Bekleidungsgeschäfts, sieht und erkennt ihn zuerst: Jack Burdette, früher eine Sportskanone und ein Mann mit gutem Ruf und Ansehen, der mittlerweile gewaltig Dreck am Stecken hat. Denn vor acht Jahren war er von einem Tag auf den anderen verschwunden und mit ihm eine stolze Summe der Farmer-Kooperative, deren Chef er war. Jacks überraschende Rückkehr bringt erneut Unruhe in die sonst verschlafene Kleinstadt, in der nichts mehr ist, wie es einst war. In seinem zweiten, 1990 erschienenen Roman „Ein Sohn der Stadt“ erzählt Kent Haruf allerdings nicht nur die Geschichte des Betrügers. „Kent Haruf – „Ein Sohn der Stadt““ weiterlesen →