Christine Dwyer Hickey – „Schmales Land“

„Man muss die Schatten richtig lesen.“ 

Cape Cod – nahezu unberührte Strände, das Rauschen des Atlantiks, ein intensives Licht, wie nur das Zusammenspiel von Meer und Himmel hervorbringt. Die Halbinsel im US-Bundesstaat Massachusetts ist seit jeher beliebtes Urlaubsziel. Auch Edward und seine Frau Josephine verbringen hier in ihrem Häuschen den Sommer fernab des Trubels New Yorks. Er durchstreift die Gegend nach einem passenden Motiv: einem Haus, einer Person, einer Landschaft. Seine Bilder sind begehrt. In der Kunstszene bereits zu Lebzeiten eine Ikone der modernen Malerei, ist Edward Hopper (1882-1967) in dem eindrücklichen Roman der irischen Schriftstellerin Christine Dwyer Hickey indes nur eine von mehreren Hauptfiguren. Der heimliche Star ist vielmehr ein Waisenkind.

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James Kestrel – „Fünf Winter“

„In seinem Inneren machte sich eine Stille breit, ein tiefer, dunkler Raum.“

Paradies im Pazifik, tropische Perle. Hawaii ist Sehnsuchtsort und Traumziel. Am 7. Dezember 1941 wird die Insel indes zur Hölle. Mehr als 2.400 Menschen sterben beim Angriff der japanischen Armee auf die US-amerikanische Pazifik-Flotte in Pearl Habor. Joe McGrady, Police Detective auf Hawaii und Ex-Soldat, wird da schon auf der anderen Seite des Ozeans, in Hongkong sein. Er ist auf der Suche nach einem kaltblütigen Mörder, nichtsahnend, dass seine Jagd ihn fünf Jahre lang von seinem Zuhause trennen wird. „Fünf Winter“ heißt denn auch der Roman des Amerikaners James Kestrel, der dafür zwei hochrangige Preise erhalten hat.

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Carolin Würfel – „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“

„Über Wasser halten, schwimmen lernen, eine gemeinsame Insel finden.“

Christa Wolf, Maxie Wander, Brigitte Reimann – das literarische Dreigestirn. Ohne diese drei Frauen wäre die Literatur der DDR um vieles ärmer, womöglich undenkbar. Noch heute werden sie gelesen, in Schule, im Studium. Ihre Bücher erleben Neuauflagen, werden – einst gekürzt veröffentlicht – nun in voller Länge gedruckt. Wie aktuell Reimanns Roman „Die Geschwister“ (Aufbau). Die Journalistin und Autorin Carolin Würfel zeichnet mit ihrem Band „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“ nicht nur die einschneidenden Ereignisse und Einflüsse der drei Schriftstellerinnen nach. Sie erzählt von ihrem Verhältnis untereinander – und zur DDR, dem Land, in dem sie lebten. „Carolin Würfel – „Drei Frauen träumten vom Sozialismus““ weiterlesen

Claire Keegan – „Das dritte Licht“

„Mir fallen einfach keine Wörter ein, aber das hier ist ein anderer Ort, und ich brauche neue Wörter.“

Der Band ist schmal und passt in jede Handtasche, vielleicht sogar in eine größere Jackentasche. Auf dem Cover ist eine künstlerische Bearbeitung der Fotografie „Livia“ (1948) des Fotografen Frederick Sommer zu sehen. Ein Mädchen mit Zöpfen, das neugierig, aber auch ernst in die Welt schaut. 2010 erschien die Erzählung „Das dritte Licht“ der irischen Schriftstellerin Claire Keegan unter dem Originaltitel „Foster“ – sowohl im Londoner Verlag Faber und Faber Limited als auch als verkürzte Fassung in der Zeitschrift „New Yorker“. Nach der Verfilmung unter dem Titel „The Quiet Girl“ gab der Steidl Verlag die Erzählung nach einer ersten Ausgabe 2013 nun in einer Neubearbeitung erneut heraus, so dass dieses wundervolle Werk wiederentdeckt werden kann.

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Emmanuelle Fournier-Lorentz – „Villa Royale“

„Die Toten kommen nicht wieder, und die Lebenden gehen fort.“

Kein Ort, nirgends. Sie sind immer auf Achse, nach nur wenigen Wochen verlassen sie wieder die Stadt, in die es sie zuvor verschlagen hat. Seit dem überraschenden und allzu frühen Tod ihres Vaters ist für Palma nichts mehr, wie es einst gewesen war. Gemeinsam mit ihrer Mutter und den beiden Brüdern Charles und Victor führt sie ein Leben auf der Flucht – und der Trauer. Mit ihrem Debütroman „Villa Royale“ hat die Französin Emmanuelle Fournier-Lorentz eine berührende wie sonderbare Familiengeschichte geschrieben, die von der besonderen Erzählstimme lebt und durchaus auch Spannung enthält.  „Emmanuelle Fournier-Lorentz – „Villa Royale““ weiterlesen

Mathijs Deen – „Der Taucher“

„All die Väter“, sagt er. „Diese Hilflosigkeit.“

Er ist wieder zurück. Und er ist nicht allein. In „Der Holländer“ hatte er seinen ersten großen Auftritt, nun muss Liewe Cupido den nächsten Fall aufklären. Vor der nordfriesischen Insel Amrum in der Deutschen Bucht stößt die Besatzung des niederländischen Bergungsschiffes „Freyja“ auf einen toten Taucher – in einer speziellen Körperhaltung verharrt und mit Handschellen an das Wrack des seit 1950 verschollenen Schiffes „Hanna“ gefesselt, das Unmengen an Kupferplatten an Bord hat. Für den wortkargen Kriminalbeamten beginnt eine Zeit des Reisens – von Küste zu Küste, von Land zu Land. Und oft mit dabei seine Hündin Vos, die Mathijs Deen im zweiten Band der Reihe an die Seite seines Helden stellt.

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