Schein und Sein – Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“

„Die Menschen waren nun mal, wie sie waren, mochten sie sich auch noch so bemühen, anders zu sein.“

In einer Kleinstadt lebt bekanntlich eine überschaubare Anzahl an Menschen. Man kennt sich und das Leben der anderen, ihre Familien, ihr Glück und ihr Leid. Ob gute oder schlechte Nachrichten, sie machen schnell die Runde. Und meist liegt das Wohl und das Wehe der Stadt in den Händen nur weniger. Empire Falls, im amerikanischen Bundesstaat Maine gelegen, macht da sicher keine Ausnahme. Nur sollte an dieser Stelle schon einmal erwähnt werden, dass die Stadt und ihre Einwohner fiktiv und Schöpfung des amerikanischen Schriftstellers Richard Russo sind, der für sein literarisches Porträt von Empire Falls 2002 den renommierten Pulitzerpreis erhalten hat.  „Schein und Sein – Richard Russo „Diese gottverdammten Träume““ weiterlesen

„Blogbuster“ – Literaturblogger vergeben Preis

Es gibt unzählige namhafte Preise für erfolgreiche Autoren und ihre herausragenden Werke, aber noch keine öffentliche Würdigung für einen Schriftsteller, dessen Werk noch keiner kennt. Das soll und wird sich ändern. 16 Literaturblogger, die Literaturagentur Elisabeth Ruge, der Verlag Klett-Cotta, die Frankfurter Buchmesse und der bekannte ARD-Literaturkritiker Denis Scheck suchen die literarische Entdeckung und den Debüt-Roman des Jahres. Das Ganze nennt sich Blogbuster – Preis der Literaturblogger und ist die Chance für alle, die ein Manuskript in der Schublade, aber bis noch keinen Verlag gefunden haben. Der Gewinner erhält einen Agentur- und Verlagsvertrag und wird bereits im kommenden Jahr auf der Frankfurter Buchmesse seinen Roman vorstellen können.

blogbuster

Um am Wettbewerb teilzunehmen, sollten sich die Autoren bei einem der beteiligten Literaturblogs bewerben. Erst wenn der Blogger vom literarischen Potenzial des Autors überzeugt ist, wird das Manuskript der Jury vorgestellt. Neben dem Jury-Vorsitzenden Denis Scheck, entscheiden Elisabeth Ruge, Klett-Cotta Verleger Tom Kraushaar, Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse sowie der „Buchrevier“-Blogger und Initiator der Aktion, Tobias Nazemi, über den Blogbuster-Gewinner.

„Wir wollen damit zeigen, dass Blogs nicht nur Literatur gut vermitteln, sondern auch gute Literatur entdecken können“, sagt Tobias Nazemi, der für das Projekt 15 qualitativ hochwertige und reichweitenstarke Literaturblogs ausgewählt hat. Der Wettbewerb startet am 21. Oktober mit einer Auftaktveranstaltung im Orbanism-Space (Halle 4.1/D 88) auf der Frankfurter Buchmesse. Die Preisverleihung findet Anfang Mai 2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

Neben „Zeichen & Zeiten“ nehmen folgende Blogs teil: „Sätze & Schätze“, „Sounds & Books“, „Pinkfisch“, „Literaturen“, „Kaffeehaussitzer“, „54books“, „Muromez“, „LustzuLesen“, „Bücherwurmloch“, „lustauflesen“, „Zeilensprünge“, „Kulturgeschwätz“, „novelero“ und „Die Liebe zu den Büchern“.

Ich freue mich sehr, dabei sein zu dürfen und bin gespannt auf die Aktion, auf die Texte der Autoren und freue mich auf ein Wiedersehen sowie die Begegnungen und den Austausch mit den Bloggern. Dass Literaturbegeisterte aus den verschiedensten Bereichen zusammenzufinden, schätze ich daran besonders. Den Autoren würde ich einen kleinen Wunsch, Rat, Gedanken mit auf den Weg geben: Vergesst Vorbilder, seid vielmehr individuell und eigenwillig und liebt eure Charaktere – ein Buch lebt von den Menschen; und habt Mut, Euren Text an die Öffentlichkeit zu bringen. Vielleicht habt Ihr auf diese Chance nur gewartet.

Weitere Informationen unter: www.blogbuster-preis.de

 


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Schatten – Connie Palmen „Du sagst es“

„Alles, was man nicht wahrhaben will und verdrängt, jeder Konflikt, der geleugnet und nicht offen ausgesprochen wird – in einer Kultur genauso wie im Leben jedes Einzelnen -, sucht sich ein Ventil und kehrt sich schließlich in teuflischer Verkleidung gegen das Leben, gewaltsam und vernichtend.“

Die Literaturszene hat bekannte Paare zusammengeführt. Doch nicht immer ist eine Beziehung zwischen kreativen, begabten und sensiblen Menschen von Glück und einem langen gemeinsamen Leben gesegnet. Die Liebe und spätere Ehe zwischen Sylvia Plath und Ted Hughes zählt zu den tragischen Beziehungen. Die amerikanische Autorin schied am 11. Februar 1963 freiwillig aus dem Leben. Nach ihrem Freitod war Hughes Schmähungen und Anfeindungen, gleich eines heutigen Shitstorms, ausgesetzt. Connie Palmen gibt in ihrem neuen Roman „Du sagst es“ Hughes nun eine Stimme.  „Schatten – Connie Palmen „Du sagst es““ weiterlesen

Schweigen – Sylvie Schenk „Schnell, dein Leben“

„Eltern stecken in ihren Kindern und können sie schwer und traurig machen.“

Um das Leben literarisch zu erfassen, braucht es keine großen Worte, keine bekannten Personen als Protagonisten. „Stoner“ von John Williams, Robert Seethalers „Ein ganzes Leben“ – zwei Romane, die daran erinnern, dass große Literatur vor allem die Geschichte der kleinen, nicht berühmten Leute in ihrem Alltag im Lauf der Zeit erzählt. Dieser Reihe kann ein neuer Roman hinzugefügt werden: „Schnell, dein Leben“ von Sylvie Schenk. Dabei wird den wenigsten wohl der Name der deutsch-französischen Schriftstellerin bekannt sein, die in der Vergangenheit vor allem Lyrik und einige wenige Romane (Picus Verlag Wien) veröffentlicht hat. Doch mit ihrem neuen Werk gilt es, sie zu entdecken. Denn es ist ein großartiges Buch. „Schweigen – Sylvie Schenk „Schnell, dein Leben““ weiterlesen

„Fünf.Zwei.Vier.Neun“ – Zeitschrift zur Literatur der Weimarer Republik geplant

Hans Fallada „Kleiner Mann – was nun?“, Jakob Wassermann „Faber oder Die verlorenen Jahre“, Georg Fink „Mich hungert“, Ernst Haffner „Blutsbrüder“. Die Literatur der Weimarer Republik, der 20er und 30er Jahre in Deutschland, wird zunehmend wiederentdeckt – von Verlagen und Lesern. Der Bonner Verleger und Buchhändler Jörg Mielczarek plant, mit „Fünf.Zwei.Vier.Neun“ eine Zeitschrift zur Literatur jener Zeit herauszugeben.

jmragal-360x640Wie ist die Idee für diese Zeitschrift entstanden?

Jörg Mielczarek: Bereits seit Jahren beschäftige ich mich mit der Literatur der Weimarer Republik, 2011 ist mein Buch „Von Untertanen, Zauberbergen, Menschen ohne Eigenschaften“ erschienen, das auf 50 Autoren der damaligen Zeit und ihre Werke eingeht. Seit zwei Jahren betreibe ich eine Facebook-Seite zum Thema, die immer mehr Fans gewinnt. 2014 habe ich begonnen, Tageszeitungen und Zeitschriften der Weimarer Republik systematisch nach literarischen Texten sowie Rezensionen zu durchsuchen. Die gefundenen Dokumente wurden ausgedruckt, in Ordnern gesammelt sowie in einer Datenbank erfasst. Auf diese Art und Weise habe ich bereits über 20.000 Dokumente zusammengetragen.

Vor knapp einem Jahr stellte ich mir dann die Frage: Was machst du damit? Ich habe zunächst einzelne Buchprojekte erstellt und sie ausgewählten Verlagen angeboten. Auch wenn die Antworten sehr nett ausfielen, so waren es doch Absagen. Tenor: das „universitäre Umfeld“ fehle. Klar, ich habe keine akademische Ausbildung, nie studiert, sondern bin „nur“ gelernter Buchhändler. Die Absagen konnte ich akzeptieren,  aber sie haben mich auch angestachelt. Literatur und der Austausch darüber ist für mich nicht nur einem bestimmten elitären Kreis vorbehalten. So stand ich wieder an meiner Ausgangsfrage. Die Lösung, eine monatlich erscheinende Zeitschrift herauszugeben, die jeweils ein Schwerpunktthema hat, gefiel mir am besten. Bei der Nullnummer wird dieses Schwerpunktthema die Weltwirtschaftskrise sein, aus diesem Grund ist Hans Falladas Roman „Kleiner Mann, was nun?“ die Titelgeschichte dieser Ausgabe. Die Nullnummer ist bereits fertig gestellt, weitere Ausgaben bereits sehr weit fortgeschritten, wie beispielsweise Irmgard Keuns „Gilgi, eine von uns“, die sich mit der Stellung der Frau in der Weimarer Republik auseinandersetzt oder Erich Remarques „Im Westen nichts Neues“ über die (literarische) Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg. Mit dem originalgetreuen Abdruck von Zeitungsartikeln können diese Werke in einen historischen Kontext gebracht werden. Wenn ich mir die Nullnummer betrachte – gesetzt ist sie, sie muss nur noch in Druck gegeben werden –, so bin ich stolz auf das Ergebnis. Das kann sich sehen lassen.

Warum nutzt Du eine Crowd-Funding-Plattform?

Mielczarek: Crowdfunding ist eine hervorragende Möglichkeit, das Projekt auf Marktfähigkeit zu testen. Verläuft die Aktion erfolgreich, so sehe ich gute Chancen, die Zeitschrift auch langfristig zu etablieren. Schließlich muss „Fünf.Zwei.Vier.Neun.“ wirtschaftlich Sinn machen und schließlich sind nicht unerhebliche Kosten mit dem Projekt verbunden. Führt die Aktion nicht zum Erfolg, so muss ich das akzeptieren. Ich habe es dann aber auf jeden Fall versucht.

coverfallada-489x640Wann soll das Vorhaben starten und was ist konkret geplant?

Mielczarek: „Fünf.Zwei.Vier.Neun“ wird voraussichtlich am 26. September in die Finanzierungsphase gehen. Auf www.startnext.com/literaturweimar kann man dann bis zum 6. November das Projekt unterstützen. Mir ist es wichtig, dass jeder Unterstützer auch einen direkten Gegenwert für sein Geld erhält: Abhängig vom Förderbetrag reicht die Palette von einem Exemplar der Nullnummer bis hin zum Paket aus zwölf Ausgaben plus zwölf Begleitbüchern. Erscheinungstermin der Nullnummer ist der 9. November, ab Januar soll „Fünf.Zwei.Vier.Neun“ monatlich, jeweils zum 9., erscheinen.

Welche besonderen Lese-Erfahrungen verbindest Du mit der Literatur der Weimarer Republik?

Mielczarek: Mit Büchern fühlte ich mich schon immer verbunden. Sie waren meine Türen in Welten, die ich nicht kannte und auf diese Art und Weise kennenlernen durfte. Vor allem Bücher aus der Zeit der Weimarer Republik haben mich bereits in der Jugend fasziniert, denn erstmals trat die deutsche Literatur in einer ungeheuren Vielfalt hervor, große gesellschaftliche Veränderungen wurden literarisch verarbeitet. Und da die Vielfalt seinerzeit so groß war, so habe ich auch viele besondere Lese-Erfahrungen mit diesen Werken gemacht. Einige dieser Bücher sind mir ständige Begleiter, ja Freunde geworden; so habe ich meiner Freundin bei der Geburt unseres Sohnes im Kreißsaal aus Thomas Manns „Zauberberg“ vorgelesen (hätte sich die Geburt weiter verzögert, so hätte sie wohl das komplette Buch kennengelernt). Menschen, denen ich begegne und die ich auf Anhieb mag, halten spätestens beim dritten Treffen Leonhard Franks „Karl und Anna“ in den Händen. Es sind Begleiter, Freunde, aber auch Ratgeber in gewissen Lebenssituationen. Das näher auszuführen, ist mir aber zu persönlich. Auf jeden Fall haben viele Werke mein Weltbild, meine innere Landkarte gestalten geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Gibt es vergessene Autoren, die Du besonders empfehlen kannst und die entdeckt werden sollten?

Mielczarek: Es gibt sehr, sehr viele Autoren, die entdeckt oder wiederentdeckt werden sollten. Nennen möchte ich Lessie Sachs, eine jüdische Schriftstellerin, die 1939 mit ihrem Mann in die Vereinigten Staaten emigrierte. Dort verstarb sie 1942. Zwei Jahre später veröffentlichte ihr Mann den Gedichtband „Tag und Nacht“, den man – dank eines Online-Projektes – problemlos im Internet findet. Ich bin in zahlreichen Zeitungen, vor allem in der „Vossischen Zeitung“, auf ihre Erzählungen gestoßen. Frisch, unbekümmert, von der Leber weg geschrieben, wie von einer Berliner Göre verfasst, so mein Eindruck, und doch mit einer ungeheuren Tiefe. Großartig. Oder die Novellen und Erzählungen von Mala Laaser, die ich in den Verbandsblättern des „Central Vereins für deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens“ fand. Das sind nicht nur spannende, packende, dichterische Werke, sie haben mir auch sehr viel Wissen über die jüdische Religion und Kultur vermittelt.

Genau aus diesem Grund ist „Fünf.Zwei.Vier.Neun.“ auch kein reines Zeitschriften-Projekt. Zu jeder Ausgabe erscheint ein Taschenbuch mit weiteren Texten zum Schwerpunktthema des Monats. Der Fokus liegt dabei auf Erzählungen und Werken von Autoren, die heute leider kaum jemand mehr kennt. Eine echte Fundgrube für Literaturliebhaber, meine ich. Da gibt es viel Neues zu entdecken!

Woher erhältst Du Deine Lese-Empfehlungen?

Mielczarek: (schmunzelt) Aus den üblichen Quellen; wenn man möchte, wird man täglich davon überrollt. So folge ich ausgewählten Literaturblogs, bin einigen Facebook-Gruppen beigetreten, drehe das Radio lauter, wenn Bücher besprochen werden, verpasse nur ganz selten entsprechende Sendungen im Fernsehen, und wenn mich eine Buchbesprechung interessiert, so kaufe ich mir auch mal eine Tages-, Wochen- oder Sonntagszeitung. Nicht zu vergessen – das Stöbern in Buchhandlungen. Da verlasse ich mich ganz auf meine eigene Nase. Meine Lieblingsempfehlungen ziehe ich aus den Originalquellen der damaligen Zeit. So habe ich beispielsweise die Autorin Agnes Smedley kennengelernt. So schrieb schrieb die dänische Schriftstellerin Karin Michaelis im Februar 1930 über Smedleys Autobiographie im „Berliner Tageblatt: „Wenn ich etwas zu sagen hätte, so müßte Agnes Smedley für dieses Buch den Nobelpreis bekommen. Noch nie hat ihn eine Frau mit einem einzigen Werk mehr verdient als sie. Ich getraue mich zu behaupten, daß Smedleys Lebensroman sowohl in der gegenwärtigen wie in der vergangenen Frauenliteratur einzig dasteht.“ Mein Lieblingsratgeber ist Kurt Tucholsky. Was habe ich für wunderbare Autoren und Werke aufgrund seiner Empfehlungen in der „Weltbühne“ entdeckt! „Es ist immer wieder bewun­dernswert, wie diese Frau gese­hen, gelebt, studiert und ge­schaffen hat. Es ist ein Wunder. Wenn das ein Mann geschrie­ben hätte, müßte man ihn krö­nen – um wieviel mehr eine Frau!“ Aufgrund dieser Aussage habe ich mir über ein Antiquariat Larissa Reissners Buch „Oktober“ gekauft. Ganz, ganz große Klasse!

Einige der Autoren der Weimarer Republik haben oft besondere Schicksale erlebt. Welches berührt Dich besonders?

Mielczarek: Joseph Roth, Ernst Toller, Stefan Zweig und viele andere. Die Liste ist leider viel zu lang. Berührt hat mich vor allem eine Rede von Erich Kästner, in der er am 10. Mai 1958 – zum 25. Jahrestag der Bücherverbrennung – beschreibt, wie er als Augenzeuge ansehen musste, eingekeilt von Studenten in SA-Uniformen, wie seine Bücher in die Flammen geworfen wurden.

Was können uns die Werke dieser Zeit heute noch sagen?

Mielczarek: Als ich vor wenigen Wochen in den Ausdrucken von Joseph Roths „Spinnennetz“ blätterte (der Roman wurde 1923 vorab in der Wiener „Arbeiterzeitung“ abgedruckt – im Übrigen endete der Abdruck drei Tage, bevor Hitler und Ludendorff in München ihren Putschversuch unternahmen), flimmerte die erste Hochrechnung der Mecklenburg-Vorpommerschen Landtagswahl über den Bildschirm. Da wird einem schon schmerzlich bewusst, wie aktuell die Werke der damaligen Zeit noch sind und sein können. Oder nehmen wir die Resolution des Bundestags, der im Juni dieses Jahres die Verbrechen der Türkei an den Armeniern zum Völkermord erklärte; kurze Zeit später stuft die Regierung diese Resolution als für sich nicht rechtlich bindend ein. Da möchte man jedem Kabinettsmitglied umgehend Franz Werfels „Die 40 Tage des Musa Dagh“ schenken. Angst vor Veränderungen, Umgang mit Minderheiten, Rassismus, um nur einige Dinge zu nennen, gab es früher und gibt es auch noch heute. Werke der Weimarer Zeit können helfen, uns mit ihnen auseinanderzusetzen.

Zuflucht und Zuhause – Bettina Baltschev „Hölle und Paradies“

„Es klingt fast, als lasse man sich auch im Exil die gute Laune nicht verderben, doch wie viel davon ist Fassade?“ 

Die Reihe der Romane im Anhang des Buches erinnert an eine Lektüre-Liste aus dem Germanistik-Studium, vielleicht aus einem Seminar zur deutschen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Große Namen werden aufgezählt: Joseph Roth, Klaus Mann, Irmgard Keun, Lion Feuchtwanger, Jakob Wassermann, Arnold Zweig, Alfred Döblin. Sie alle haben nach Hitlers Machtergreifung im Jahr 1933 Deutschland verlassen. Überall auf der Welt verstreut, haben ihre Bücher indes ein gemeinsames Zuhause gefunden: den in Amsterdam ansässigen Querido Verlag, dessen Geschichte und Verdienste Bettina Baltschev in ihrem Band „Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur“ erzählt. „Zuflucht und Zuhause – Bettina Baltschev „Hölle und Paradies““ weiterlesen