Lebenswege – Elena Ferrante „Die Geschichte eines neuen Namens“

„(…) und es gibt kein Zurück, das Leben führt uns, wohin es will.“ 

Vier Bände, ein Welterfolg, eine lebenslange Freundschaft und die Offenlegung des Pseudonyms der Autorin: Viel ist bereits über das #FerranteFever geschrieben worden, die Begeisterung für die Neapolitanische Saga über die ungleichen Mädchen und späteren Frauen Lila und Elena. Wie es meistens bei literarischen Phänomen und Spitzentiteln ist, die von den Verlagen umfangreich beworben werden – es scheiden sich die Geister daran. Die einen loben, die anderen verschmähen das Buch. Nach dem ersten Band „Meine geniale Freundin“ habe ich den zweiten Band mit dem Titel „Die Geschichte eines Namens“ gelesen. Und ich kann bereits an dieser Stelle sagen: Das Fieber hält an. Vor allem aus einem besonderen Grund heraus.  „Lebenswege – Elena Ferrante „Die Geschichte eines neuen Namens““ weiterlesen →

Arthur Conan Doyle „Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“

„Es liegt ein Zauber auf diesen Regionen des Polarkreises, der jeden, der in sie vordringt, berühren muss.“ 

Die arktischen und antarktischen Regionen der Welt bilden in zweierlei Hinsicht weißes Land: Eis und Schnee sind die sichtbaren Zeichen einer kalten Welt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein fanden sich in der Gegend rund um die Pole die wohl noch meisten „weißen Flecke“ und unbekannten Landstriche des Erdballs. Deren Erforschung und Eroberung verbinden wohl viele mit bekannten Entdeckern wie Roald Amundsen, Fridtjof Nansen und Robert Edwin Peary. Doch auch ein englischer Schriftsteller hat sich auf einem Walfang-Schiff in den hohen Norden gewagt: Der Schöpfer des bekanntesten Detektiven-Duos Sherlock Holmes und Dr. Watson, Arthur Conan Doyle, hat seine Reise im Jahr 1880 in einem Tagebuch festgehalten, das in einer eindrucksvollen Ausgabe nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. „Arthur Conan Doyle „Heute dreimal ins Polarmeer gefallen““ weiterlesen →

Geheimnisse – Lukas Hartmann „Auf beiden Seiten“

„Alles bleibt Fragment, erschwindelt, ein Seiltanz von Bild zu Bild.“

Als die DDR 1989/1990 mit dem Mauerfall und der friedlichen politischen Wende ihrem Ende zuging, konnte wohl noch keiner erahnen, welches Ausmaß und welche Bedeutung das Ministerium für Staatssicherheit, im Volksmund Stasi genannt, besaß. Womöglich wussten dies nur jene, die direkt oder indirekt mit der „Krake“ zu tun hatten. Doch nicht nur die DDR verfügte über eine spezielle Struktur zum Schutze des Staates. In der Schweiz gab es seit dem Ende der 70er Jahre mit der P 26 eine, nur wenigen Menschen bekannte Organisation, die, aus der Schweizer Armee heraus entstanden, andere beschattete und wenn nötig politisch wie militärisch aktiv werden konnte. Von ihr erzählt der 2015 erschienene Roman „Auf beiden Seiten“ des Schweizers Lukas Hartmann.  „Geheimnisse – Lukas Hartmann „Auf beiden Seiten““ weiterlesen →

Mein Blogbuster-Kandidat: Helmut Pöll „Die Krimfahrt“

Im Gegensatz zu den Kreuzfahrt-Giganten, die als Kleinstädte über die großen Meere schippern, oder die Billig-Flieger, die in Richtung All-Inclusive-Paradies abheben, wirken Reisen mit der Eisenbahn wie aus der Zeit gefallen. Wer diese Form der Fortbewegung wählt, muss mit einer Strecke vorlieb nehmen, die durch die Schiene vorgeschrieben ist, und lebt aufgrund der überschaubaren Anzahl an Waggons auf engstem Raum. Was nicht unbedingt für die Harmonie beförderlich sein kann. Helmut Pöll schickt in seinem Roman „Die Krimfahrt“ seine Protagonisten, das Ehepaar Seidlitz, auf eine Reise mit der Bahn in Richtung Osten. Das Ziel: die Halbinsel im Schwarzen Meer, die dem Buch auch den Namen gibt. Der Roman ist mein Blogbuster-Longlist-Kandidat. „Mein Blogbuster-Kandidat: Helmut Pöll „Die Krimfahrt““ weiterlesen →

Treff mit Troll – Øyvind Torseter „Der siebente Bruder“

„Zeit für den Schlafanzug. Bis du nicht auch müde, mein lieber Troll?“

Als Benjamin der Familie hat man es wahrlich nicht leicht. Sind die Geschwister einmal erwachsen, verstreuen sie sich in Windeseile schwuppdiwupp in alle Himmelsrichtungen: nach Norden, Nordwesten, Nordosten, Süden, Südwesten, Südosten. Der Jüngste bleibt zurück. Beim Vater, der seine sechs Söhne nur schwer ziehen lässt. So ergeht es auch Hans, dem Helden in der Geschichte des Norwegers Øyvind Torseter. Was dieser Band von anderen  Märchenbüchern unterscheidet: Torseter hat nicht nur Farbe und Pinsel in die Hand genommen, um sein Werk recht eigenwillig zu illustrieren, er erzählt die Geschichte als Graphic Novel auf eine herzerfrischende Weise.  „Treff mit Troll – Øyvind Torseter „Der siebente Bruder““ weiterlesen →

Von Liebe & Verrat – Katja Kettu „Feuerherz“

„Das Leben war ein Spiel. Ein Zufall, ein Würfelwurf, das Ziehen von Steinen auf dem Spielbrett.“

Das Land ist unermeßlich, spannt sich über zwei Kontinente.  Russland vereint in seiner schieren Weite Kontraste wie wohl kein anderes Land der Welt. In ihrem neuen Roman „Feuerherz“ macht die finnische Autorin Katja Kettu das Riesenreich zum Schauplatz ihrer Geschichte. Im Mittelpunkt steht ein bekanntes und zugleich trauriges Thema: der Gulag, das riesige Netz aus Arbeitslagern, das sich über das gesamte Land ausgedehnt hat. Besonders interessant an dem Werk:  Kettu lässt mit ihrer Heldin Irga eine Frau aus Finnland über die entsetzlichen und unmenschlichen Zustände berichten.     „Von Liebe & Verrat – Katja Kettu „Feuerherz““ weiterlesen →