Dervla McTiernan – „Todesstrom“

„Es sind nicht die Toten, vor denen man Angst haben muss.“

Cormac Reilly ist noch ein Greenhorn, als er als junger Polizist kurz nach seiner Ausbildung an der Akademie zu einem Einsatz gerufen wird. In einem völlig verwahrlosten Haus entdeckt der Detective eine tote, an einer Überdosis verstorbenen Frau – und ihre beiden Kinder Maude und Jack. Der Junge ist verletzt und wird von Cormac mit seiner Schwester in ein Krankenhaus gebracht, aus dem das Mädchen jedoch spurlos verschwindet. Gut 20 Jahre später wird Reilly erneut mit dem einstigen, düsteren Fall konfrontiert. Denn Jack, nunmehr ein erwachsener Mann, wird tot im Fluss gefunden.  „Dervla McTiernan – „Todesstrom““ weiterlesen →

Tim Flannery – „Europa“

„Ernst Haeckels Name für unsere Neandertaler-Vorfahren, Homo stupidus, mag immer noch einige Gültigkeit besitzen – und zwar für uns.“

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich an einen Film, der mich damals begeistert hat und noch immer fasziniert. „Reise in die Urzeit“ erzählt die Geschichte von vier Jungen, die sich nach dem Fund eines versteinerten Trilobiten mit einem Boot auf eine Reise in die Vergangenheit begeben. In jeder Epoche entdecken sie die darin typischen Pflanzen und Tiere. Für seinen Streifen erhielt der tschechische Regisseur Karel Zeman (1910 – 1989) bei den Filmfestspielen in Venedig 1955 den Preis für den besten Kinderfilm. Eine Art Zeitmaschine in die prähistorische Ära hält auch der australische Zoologe und Biologe Tim Flannery mit seinem herausragenden Band „Europa. Die ersten 100 Millionen Jahre“ bereit.

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Reinhard Stöckel – „Kupfersonne“

„Du findest, was du suchst.“

Enzthal ist eingeschlossen. Ein nahezu undurchdringlicher Nebel umhüllt das Dorf, im Osten Deutschlands, genauer gesagt im Mansfelder Land, gelegen. Unweigerlich fällt einem das derzeit oft genutzte Wort „Lockdown“ ein. Wenngleich der Nebel noch weitere Folgen mit sich bringt: Kein Radio funktioniert, die Kinder kommen nicht mehr mit dem Bus in die Schule, dem Gasthof geht langsam das Bier aus. Nicht einmal Walter Ulbricht, der zu dieser Zeit als Vorsitzender des Staatsrates der DDR die Macht in den Händen hält, kann daran etwas ändern. Die Bewohner nehmen ihr Schicksal auf ganz eigene Weise in die Hände. Dieser Ort nahe des Kyffhäusers ist Ausgangspunkt von großer Geschichte und individuellen Lebensgeschichten, die im neuen Roman von Reinhard Stöckel vom bewegenden wie dunklen Kapiteln des 20. Jahrhunderts erzählen und dabei auch nach Spanien führen.

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Stig Sæterbakken – „Durch die Nacht“

„Menschen, die am Rand eines Abgrunds stehen, kennen sich nicht.“

Es liegen nur wenige Monate zwischen der Veröffentlichung seines Romans „Gjennom natten“ und seiner letzten Entscheidung. Am 24. Januar 2012 nahm sich der norwegische Schriftsteller Stig Sæterbakken das Leben. Er zählte in seinem Heimatland zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart, Karl Ove Knausgård schätzte ihn. Sein literarisches Schaffen weist eine große Bandbreite auf, es reicht von Romanen über Lyrik bis zu Essays und Erzählungen. Zudem übersetzte er erfolgreich aus dem Englischen. Mit acht Jahren Zeitunterschied erschien mit „Durch die Nacht“ nun Sæterbakkens letztes Werk in deutscher Übersetung. Ein erschütternder und beklemmender Roman, der lange nachhallt.

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Ann Petry – „The Street“

„Was würde die Straße aus ihr machen?“

Diese Stadt gilt als Inbegriff des amerikanischen Traums. In New York prallen die harschen Gegensätze wie in vielen anderen Metropolen, die zudem den Hauch eines Molochs verströmen, aufeinander, aber womöglich weitaus drastischer. Da ist das Finanzkapital in Form der Wall Street, dort sind die heruntergekommenen Armenviertel, wo der Aufstieg meist nur Fantasie bleibt, Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Mit „The Street“ hat die afroamerikanische Autorin Ann Petry (1908 – 1997) einen Roman geschrieben, der die verzweifelten Bemühungen einer jungen ehrgeizigen Frau schildert, die für ein besseres Leben für sich und ihren kleinen Sohn kämpft. Das Besondere: Dieses Buch ist bereits 1946 erschienen und es war das bis dato erfolgreichste Buch einer Afroamerikanerin. Es kann und sollte nun wiederentdeckt werden dank der deutschen Übersetzung.

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Steven Price – „Die Frau in der Themse“

„Geister kann man nicht einfangen.“

Was sie sich wohl erzählt hätten, wenn sie sich damals in London begegnet wären? Der berühmte Detektiv Sherlock Holmes und sein Kollege William Pinkerton. Hätten sie sich über das schlechte Wetter, die neblige und stets im Dunst liegende Stadt oder über die modernen Möglichkeiten, Kriminelle dingfest zu machen, unterhalten? Leider fand diese Begegnung niemals statt. Bekanntlich ist und bleibt Holmes eine Kunstfigur und Schöpfung des legendären Autors Arthur Conan Doyle. Doch Pinkerton hat es wirklich gegeben. Er ist einer der beiden Hauptfiguren im Roman „Die Frau in der Themse“ des Kanadiers Steve Price – ein spannender vielschichtiger Schmöker at its best!

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