Tommi Kinnunen – „Das Licht in deinen Augen“

„Jeder Mensch muss entscheiden, ob er sich vor der Welt fürchten will oder nicht.“ 

Von einem Dorf im Norden Finnlands hat das Leben sie in die Stadt geführt. Schon in der Jugend verlassen Helena und ihr Neffe Tuomas ihren Heimatort. Sie wird bereits als Kind von ihren Eltern auf die Blindenschule geschickt, er entflieht der Familie als Student. Lange hat Tuomas seine Homosexualität verheimlicht. Beide gehen ihre Lebenswege – nicht ohne Schicksalsschläge zu erfahren. Beide sind mit ihrer Familie verbunden – mehr oder minder. Nach „Wege, die sich kreuzen“ hat der Finne Tommi Kinnunen einen zweiten, ebenfalls beeindruckenden Band über die Familie Löytövaara geschrieben – erneut mit Geschichten und Personen aus der eigenen Familie als Grundlage.

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Blogbuster: 11 Fragen an Franziska Gänsler

Vor einigen Wochen stellte ich hier auf meinem Blog meine Entscheidung vor, wen ich in puncto Blogbuster in die nächste Runde schicke. Zwei Manuskripte, die ich sehr gern gelesen habe, hatten es mir nicht leicht gemacht, eine alles entscheidende Auswahl zu treffen: Sören Heim mit „Lenz“ sowie Franziska Gänsler mit „Kahn“.  Ihr –  meiner Kandidatin im Wettbewerb um den Preis der Literaturblogger – stellte ich nun für ein Interview einige Fragen. „Blogbuster: 11 Fragen an Franziska Gänsler“ weiterlesen →

Simon Stålenhag – „The Electric State“

„Wann hat es eigentlich begonnen?“  

Die Zeiten sind derzeit schwer und unsicher. Dabei mutet es nahezu ein wenig befremdlich an, dass gerade in Hard-Times wie diesen die Literatur über Krisen, wie Kriege und Katastrophen jeglicher Art, wieder mehr in der Öffentlichkeit steht. Ja, es werden sogar ganze Listen mit Titeln empfohlen. Dabei lohnt sich der Blick in diese düstere Literatur sehr wohl, weil sie uns zeigt, wie sich die Menschen in schweren Zeiten verhalten (können) und worin die Ursachen für den plötzlichen oder allmählichen Niedergang liegen. Schon seit einigen Jahren beschäftigen mich dystopische Bücher. Nun habe ich zu einem wohl einzigartigen gegriffen: zu Simon Stålenhags illustrierten Roman „The Electric State“.

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Katya Apekina – „Je tiefer das Wasser“

„Warum uns wieder da hineinziehen? Wir waren Kinder.“ 

Was will uns dieses Cover sagen? Mir erschien es etwas rätselhaft und mysteriös. Dieses Weiß unter den blauen Lettern des Titels, diese Augen. Doch wer das Debüt der russisch-amerikanischen Schriftstellerin Katyna Apekina bis zum Ende liest, wird den Sinn erkennen und erneut erschauern. Ihr großartiger, indes auch teils verstörender Roman erzählt von einer außergewöhnlichen Familie – die außergewöhnliche Beziehungen und Emotionen pflegen, die schließlich zu tragischen Ereignissen führen. „Katya Apekina – „Je tiefer das Wasser““ weiterlesen →

Jan Costin Wagner – „Sommer bei Nacht“

„Wie lange braucht der böse Mann, um das Böse zu tun.“

Es sind oftmals nur wenige Momente, um ein Leben und das weiterer Menschen von Grund auf zu verändern. Es sind nur wenige Sekunden, als der kleine Jannis während eines Flohmarktes einer Wiesbadener Grundschule verschwindet. Sekunden, in denen Mutter und Schwester nicht auf das Kind achten. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Doch Christian Sandner und Ben Neven müssen schnell erkennen, dass die Suche nach dem Jungen mehr als schwierig ist. Jan Costin Wagners neuer Roman ist ein bedrückendes dunkles Meisterwerk über tragische Verluste.

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Im Kokon – Gedanken zur Zeit

Es ist eine besondere, eine besonders schwere Zeit. Das kulturelle und soziale Leben steht still, eingefroren für den Tag X. Keine Treffen, keine Lesungen, keine Konzerte. Veranstaltungen werden abgesagt. Keiner weiß, wann dieses System wieder allmählich hochgefahren werden kann. Gerade diese Ungewissheit bereitet vielen von uns extreme Sorgen. Die Existenzangst von Buchhändlern, Verlagen, Künstlern aller Couleur geht um – trotz der Versprechungen aus der Politik.  Es beginnt die Zeit für Hilfe, die auch im Kleinen liegen kann. Wir müssen lernen von anderen und lernen, neue Wege zu gehen. In Erfahrungen anderer und auch in spontanen Ideen, mit denen jeder Einzelne seine ganz besondere Premiere feiert, liegt viel Potenzial. „Im Kokon – Gedanken zur Zeit“ weiterlesen →