Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne“

„Manchmal gibt es einfach keinen Ausweg, und dann geschieht ein Wunder.“ 

Weihnachten steht vor der Tür. Wie jedes Jahr. Für den Weihnachtsbaum-Verkauf im Osloer Stadtteil Tøyen wird ein pflichtbewusster und verantwortungsvoller Mitarbeiter gesucht. Für den Vater von Ronja und Melissa die Chance, nach seinen zahlreichen Abstürzen wieder auf die Beine zu kommen, seinen Kindern ein gesichertes Leben zu bieten. Doch dann wird wieder alles so wie befürchtet. Nur diesmal helfen sich die beiden Schwestern selbst und übernehmen Verantwortung – mit der Unterstützung anderer. Mit ihrem Roman „Andere Sterne“ hat die norwegische Autorin Ingvild H. Rishøy eine besondere Weihnachtsgeschichte geschrieben, die sowohl den Zauber des Festes einfängt, als auch traurige Einblicke in eine mit Sorgen behaftete Familie gibt.  „Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne““ weiterlesen

Willy Vlautin – „Nacht wird es immer“

„Und ich werde alles geben und drauf achten, dass mich die Dunkelheit nicht überfällt.“ 

Sie schuftet für zwei, pendelt tagtäglich zwischen Bäckerei, College und Bar, um sich ihren Traum zu erfüllen. Die 30-jährige Lynette will das Haus kaufen, in dem sie mit ihrem Bruder Kenny aufgewachsen ist und darin ein Zuhause für die Zukunft schaffen, obwohl es alles andere als ein Prachtschloss ist, sondern eher einer Bruchbude gleicht. Sie versucht, das nötige Geld Cent für Cent zusammenzukratzen. Und das über Jahre. Doch ihre Mutter Doreen hat ganz andere Pläne. Doch das wird ihrer Tochter erst später bewusst. Mit „Nacht wird es immer“ hat der US-Amerikaner Willy Vlautin einen großartigen Roman geschrieben, der sowohl einen Grundkonflikt in einer bereits zerrütteten Familie schildert, als auch die Abgründe der US-amerikanischen Gesellschaft aufzeigt, in der unzählige Träume wie billiges Geschirr zerschlagen werden. 

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Katherine May – „Überwintern“

„Winter ist ein ruhiges Haus mit Lampenlicht (…).“

Jetzt eine Haselmaus sein. Sich zusammenkugeln, schlafen, die Welt, Winter und Kälte hinter sich lassen, um neue Kraft zu schöpfen. Die Natur zeigt uns unsere Grenzen auf, ihre Geschöpfe haben im Laufe der Zeit jedoch bemerkenswerte Strategien entwickelt – um zu überleben, um zu überwintern. Selbst bei Schnee und Eis, bei bitterster Kälte. Die Engländerin Katherine May schreibt in ihrem Buch „Überwintern“, wie wichtig es ist, sich einer Winterruhe hinzugeben, eine Pause einzulegen. Auslöser waren mehrere persönliche Schicksalsschläge, die sie auch zwangen, ihren Lebensstil zu überdenken und zu verändern.

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Alex Schulman – „Verbrenn all meine Briefe“

„Hinter der einen Trauer verbirgt sich immer eine andere, es ist endlos.“ 

Sommer 1932: Karin lernt Olof kennen – und lieben, obwohl sie bereits mit Sven verheiratet ist, sie – die Übersetzerin und der Autor – gemeinsam ein schillerndes Paar inmitten der schwedischen Literaturszene abgeben. Nur für kurze Zeit leben Karin und Olof ihre tiefen Gefühle füreinander aus. Der Bruch ist brachial und hat immense Folgen. In die Familie, die Karin und Sven gründen, zieht die Wut ein. Eine Wut, die auch ihr Enkel, der Schriftsteller Alex Schulman, in sich spürt. Bereits vor seinem großen Erfolg „Die Überlebenden“ verarbeitet der Schwede in seinem Band „Verbrenn all meine Briefe“ Ereignisse aus der Geschichte seiner Familie. Und schon da auf berührende, spannende und vielschichtige Weise.

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Joachim B. Schmidt – „In Küstennähe“

„Die Leute wissen einen Dreck.“

Ein Altersheim kann ja so ein wunderbares Versteck für einen Kleinkriminellen sein. Lárus ist die rechte Hand des Hausmeisters, seine illegalen Geschäfte betreibt er unauffällig. Er mäht zwar den Rasen, repariert dies und das, doch nebenbei scheffelt Lárus als umtriebiger Drogendealer kräftig Kohle. Das Altersheim Isafjörður ist das perfekte Alibi. Doch eine kaputte Heizung in Zimmer 37-A wird eines Tages sein Leben verändern. Er lernt Grimur, einen alten Fischer, kennen, der den furchteinflößenden Beinamen „Der Schlächter“ trägt. Er wird sein Freund – und unfreiwillig auch sein Mentor. In seinem Debüt „In Küstennähe“ beweist Joachim B. Schmidt seine Vorliebe für kauzige Figuren und ein Herz für ihre teils auch tragischen Lebensgeschichten.

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Thomas Halliday – „Urwelten“

„(…) doch aus der Perspektive der Tiefenzeit erweist sich Dauer als Illusion.“

Die Urzeit – Welten so fremd wie faszinierend. Als Kind war ich wie wohl jedes Kind beeindruckt von Dinosauriern, ob klein oder groß. Noch immer geistert in meiner Erinnerung ein tschechischer Film herum, den ich einst im Kino im gepflegten Schwarz-Weiß gesehen hatte: „Die Reise in die Urzeit“. Vier Jungen machen sich auf eine Zeitreise zurück in die Erdgeschichte – per Boot, eine Höhle als Ausgangspunkt. Mit seinem Buch „Urwelten“ lädt der schottische Paläontologe und Evolutionsbiologe Thomas Halliday zu einer nicht minder spannenden wie lehrreichen Tour ein und erweckt die Begeisterung für vergangene Welten aufs Neue, wobei er zugleich das Gestern mit dem Heute verbindet und auf den zerstörerischen Einfluss des Menschen aufmerksam macht.

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