Auður Ava Ólafsdóttir – „Hotel Silence“

„Die Stille rettet die Welt.“

Seine Frau Gudrun hat ihn verlassen, die gemeinsame Tochter geht eigene Wege, seine Mutter leidet unter Demenz. Jonas Ebeneser hat seinen Lebensmut verloren. Er will seinem Leben ein Ende setzen. Doch nicht zu Hause, in der vertrauten Umgebung, sondern irgendwo in der Fremde. Still und leise verreist er an einen Ort, wo die meisten Menschen ganz andere Sorgen haben. Denn hier herrscht Krieg. Die isländische Schriftstellerin Auður Ava Ólafsdóttir legt mit ihrem Roman „Hotel Silence“ ein stilles melancholisches Werk vor, das allerdings auch Funken von Hoffnung in sich trägt. „Auður Ava Ólafsdóttir – „Hotel Silence““ weiterlesen

Lidia Ravera – „Sprich mit mir“

„Wer schreibt, um zu vergessen, erreicht nur, dass er sich erinnert.“

Sie lebt zurückgezogen. Wie eine Einsiedlerin. Ihre Wohnung am Stadtrand von Rom unweit des Tibers ist ihr Rückzugsraum. Sie liest Bücher, hört Musik, ihre Spaziergänge führen sie in die nähere Umgebung. Giovanna ist sich selbst genug, den Kontakt zu anderen Menschen meidet sie. Doch eines Tages zieht eine vierköpfige Familie in die lange Zeit leerstehende Nachbarwohnung ein. Die eher schweigsame wie scheue 66-Jährige kann da noch nicht ahnen, dass ihr Leben auf den Kopf gestellt und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Die italienische Schriftstellerin Lidia Ravera hat mit „Sprich mit mir“ ein faszinierendes Porträt einer besonderen Frau geschrieben und verbindet ein spezielles Kapitel der Geschichte ihres Landes mit der Gegenwart. „Lidia Ravera – „Sprich mit mir““ weiterlesen

Dirk Gieselmann – „Der Inselmann“

„Wo hört die Suche auf, wo beginnt die Heimkehr?“

Sie warten und warten. Fast glauben sie, das Ufer am See ist das Ende ihres Wegs, ihrer Flucht. Sie wollen auf den See, auf die Insel. Hans und seine Eltern, die der Stadt und dem Haus den Rücken gekehrt haben, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Dann kommt er doch: der Fährmann mit dem Kahn, der die Familie Roleder mit ihrem Hab und Gut auf die Insel hinübersetzt. Für Hans wird das Eiland nur für kurze Zeit eine Idylle sein. In seinem Debütroman „Der Inselmann“ erzählt Dirk Gieselmann dessen traurige Geschichte.  „Dirk Gieselmann – „Der Inselmann““ weiterlesen

Janet Lewis – „Draußen die Welt“

„Es gab sie noch immer, diese Welt in ihrer erfreulichen Mittelmäßigkeit.“ 

Ihr Leben ist auf den ersten Blick so unaufgeregt alltäglich. Mary Perrault kümmert sich um Haus und Grundstück, um ihren Mann und die vier Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie in der kalifornischen Provinz, im Santa Clara Valley, malerisch zwischen Bergen, Meer und Marschland und unweit von Sacramento gelegen. Ihr Haus ist ein Hort der Gastfreundschaft und Sicherheit. Doch auch die tragischen Schicksale und die großen Ereignisse der Welt machen nicht Halt vor ihrer Tür. Mit ihrem Roman „Draußen die Welt“ erzählt die amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin Janet Lewis (1899 – 1998) vom Alltag einer amerikanischen Familie sowie den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er-Jahre und Anfang der 30er-Jahre.  „Janet Lewis – „Draußen die Welt““ weiterlesen

Christoffer Carlsson – „Unter dem Sturm“

„Dörfer haben ihre Erinnerungen. Sie haben Lebensschicksale und Todesfälle.“ 

In die Krimi-Literatur scheint ein anderer Ton einzuziehen, ein leiser, indes nicht minder fordernder. In diesen Geschichten gibt es zwar Täter und Opfer, aber keine extremen Grausamkeiten, keine ausufernden Blutlachen, keine wilden Verfolgungsjagden. Es geht darin vielmehr um die Menschen und den Ort, in dem sie leben. Was macht ein Verbrechen mit den Personen, die das Opfer kannten, was mit einer Gemeinschaft, die bereits den Schuldigen gefunden zu haben glaubt? Der schwedische Kriminologe und preisgekrönte Autor Christoffer Carlsson stellt sich in seinem Roman „Unter dem Sturm“ diesen Fragen und erzählt von einer besonderen Beziehung zwischen einem Onkel und seinem Neffen und einem charismatischen Polizisten, den ein Fall viele Jahre nicht loslässt.

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Sebastian Barry – „Mein fernes, fremdes Land“

„Kein Ort auf Erden, der nicht eine Heimat wäre.“

Ihr Leben gleicht einer Ansammlung von Verlusten. 89 Jahre alt ist Lilly Bere. Sie will nicht mehr, nachdem sie ihren geliebten Enkel verloren hat. Wie Bill will sie aus dem Leben freiwillig scheiden – mit Hilfe kleiner Tabletten. Ein letztes Mal zieht sie Bilanz. In einem Haushaltsbuch schreibt sie ihre Erinnerungen nieder, fasst ihre Trauer wie auch die Stationen ihres wechselvollen Lebens in Worte. In „Mein fernes, fremdes Land“ erzählt der irische Schriftsteller Sebastian Barry nicht nur von einer betagten Frau, sondern auch wie die große Geschichte immer wieder in das Leben der Menschen eingreift und es für immer verändern kann.

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