Andrzej Stasiuk – „Grenzfahrt“

„Noch nie haben wir in so einer Finsternis gesessen.“ 

Der Fluss trennt zwei Länder voneinander – und deren Menschen. Lubko ist der Fährmann, der sie übersetzt. Von einem Ufer an das andere. Kirchgänger genauso wie Flüchtlinge, die einen vor und nach dem Gottesdienst im Nachbarort, die anderen auf ihrem Weg in die geglaubte Sicherheit. Doch wo ist es sicher, wenn Krieg ist, sich Soldaten, Besatzer eines anderen Landes, mit Mann und Maschinen für ihren nächsten Angriff versammeln. Der polnische Schriftsteller Andrzej Stasiuk führt in seinem neuesten Roman den Leser in die ostpolnische Grenzregion und in den Frühsommer 1941, als die deutsche Wehrmacht vor dem Einmarsch in die Sowjetunion steht. Ein meisterhafter, sehr tiefgreifender Roman, der davon erzählt, wie viele kriegerische Ereignisse auf einem Landstrich lasten können, um davon auf lange Zeit geprägt zu sein.

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James Kestrel – „Fünf Winter“

„In seinem Inneren machte sich eine Stille breit, ein tiefer, dunkler Raum.“

Paradies im Pazifik, tropische Perle. Hawaii ist Sehnsuchtsort und Traumziel. Am 7. Dezember 1941 wird die Insel indes zur Hölle. Mehr als 2.400 Menschen sterben beim Angriff der japanischen Armee auf die US-amerikanische Pazifik-Flotte in Pearl Habor. Joe McGrady, Police Detective auf Hawaii und Ex-Soldat, wird da schon auf der anderen Seite des Ozeans, in Hongkong sein. Er ist auf der Suche nach einem kaltblütigen Mörder, nichtsahnend, dass seine Jagd ihn fünf Jahre lang von seinem Zuhause trennen wird. „Fünf Winter“ heißt denn auch der Roman des Amerikaners James Kestrel, der dafür zwei hochrangige Preise erhalten hat.

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Lea Ypi – „Frei“

„Die Menschen machen ihre Geschichte nie unter selbstgewählten Umständen.“

Albanien – das unbekannte Land in Europa. Eine Wendung, die oft über Reiseberichten steht. Denn was wissen wir von diesem Land im Südosten des Kontinents, das wohl bei vielen von uns nicht unbedingt auf der Hitliste der Reiseziele steht, obwohl Bilder von eindrucksvollen Landschaften und dem faszinierenden Kontrast von Bergen und Meer zeugen. Lea Ypi ist ein Kind Albaniens. 1979 in Tirana geboren, unterrichtet sie heute Politische Theorie als Professorin an der London School of Economics. Eines ihrer Forschungsgebiete ist der Marxismus, was nicht von ungefähr kommt. Sie ist elf als auch in ihrem Land der eiserne Vorhang fällt. In ihrem Buch „Frei“ erzählt sie von ihren prägenden Erlebnissen und Erinnerungen – am Ende der Geschichte.        „Lea Ypi – „Frei““ weiterlesen →

Ralf Rothmann – „Die Nacht unterm Schnee“

„Das Normale, das war das Grauen.“ 

Er wird in den letzten Kriegsmonaten als Jugendlicher von der Waffen-SS zwangsrekrutiert, sie auf der Flucht aus Ostpreußen von russischen Soldaten gefangen gehalten und mehrfach missbraucht. Das spätere gemeinsame Leben von Walter und Elisabeth ist ein hartes, von schwerer Arbeit und Entbehrungen, von ihren traumatischen Erinnerungen geprägtes. Mit „Die Nacht unterm Schnee“ hat Ralf Rothmann seiner Trilogie über den Zweiten Weltkrieg einen fulminanten Abschluss gesetzt. Mit einem Roman, der tief berührt – nicht nur, weil der Schriftsteller damit die Geschichte seiner Eltern erzählt.

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Phil Klay – „Den Sturm ernten“

„In der modernen Welt hing alles mit allem zusammen.“

Kolumbien. Über das südamerikanische Land weiß ich – zugegeben – nur sehr wenig. Kaffee, Fußball und Regenwald fallen mir ad hoc ein. Die Anzahl von Schlagzeilen in hiesigen Medien ist überschaubar. Dabei findet dort seit einigen Jahren ein nahezu unübersichtlicher, chaotisch erscheinender Krieg mit vielen Akteuren statt. Ein Krieg von vielen, die aktuell auf der Erde toben und die kaum Aufmerksamkeit erhalten. Wer über das Land und die derzeitigen Zustände mehr erfahren will, sollte zu dem aktuellen Roman des Amerikaners Phil Klay mit dem Titel „Den Sturm ernten“ greifen. Ein spannendes, überaus lehrreiches Buch – auch über die dortigen politischen wie militärischen Verstrickungen der USA.

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Richard Ovenden – „Bedrohte Bücher“

„Bei der Bewahrung von Wissen geht es nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft.“ 

Es gibt wohl keinen von uns, der nicht persönliche, womöglich auch prägende Erinnerungen an den Besuch in Bibliotheken besitzt. Gefühlt spannen sie sich wie ein Netz über das Land. Was nicht selbstverständlich ist. Über all die Jahrzehnte und Jahrhunderte waren Bibliotheken und Archive aus den unterschiedlichsten Gründen bedroht.  Richard Ovenden steht seit 2014 der berühmten Bodleian Library in Oxford und damit einer der ältesten Bibliotheken Europas vor. In seinem Buch „Bedrohte Bücher“ verbindet er die Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft. Er berichtet von furchtbaren Ereignissen im Laufe der Geschichte und fordert, Bibliotheken und Archive zu unterstützen und zu bewahren.

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