Zwei Welten – Ursula K. Le Guin „Freie Geister“

„Und zu wissen, dass man sein Leben erfüllt hat, ist seltsam, ungeheuer seltsam.“

Science Fiction führt in der Literatur leider noch immer ein Nischendasein.  Dies wird mit Blick in die Buchbesprechungen der Feuilletons und bei regelmäßigen Streifzügen durch die Buchhandlungen erkennbar. Die Regale mit den Titeln sind meist versteckt und müssen sich die räumliche Nähe zum Bereich Fantasy gefallen lassen. Dabei vermag auch Science Fiction, gesellschaftliche Diskussionen zu entfachen, wie es Romane von renommierten Autoren oder sogar Klassiker können. Eines dieser tiefsinnigen Bücher ist der Roman „Freie Geister“ der amerikanischen Autorin Ursula K. Le Guin, der nun in einer neuen Übersetzung im neuen Programm „Tor“ des Fischer Verlages erschienen ist.  „Zwei Welten – Ursula K. Le Guin „Freie Geister““ weiterlesen

Turbulenzen – Richard Russo „Ein Mann der Tat“

„Schlimm genug, dass alle Beziehungen zwischen den Lebenden unentwegt von Angst, Bestechlichkeit, Narzissmus und Hunderten anderen Dingen untergraben wurden (…).“ 

Ein Unglück kommt selten allein. Douglas Raymer, Leiter der Polizei in North Bath im Bundesstaat New York, fällt nicht nur in Ohnmacht und während der Beerdigung des von ihm wenig geschätzten Richters Flatt in dessen Grab. Raymer verliert zudem dabei ein wichtiges Beweisstück in einer sehr privaten Ermittlung: Ein Garagen-Öffner könnte ihn zu dem Liebhaber seiner Frau Becka führen, der er seit ihrem schrecklichen Tod vor gut einem Jahr trotz alledem nachtrauert. Der unfreiwillige Sturz des Chiefs ist Auftakt einer ganzen Serie von sowohl skurrilen Vorfällen als auch entsetzlichen Gewalttaten in der Kleinstadt. Dabei steht mit dem Memorial-Day ein Wochenende der Ruhe und der Besinnung und mit der Umbenennung der örtlichen Schule nach einer beliebten Lehrerin ein denkwürdiges Ereignis an.  „Turbulenzen – Richard Russo „Ein Mann der Tat““ weiterlesen

Schmerz – Hanya Yanagihara „Ein wenig Leben“

„Er wollte loslassen, er wollte, dass die Kreatur in seinem Inneren sich in einen Schlaf begab, aus dem sie nie wieder erwachte.“ 

Ein Buch, über das viele sprechen. Dessen Cover ein Hingucker ist, das man einfach anschauen muss: Der Roman „Ein wenig Leben“ der Amerikanerin Hanya Yanagihara ist seit seiner Veröffentlichung im Januar dieses Jahres noch immer in aller Munde. Nicht umsonst erhielt ich kürzlich eine kurze Nachricht einer ehemaligen Mitschülerin, mit der ich einst den Deutsch-Leistungskurs an der Penne absolviert hatte: „Hast du schon dieses Buch gelesen?“. Ich musste verneinen und zugeben, dass auch der ebenfalls sehr dickleibige neue Roman von Paul Auster noch in meinem Regal darauf wartet, gelesen zu werden. Von dem jüngsten Werk von Jonathan Safran Foer ganz zu schweigen. Doch diese kurze Botschaft via Facebook ließ mich schließlich zu dem Buch mit dem markanten Cover-Foto greifen und ich begann zu lesen. „Schmerz – Hanya Yanagihara „Ein wenig Leben““ weiterlesen

Sumpf – Larry Brown „Fay“

„Manchmal hatte er das Gefühl, als hätte er zwei Drittel seines Lebens hinterm Lenkrad verbracht, auf immer wieder denselben Straßen.“

Die Südstaaten der USA haben ihr eigenes Gesicht – geprägt von ihrer besonderen Geschichte als Teil der US-amerikanischen Historie, geprägt von ihren Gegebenheiten aufgrund der speziellen geografischen Lage. Der amerikanische Autor Larry Brown hat den Süden seines Landes in das Zentrum seiner Werke gesetzt. Vielen wird er hierzulande kaum bekannt sein, denn erst mit der deutschen Übersetzung seines vierten Romans „Fay“ wird er wohl einem breiteren Publikum vertraut werden. Den möglichen Erfolg wird Brown jedoch nicht erleben können: Er starb 2004 mit gerade mal 53 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. „Sumpf – Larry Brown „Fay““ weiterlesen

Im Eis – Hampton Sides „Die Polarfahrt“

„Wo immer man hinsieht, sind Schnee und Eis – ein großartiger Anblick.“

Eine Reise in das unwirtliche Land der Extreme rund um Nord- und Südpol, fern der sehr speziellen touristischen Angebote, stellt bis heute eine große Herausforderung dar. Die Erforschung der arktischen und antarktischen Regionen hat viele Opfer gefordert und war bis in das 20. Jahrhundert hinein Ziel vieler wagemutiger wie ehrgeiziger Expeditionen. Trotz einer Ausrüstung auf der Höhe der Zeit sowie erfahrener und mutiger Seeleute endete auch die Fahrt der USS Jeannette mit Start am 8. Juli 1879 in San Francisco unter dem Kommando des arktiserfahrenen Offiziers George DeLong in einer Katastrophe.  Von der Reise mit der Aufgabe, den Nordpol zu erreichen, kehrten von der 33 Mitglieder umfassenden Besatzung nur 13 Männer lebend zurück. An ihre Geschichte erinnert der amerikanische Autor und Journalist Hampton Sides  in seinem Buch „Die Polarfahrt“.     „Im Eis – Hampton Sides „Die Polarfahrt““ weiterlesen

Nur Neulinge – Ein Blick in die Herbstvorschauen

Zugegeben: Den zweimal jährlich erscheinenden Vorschauen blicke ich mittlerweile mit Vorfreude, aber auch mit einigem Grausen entgegen. Klar, neuen Bücher haftet etwas Faszinierendes an, zugleich wird die Wunsch-Leseliste gefühlt um einiges länger, und die Titel der letzten Monate sind alles andere als „abgearbeitet“. Ich habe mich in den vergangenen Tagen mit den Programmen der Verlage trotzdem etwas näher beschäftigt. Doch während ich mich in den Vorausblicken der Vergangenheit sowohl mir bereits vertraute als auch mir noch unbekannte Autoren und ihre Werke aufgezählt habe, konzentriere ich mich diesmal nur auf die „Neulinge“, auf die ich mich besonders freue. „Nur Neulinge – Ein Blick in die Herbstvorschauen“ weiterlesen