James Baldwin – „Giovannis Zimmer“

„Vielleicht begann in dem Sommer meine Einsamkeit, (…)“

Kein bereits verstorbener amerikanischer Schriftsteller scheint derzeit wohl wieder so öffentlich präsent zu sein wie James Baldwin. Die auf ihn gerichtete Aufmerksamkeit setzte indes bereits vor der aktuellen Debatte rund um Rassismus und dessen Folgen ein. Gefeiert wurde hierzulande seine Wiederentdeckung 2018, als sein stark autobiografisch geprägtes Debüt „Go Tell it on the Mountain“ aus dem Jahr 1953 in einer Neuübersetzung unter dem Titel „Von dieser Welt“ erschien. Nicht nur dem Rassenhass und der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung widmete sich der Afroamerikaner in seinen Büchern. Mit „Giovannis Zimmer“, 1956 veröffentlicht, schrieb Baldwin eines der wohl frühesten und heutzutage bekanntesten Werke über Homosexualität, das nunmehr ebenfalls in einer Neuübersetzung aus der Feder der preisgekrönten Übersetzerin Miriam Mandelkow wieder zu entdecken ist.

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Familie mal zwei – Bücher von Hanne Ørstavik und Helga Flatland

„Irgendwas ist in jeder Familie.“ 

Keine Familie ist wie die andere. In ihr herrschen Gesetze und Geheimnisse sowie Bindungen und Emotionen unterschiedlicher Stärke. Sie kann wachsen und über Generationen hinweg bestehen oder sich auflösen. Die beiden norwegischen Autorinnen Helga Flatland und Hanne Ørstavik haben mit „Eine moderne Familie“ und „Die Zeit, die es dauert“ zwei besondere, sehr verschiedene Geschichten über dieses Thema geschrieben. Beide Titel ergänzen sich wunderbar und geben zugleich einen spannenden Einblick in die Gegenwartsliteratur des nordischen Landes.

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Esi Edugyan – „Washington Black“

„Das Unmögliche begegnet uns in dieser Welt selten (…).“

Er ist nach dem ersten amerikanischen Präsidenten benannt – und nach seiner Hautfarbe. George Washington Black wächst als Sklave auf einer Zuckerrohr-Plantage auf der Karibik-Insel Barbados auf. Bereits als Kleinkind weiß er, was Armut und Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung bedeuten, dass das Leben der Sklaven für deren Besitzer nicht viel wert ist. Doch eine Begegnung wird das Leben des Zehnjährigen eine andere Wendung geben. Der nach dem Helden benannte Roman der kanadischen Autorin Esi Edugyan führt nahezu rund um die Welt und erzählt von einer besonderen Befreiung. 
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Liz Moore – „Long Bright River“

„Die Welt verdunkelt sich an den Rändern.“ 

Philadelphia: Die für nordamerikanische Verhältnisse recht alte Stadt, die liebevoll Philly genannt wird, haben einst Bruce Springsteen und Elton John besungen. 1,6 Millionen Menschen leben in der Ostküsten-Metropole, die auch vom Wasser des breiten Delaware River geprägt wird. Doch wie es jeder Großstadt eigen ist – hinter glänzenden Hochhaus-Fassaden wartet das Dunkle, Armut, Schmutz und Kriminalität. Die amerikanische Autorin Liz Moore hat mit „Long Bright River“ einen eindrucksvollen weil komplexen Roman geschrieben, der sich verschiedenen Thematiken annimmt.

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Katie Hale – „Mein Name ist Monster“

„Das Überleben ist eine zeitaufwendige Sache.“ 

Die Welt ist eine andere geworden. Die Menschheit hat sich nahezu vollständig ausgelöscht. Krieg und eine Seuche, deren Erreger mittels Bomben verstreut wurde, haben Länder, Städte, Dörfer und ihre Einwohner vernichtet. Monster hat die Katastrophe jedoch überlebt. Im Eis, auf Spitzbergen, wo sie in einem Saatgut-Tresor arbeitete. Mit einem Boot macht sie sich auf die beschwerliche Reise über das Meer nach Schottland, in ihre Heimat. Mit „Mein Name ist Monster“ legt die preisgekrönte britische Autorin Katie Hale ihren Debüt-Roman vor. Ein Buch über düstere Zeiten, aber auch helle Momente, das sich einreihen könnte in eine Liste bekannter Titel.

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Dacia Maraini – „Die stumme Herzogin“

„Die Träume sind gewissermaßen wirklicher als die Wirklichkeit, wenn sie zu einem zweiten Leben werden (…).“

Was können uns historische Romane über ihre Einblicke in eine vergangene Zeit hinaus heute noch erzählen? Sind es nicht gerade besondere Persönlichkeiten und der Vergleich von Geschichte und Gegenwart, die dieses Genre so besonders reizvoll machen? Bereits 1990 erschien der Roman „Die stumme Herzogin“ der italienischen Schriftstellerin Dacia Maraini über eine besondere Frau, die im 18. Jahrhundert gesellschaftliche Tabus bricht – trotz ihres Geschlechts und ihrer Behinderung. Ein meisterhaftes Werk, das dank einer Neuausgabe nun wiederentdeckt werden kann.

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