Sarah Brooks – „Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland“

„Keine Landschaft ist unschuldig.“

Es gibt Zugstrecken, die gelten als legendär. Die Transsibirische Eisenbahn gehört zweifellos dazu, wenn sie nicht sogar die Hitliste anführt. Auf einer Länge von mehr als 9.200 Kilometer erstrecken sich die Gleise von Moskau durch die Weiten Sibiriens bis an den Pazifik nach Wladiwostok. Sechs Tage dauert die Reise. Für den Transsibirien-Express, den die Helden des abenteuerlichen Debüts der Britin Sarah Brooks in Peking an einem Tag im Jahr 1899 besteigen, steht die Transsib „Modell“.

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Anthony McCarten – „Going Zero“

„Es gibt keine Geheimnisse mehr. Wir alle stehen heute nackt im grellen Scheinwerferlicht.“

Noch vor einigen Jahren recht naiv, wunderte ich mich über Online-Werbung. Ich hatte zu Hause an einem Abend nach einer neuen Waschmaschine gegoogelt. Tags darauf konnte ich mich vor Angeboten nicht retten, als ich im Büro das Internet öffnete. Überall schwirrten Anzeigen auf den Seiten, die ich aufrief. Zweifellos: Wir sind gläsern. Alles, was wir tun, was wir in das weltweite Netz hineintragen, wird gesammelt. Nicht nur Krimi-Serien zeigen uns, was mittlerweile Behörden an Daten selbst rein legal zusammentragen können. Weit beängstigender sind die Möglichkeiten und Wege der Tech-Konzerne. Ein erschreckendes Bild zeigt uns der Neuseeländer Anthony McCarten in seinem neuen Roman „Going Zero“ auf, wobei er das Thema der Überwachung mit einem weiteren größeren Problem auf beeindruckende Weise verknüpft.

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Aleš Šteger – „Neverend“

„Beim Schreiben gibt es keine Wunder.“

In der DDR haben die Bürger für sie angestanden. Wie sie zu ihrer krummen Form kommt, ist eine gern gestellte Frage. In Deutschland verdrückt der Durchschnittsbürger im Jahr rund elf Kilogramm der exotischen Frucht. Die Rede ist von der Banane. Sie spielt keine unwesentliche Rolle im Roman „Neverend“ des slowenischen Schriftstellers Aleš Šteger. Wobei das Buch alles andere ist als eine leichtbekömmliche Lektüre, sondern sich vielmehr als harte weil erschütternde und hochpolitische Kost erweist.  „Aleš Šteger – „Neverend““ weiterlesen →

Laura Miller (Hrsg.) – „Wonderlands“

„Ich bin nicht verrückt. Meine Realität sieht einfach anders aus als deine.“ (Hutmacher, aus: Lewis Carroll „Alice im Wunderland“) 

Wenn ich an meine Lesebiografie denke, fällt mir ein, wie unterschiedlich doch mein Interesse und Lesegeschmack im Verlauf der Zeit war. Zugegeben: Ich war in meiner Jugend Fan von Stephen King. Und nicht erst mit der legendären Verfilmung von Peter Jackson prägte mich das monumentale Werk „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien, das bekanntlich weit mehr ist als ein reines Fantasy-Meisterwerk. Heute bin ich zudem überzeugt oder habe das Gefühl, dass diese Literatur, vor allem die der Science-Fiction, leider nicht so gewürdigt wird, wie sie es verdient hätte, oder sogar belächelt wird.  Wie bunt, interessant und bedeutsam dieser Bereich jedoch ist, zeigt der wundervolle Prachtband „Wonderlands“ der amerikanischen Autorin und Journalistin Laura Miller.

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Katie Hale – „Mein Name ist Monster“

„Das Überleben ist eine zeitaufwendige Sache.“ 

Die Welt ist eine andere geworden. Die Menschheit hat sich nahezu vollständig ausgelöscht. Krieg und eine Seuche, deren Erreger mittels Bomben verstreut wurde, haben Länder, Städte, Dörfer und ihre Einwohner vernichtet. Monster hat die Katastrophe jedoch überlebt. Im Eis, auf Spitzbergen, wo sie in einem Saatgut-Tresor arbeitete. Mit einem Boot macht sie sich auf die beschwerliche Reise über das Meer nach Schottland, in ihre Heimat. Mit „Mein Name ist Monster“ legt die preisgekrönte britische Autorin Katie Hale ihren Debüt-Roman vor. Ein Buch über düstere Zeiten, aber auch helle Momente, das sich einreihen könnte in eine Liste bekannter Titel.

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Simon Stålenhag – „The Electric State“

„Wann hat es eigentlich begonnen?“  

Die Zeiten sind derzeit schwer und unsicher. Dabei mutet es nahezu ein wenig befremdlich an, dass gerade in Hard-Times wie diesen die Literatur über Krisen, wie Kriege und Katastrophen jeglicher Art, wieder mehr in der Öffentlichkeit steht. Ja, es werden sogar ganze Listen mit Titeln empfohlen. Dabei lohnt sich der Blick in diese düstere Literatur sehr wohl, weil sie uns zeigt, wie sich die Menschen in schweren Zeiten verhalten (können) und worin die Ursachen für den plötzlichen oder allmählichen Niedergang liegen. Schon seit einigen Jahren beschäftigen mich dystopische Bücher. Nun habe ich zu einem wohl einzigartigen gegriffen: zu Simon Stålenhags illustrierten Roman „The Electric State“.

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