Kent Haruf – „Kostbare Tage“

„Hier passiert nichts, ohne dass alle Leute es mitkriegen.“

Schriftsteller erschaffen nicht nur literarische Figuren und deren Leben, sondern oftmals auch Orte. In allen sechs Romanen des amerikanischen Autors Kent Haruf (1943 – 2014) ist die fiktive Kleinstadt Holt in Colorado Schauplatz der Handlung. Mit seinem letzten Roman „Our Souls by Night“, 2017 in deutscher Übersetzung mit dem Titel „Unsere Seelen bei Nacht“ erschienen, setzte in den vergangenen Jahren eine Wiederentdeckung und Würdigung des mehrfach preisgekrönten Verfassers ein. Zuletzt erschien sein Roman „Kostbare Tage“ aus dem Jahr 2013, mit dem er sich auf ergreifende Art einem Tabu-Thema zuwendet: Tod, Abschied und Trauer.  „Kent Haruf – „Kostbare Tage““ weiterlesen →

Attica Locke – „Heaven, My Home“

„Hopetown ist eine Erinnerung, eine Fantasie von etwas, das längst verschwunden ist.“ 

Nie waren die USA so gespalten wie in den vier Jahren, als Donald Trump Präsident des Landes war. Der tiefe Riss durch die Bevölkerung, die Unruhen und die gewalttätigen Konflikte zwischen Weißen und Schwarzen sowie die Diskriminierung Andersfarbiger haben zuletzt immer wieder die Nachrichten und politischen Diskussionen, zuletzt sogar die Vereidigung des aktuellen Präsidenten Joe Biden bestimmt. Der meisterhafte Roman „Heaven, My Home“ der preisgekrönten Schriftstellerin und Drehbuchautorin Attica Locke führt in die Tage, kurz nachdem Trump die Wahl gewonnen hat. „Attica Locke – „Heaven, My Home““ weiterlesen →

Im Duett #1: Sebastian Barry – „Tausend Monde“ & „Ein langer, langer Weg“

„Es war, als sei jedes Herz sprachlos.“ (Aus: „Tausend Monde“) 

Wenn mein Blick an meinen Bücherregalen entlangstreift, fällt mir auf, wie viele Autoren es in meinem Bestand gibt, von denen ich gleich mehrere Bücher besitze. Mit der Zeit entwickelt man ja bekanntlich so gewisse Lesevorlieben und sammelt die Werke von geschätzten Autoren. Dieser Beitrag soll Auftakt einer neuen Blogreihe sein, in der ich ein jüngeres sowie ein älteres Buch eines ausgesuchten Autors vorstellen will. Die Serie „Im Duett“ soll allerdings nicht die Reihe „Backlist lesen“ ersetzen. Den Auftakt macht der Ire Sebastian Barry. „Im Duett #1: Sebastian Barry – „Tausend Monde“ & „Ein langer, langer Weg““ weiterlesen →

Backlist #17 – Elizabeth Strout „Mit Blick aufs Meer“

„Ein Rätsel, diese Welt. Noch war sie nicht fertig mit ihr.“

Es gibt Bücher, die haben etwas an sich, das sich schwer beschreiben lässt. Häufig genutzte Wörter wie „berührend“ oder „wunderbar“ erfassen nicht die ganze Faszination des Lesers für ein solches Werk. Der Roman „Mit Blick aufs Meer“, für den die Amerikanerin Elizabeth Strout bereits 2009 den renommierten Pulitzer-Preis erhalten hat und den sie mit ihrem Werk „Die langen Abende“, kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen, weiterführt, ist solch ein Werk.

„Backlist #17 – Elizabeth Strout „Mit Blick aufs Meer““ weiterlesen →

Téa Obreht – „Herzland“

„Wohin er auch blickte, ihn umringten schwermütig stimmende Wunder.“

Western verbinden wohl viele von uns mit Pferden. Wilde Mustangs oder die kräftigen und ausdauernden Reit- und Lastentiere der Indianer und Siedler. Einen ganz anderen und überaus markanten und zähen Vierbeiner rückt die US-amerikanische Autorin Téa Obreht in den Fokus ihres neuen Romans. Mit „Herzland“ hat sie zugleich für das Genre des Western ein besonderes Buch geschrieben, das auf wirklichen Begebenheiten basiert. Mit diesem erinnert sie an das einstige Camel Corps, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die US-Armee als Nachschubverband zum Einsatz kam.

„Téa Obreht – „Herzland““ weiterlesen →

Jean Stafford – „Die Berglöwin“

„Die Berge aber trugen die Gefahr unübersehbar in ihren narbigen Gesichtern.“

Berglöwen, hierzulande besser bekannt unter dem Namen Puma, sind kräftige wie bewegliche Katzen. Sie gelten als Einzelgänger und scheu. Ihre Zahl wurde in Nord- und Südamerika vom Menschen drastisch reduziert. Die Ureinwohner des Kontinents schätzen sie, verbinden mit ihnen Stärke, Treue, Mut. „Die Berglöwin“ (im Original „The Mountain Lion“) heißt der 1947 erschienene Roman der amerikanischen Pulitzer-Preisträgerin Jean Stafford (1915 – 1979), den es dank einer Neuübersetzung nun neu zu entdecken gibt und in dem die schöne Katze eine symbolische Bedeutung erhält. „Jean Stafford – „Die Berglöwin““ weiterlesen →