Das erste Ziel einer Reise ist meistens ein besonderes. Nach der Ankunft und dem Check-in im Hotel führen mich meine Wege in Oslo zum Ann-Cath. Vestlys plass. Den Fjord und das spektakuläre Opern-Gebäude im Rücken betrete ich die neue Deichman-Bibliothek. Durch die gläserne Fassade schimmert warm das Licht. Bereits am Nachmittag setzt Anfang Dezember die Dämmerung ein. Schnell stellen sich ein Gefühl und ein besonderer Gedanke ein: Diesen Ort möchtest du am liebsten nicht mehr verlassen. Im Juni 2020 eröffnet, legt die Einrichtung in Sachen Bibliothekswesen in Europa die Messlatte hoch. 2021 wurde sie von der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) zur „Public Library of the Year“ gekürt. Weshalb wird nur nach wenigen Minuten klar. „Lesen und Lernen am Fjord – Zu Besuch in der Deichman-Bibliothek in Oslo“ weiterlesen
Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne“
„Manchmal gibt es einfach keinen Ausweg, und dann geschieht ein Wunder.“
Weihnachten steht vor der Tür. Wie jedes Jahr. Für den Weihnachtsbaum-Verkauf im Osloer Stadtteil Tøyen wird ein pflichtbewusster und verantwortungsvoller Mitarbeiter gesucht. Für den Vater von Ronja und Melissa die Chance, nach seinen zahlreichen Abstürzen wieder auf die Beine zu kommen, seinen Kindern ein gesichertes Leben zu bieten. Doch dann wird wieder alles so wie befürchtet. Nur diesmal helfen sich die beiden Schwestern selbst und übernehmen Verantwortung – mit der Unterstützung anderer. Mit ihrem Roman „Andere Sterne“ hat die norwegische Autorin Ingvild H. Rishøy eine besondere Weihnachtsgeschichte geschrieben, die sowohl den Zauber des Festes einfängt, als auch traurige Einblicke in eine mit Sorgen behaftete Familie gibt. „Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne““ weiterlesen
Willy Vlautin – „Nacht wird es immer“
„Und ich werde alles geben und drauf achten, dass mich die Dunkelheit nicht überfällt.“
Sie schuftet für zwei, pendelt tagtäglich zwischen Bäckerei, College und Bar, um sich ihren Traum zu erfüllen. Die 30-jährige Lynette will das Haus kaufen, in dem sie mit ihrem Bruder Kenny aufgewachsen ist und darin ein Zuhause für die Zukunft schaffen, obwohl es alles andere als ein Prachtschloss ist, sondern eher einer Bruchbude gleicht. Sie versucht, das nötige Geld Cent für Cent zusammenzukratzen. Und das über Jahre. Doch ihre Mutter Doreen hat ganz andere Pläne. Doch das wird ihrer Tochter erst später bewusst. Mit „Nacht wird es immer“ hat der US-Amerikaner Willy Vlautin einen großartigen Roman geschrieben, der sowohl einen Grundkonflikt in einer bereits zerrütteten Familie schildert, als auch die Abgründe der US-amerikanischen Gesellschaft aufzeigt, in der unzählige Träume wie billiges Geschirr zerschlagen werden.
Katherine May – „Überwintern“
„Winter ist ein ruhiges Haus mit Lampenlicht (…).“
Jetzt eine Haselmaus sein. Sich zusammenkugeln, schlafen, die Welt, Winter und Kälte hinter sich lassen, um neue Kraft zu schöpfen. Die Natur zeigt uns unsere Grenzen auf, ihre Geschöpfe haben im Laufe der Zeit jedoch bemerkenswerte Strategien entwickelt – um zu überleben, um zu überwintern. Selbst bei Schnee und Eis, bei bitterster Kälte. Die Engländerin Katherine May schreibt in ihrem Buch „Überwintern“, wie wichtig es ist, sich einer Winterruhe hinzugeben, eine Pause einzulegen. Auslöser waren mehrere persönliche Schicksalsschläge, die sie auch zwangen, ihren Lebensstil zu überdenken und zu verändern.
Tove Alsterdal – „Sturmrot“
„Familie kann ein verdammt gefährlicher Ort sein.“
Er war es, ganz sicher. Die Bewohner von Ådalen haken den schrecklichen Fall für sich ab. Ein Schuldiger ist schnell gefunden. Doch als Olof seinen Vater Sven erstochen in dessen Haus findet, kehren die Erinnerungen an die einstigen Geschehnisse von vor 23 Jahren zurück. Denn Olof hatte damals gestanden, Lina vergewaltigt und ermordet zu haben. Nie wurde er vor ein Gericht gestellt ob seines jungen Alters, nie tauchte sein Name in der Presse, in den Akten auf. Der Junge war 14 Jahre alt, noch ein Teenager. Und nie konnte die Leiche des jungen Mädchens gefunden werden. Ist der Mord an seinem Vater eine späte Rache? Polizeimeisterin Eira Sjödin wird ins Ermittlerteam gerufen, um diesen Fall aufzuklären. Die junge Polizistin steht im Mittelpunkt einer neuen Trilogie der schwedischen Autorin Tove Alsterdal – und „Sturmrot“ ist ein spannender, atmosphärischer und komplexer Auftakt nach Maß.
Alex Schulman – „Verbrenn all meine Briefe“
„Hinter der einen Trauer verbirgt sich immer eine andere, es ist endlos.“
Sommer 1932: Karin lernt Olof kennen – und lieben, obwohl sie bereits mit Sven verheiratet ist, sie – die Übersetzerin und der Autor – gemeinsam ein schillerndes Paar inmitten der schwedischen Literaturszene abgeben. Nur für kurze Zeit leben Karin und Olof ihre tiefen Gefühle füreinander aus. Der Bruch ist brachial und hat immense Folgen. In die Familie, die Karin und Sven gründen, zieht die Wut ein. Eine Wut, die auch ihr Enkel, der Schriftsteller Alex Schulman, in sich spürt. Bereits vor seinem großen Erfolg „Die Überlebenden“ verarbeitet der Schwede in seinem Band „Verbrenn all meine Briefe“ Ereignisse aus der Geschichte seiner Familie. Und schon da auf berührende, spannende und vielschichtige Weise.






