Alex Schulman – „Verbrenn all meine Briefe“

„Hinter der einen Trauer verbirgt sich immer eine andere, es ist endlos.“ 

Sommer 1932: Karin lernt Olof kennen – und lieben, obwohl sie bereits mit Sven verheiratet ist, sie – die Übersetzerin und der Autor – gemeinsam ein schillerndes Paar inmitten der schwedischen Literaturszene abgeben. Nur für kurze Zeit leben Karin und Olof ihre tiefen Gefühle füreinander aus. Der Bruch ist brachial und hat immense Folgen. In die Familie, die Karin und Sven gründen, zieht die Wut ein. Eine Wut, die auch ihr Enkel, der Schriftsteller Alex Schulman, in sich spürt. Bereits vor seinem großen Erfolg „Die Überlebenden“ verarbeitet der Schwede in seinem Band „Verbrenn all meine Briefe“ Ereignisse aus der Geschichte seiner Familie. Und schon da auf berührende, spannende und vielschichtige Weise.

„Alex Schulman – „Verbrenn all meine Briefe““ weiterlesen →

Joachim B. Schmidt – „In Küstennähe“

„Die Leute wissen einen Dreck.“

Ein Altersheim kann ja so ein wunderbares Versteck für einen Kleinkriminellen sein. Lárus ist die rechte Hand des Hausmeisters, seine illegalen Geschäfte betreibt er unauffällig. Er mäht zwar den Rasen, repariert dies und das, doch nebenbei scheffelt Lárus als umtriebiger Drogendealer kräftig Kohle. Das Altersheim Isafjörður ist das perfekte Alibi. Doch eine kaputte Heizung in Zimmer 37-A wird eines Tages sein Leben verändern. Er lernt Grimur, einen alten Fischer, kennen, der den furchteinflößenden Beinamen „Der Schlächter“ trägt. Er wird sein Freund – und unfreiwillig auch sein Mentor. In seinem Debüt „In Küstennähe“ beweist Joachim B. Schmidt seine Vorliebe für kauzige Figuren und ein Herz für ihre teils auch tragischen Lebensgeschichten.

„Joachim B. Schmidt – „In Küstennähe““ weiterlesen →

Thomas Halliday – „Urwelten“

„(…) doch aus der Perspektive der Tiefenzeit erweist sich Dauer als Illusion.“

Die Urzeit – Welten so fremd wie faszinierend. Als Kind war ich wie wohl jedes Kind beeindruckt von Dinosauriern, ob klein oder groß. Noch immer geistert in meiner Erinnerung ein tschechischer Film herum, den ich einst im Kino im gepflegten Schwarz-Weiß gesehen hatte: „Die Reise in die Urzeit“. Vier Jungen machen sich auf eine Zeitreise zurück in die Erdgeschichte – per Boot, eine Höhle als Ausgangspunkt. Mit seinem Buch „Urwelten“ lädt der schottische Paläontologe und Evolutionsbiologe Thomas Halliday zu einer nicht minder spannenden wie lehrreichen Tour ein und erweckt die Begeisterung für vergangene Welten aufs Neue, wobei er zugleich das Gestern mit dem Heute verbindet und auf den zerstörerischen Einfluss des Menschen aufmerksam macht.

„Thomas Halliday – „Urwelten““ weiterlesen →

Helga Flatland – „Zuunterst immer Wolle“

„Aufsässigkeit ist einfacher als Entschuldigung, harte, kalte Distanz einfacher als Scham und Angst.“

Ein einziger Anruf hebt das Leben von Sigrid aus den Angeln. Ihre Mutter Anne erzählt ihr, dass sie an Krebs erkrankt ist. In den kommenden Monaten wird die Ärztin nicht nur mit den furchtbaren Folgen der heimtückischen Krankheit ihrer Mutter konfrontiert. In die Gefühle zwischen Verzweiflung, Trauer und Hoffnung mischen sich schmerzvolle Erinnerungen an ihre Kindheit. In ihrem eindrücklichen Roman „Zuunterst immer Wolle“ nimmt die norwegische Schriftstellerin Helga Flatland das Leben und die vielschichtigen Beziehungen einer Familie mit sehr viel Feingefühl in den Fokus.

„Helga Flatland – „Zuunterst immer Wolle““ weiterlesen →

Kristina Gorcheva-Newberry – „Das Leben vor uns“

„Dieses Land ist zu alt und zu störrisch“, sagte meine Großmutter immer (…).“

Sie sind jung, ihr Leben liegt noch vor ihnen. Sie wollen frei sein, die Welt sehen. Doch Anja und ihre Freundin Milka leben in Moskau. Der spätere Umbruch mit Beginn der Ära Gorbatschow und die Folgen von Perestroika und Glasnost liegen noch in gewisser Ferne. Als Leonid Breschnew, der Generalsekretär der KPdSU, 1982 stirbt, sind sie 14 Jahre alt. Kaum einer kommt heraus aus diesem riesigen totalitären Reich namens Sowjetunion. Mit ihrem Debüt „Das Leben vor uns“ schreibt die russisch-amerikanische Autorin Kristina Gorcheva-Newberry über eine Jugend im Kommunismus und ein Land, das seine Kinder frisst. „Kristina Gorcheva-Newberry – „Das Leben vor uns““ weiterlesen →

Steffen Schroeder – Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor

„Die Welt ist ein Paradox. Und alles ist möglich.“

Sie gelten als die klügsten Köpfe, zählen zu den bekanntesten Wissenschaftlern ihrer Zeit. Ihre Söhne sind hingegen eingesperrt hinter dicken Mauern. Erwin Planck wird als Widerständler im Zuge des 20. Juli 1944 im Gefängnis Tegel inhaftiert. Eduard Einstein ist Patient der psychiatrischen Anstalt Burghölzli in Zürich. Mit seinem berührenden wie komplexen Roman „Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor“ erzählt der Autor und Schauspieler Steffen Schroeder von zwei berühmten Vätern und ihren besonderen Söhnen – und einer dunklen Zeit.

„Steffen Schroeder – Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor“ weiterlesen →