Tove Ditlevsen – „Kindheit“, „Jugend“, „Abhängigkeit“

„Es ist schwierig, bei sich zu bleiben, wenn die Dinge ringsherum ihr Gesicht ändern.“

Kein Werk wurde in diesem Frühjahr so oft und so überschwänglich landauf und landab besprochen wie die sogenannte Kopenhagen-Trilogie der Dänin Tove Ditlevsen (1917 – 1976). Gefüllt überfluteten Bilder und Meinungen die Social-Media-Kanäle; zünftig ausgestattet mit dem Hashtag #tovelesen. Feuilletons großer Tageszeitungen sowie beliebte Literatur-Sendungen kamen an dem dreibändigen autobiografischen Roman, der nun erstmals komplett ins Deutsche übersetzt wurde und zugleich in 16 weiteren Ländern erschienen ist, nicht vorbei.  Ein Hype, der gut in diese Zeit passt, in der das autobiografische beziehungsweise autofiktionale Schreiben großer Autoren noch immer viele Leser fasziniert, eine Wiederentdeckung, über die man sehr dankbar sein kann. „Tove Ditlevsen – „Kindheit“, „Jugend“, „Abhängigkeit““ weiterlesen →

Helga Schubert – „Vom Aufstehen“

„Ich lebte in vielen Rollen.“

Aufstehen – sich erheben, sich aus liegender Stellung aufrichten, das Bett verlassen, sich auflehnen, Widerstand leisten, rebellieren. Viele Bedeutungen enthält der Duden zu diesem mehrsilbigen Verb. Bedeutungen, die durchaus auch auf den preisgekrönten Erzählband der Schriftstellerin Helga Schubert zutreffen. Ein Band, der in 29 Texten von ihrem wechselvollen Leben, ihren Erinnerungen und Gedanken erzählt. Ein Buch der Bilder, der Lebenskraft und Weisheit.

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„Zuweilen verstand er sich als Rufer“ – Ein Interview mit Therese Hörnigk

Aus Anlass des 20. Todestages von Stefan Heym (1913 – 2001) am 16. Dezember veröffentlicht der Verlag C. Bertelsmann eine große digitale Werkausgabe des Schriftstellers und Publizisten. Von Mai bis Oktober dieses Jahres erscheinen 28 E-Books, die das vielfältige Werk des Autors in seiner ganzen Bandbreite abbilden: von historischen und zeitkritischen Romanen über Gedichte, Erzählungen, Reden, Essays bis hin zu Märchen. In jedem Band wird ein Nachwort der renommierten Literaturwissenschaftlerin Dr. Therese Hörnigk enthalten sein. In einem Interview für Zeichen & Zeiten gibt sie Auskunft über ihre Faszination für Heyms Werke, über seine Rolle als Dichter und Journalisten und warum man ihn noch immer lesen sollte. „„Zuweilen verstand er sich als Rufer“ – Ein Interview mit Therese Hörnigk“ weiterlesen →

Per Petterson – „Männer in meiner Lage“

„(…) denn alles, was ich an Dunkelheit hatte, drückte von innen gegen die Wände und füllte den Raum (…).“

Als sie in Oslo die Fähre in Richtung Frederikshavn bestiegen, konnte keiner der 383 Passagiere und 99 Besatzungsmitglieder an jenem 7. April 1990 ahnen, dass ihre folgende Fahrt über das Skagerrak in eine verheerende Katastrophe münden würde. Bei einem Brand auf der „Scandinavian Star“ starben an jenem Tag 159 Menschen. Darunter die Eltern und der jüngste Bruder des norwegischen Schriftstellers Per Petterson.  Nach seinem bereits im Jahr 2007 in deutscher Übersetzung erschienenen Roman „Im Kielwasser“ verarbeitet er auch in seinem jüngsten Buch „Männer in meiner Lage“ das Drama und den Verlust, den er damals als 38-Jähriger erfahren musste.  „Per Petterson – „Männer in meiner Lage““ weiterlesen →

„Der Norden hat mich dann nie wieder losgelassen“ – Ein Interview mit Übersetzer Andreas Donat

Die Norwegerin Hanne Ørstavik zählt zu den bedeutendsten Autorinnen ihres Landes. 2004 erhielt sie für ihren Roman „Presten“ („Die Pastorin“) den renommierten Brageprisen. Ihre Werke erscheinen in deutscher Übertragung im Karl-Rauch-Verlag – in der Übersetzung von Andreas Donat. In einem Interview spricht der österreichische Übersetzer und Pianist über das Besondere an Ørstaviks Romanen und der norwegischen Sprache.

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Maria Popova – „Findungen“

„Doch es gibt Menschen, die unsere Schubladen sprengen (…).“

Was macht nur dieses Buch mit mir. Ich bemerke, wie ich ein buntes Fähnchen nach dem anderen an die Seitenränder des Bandes klebe. Auf diese Weise markiere ich kluge Gedanken und Zitate, um sie später schnell zu finden. Mit der Zeit hat der sonst weiße Schnitt blaue, grüne und orangefarbene Flecken. Für die Lektüre des zugleich umfangreichen Bandes „Findungen“ von Maria Popova ist ein Vorrat an solchen bunten Klebezetteln überaus praktisch, ja notwendig. Denn dieses wundersame Buch ist voller kluger Gedanken.

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