Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Berge“

„Die Mächtigkeit des Berges ist immer gegenwärtig.“ 

Unweigerlich geht der Blick nach oben. Berge sind Blickfänger, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, erheben sie sich doch aus der sie umgebenden Landschaft. Einige sind nur sanfte Hügel, andere wiederum spitzgezackte Riesen, die sich mehrere Tausend Meter gen Himmel erstrecken. Wann wenn nicht während eines Urlaubs in der Bergwelt wäre das neue Gemeinschaftswerk von Lucia Jay von Seldeneck und Florian Weiß die ultimative Lektüre. „Berge. 35 Geschichten zwischen unten und oben“ heißt es und begleitet mich aktuell während meiner Zeit in Österreich. „Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Berge““ weiterlesen →

Anna Bolavá – Der Duft der Dunkelheit

„Wenn das Kraut einer Art, die man sammelt, größer ist als man selbst, ist das ein bedeutendes Ereignis.“

Kamille und Königskerze, Hirtentäschel und Holunder, Schafgarbe und Schöllkraut: Wer den Debütroman der tschechischen Autorin Anna Bolavá liest, wird wie die Heldin und Ich-Erzählerin Anna zu einem Sammler oder einer Sammlerin. Man sammelt unweigerlich bei der Lektüre von „Der Duft der Dunkelheit“ Namen von Kräutern in einer Liste. Alle Heilpflanzen, die in diesem Buch genannt werden, gibt es tatsächlich, weist die Schriftstellerin zu Beginn ihres Werkes hin, für das sie 2016 mit dem wichtigsten Literaturpreis ihres Landes ausgezeichnet wurde.  „Anna Bolavá – Der Duft der Dunkelheit“ weiterlesen →

Maggie Shipstead – „Kreiseziehen“

„Die Antarktis ist eine Trickbetrügerin.“ 

In einer roten Lockheed Vega 5B überquert sie 1932 im Alleinflug den Atlantik. Bei dem Versuch, die Welt zu umrunden, verunglückt sie 1937 auf einer der letzten Etappen im Pazifik. Die US-Amerikanerin Amelia Earhart zählt zu den großen Flugpionierinnen ihrer Zeit. Wie auch ihre Landsmänninnen Harriet Quimby und Jacqueline Cochran sowie die deutschen Pilotinnen Elly Beinhorn, Amelie Beese und Marga von Etzdorf. In ihrem Roman „Kreiseziehen“ erzählt die US-amerikanische Autorin Maggie Shipstead von einer Frau, die schon als Kind den Traum hatte zu fliegen, die letztlich sich zwischen den Wolken sicherer fühlte, als mit den Beinen auf der Erde, wo sie stets nach Anerkennung, Liebe und ihren Lebensweg suchte. „Maggie Shipstead – „Kreiseziehen““ weiterlesen →

Christoffer Carlsson – „Was ans Licht kommt“

„Vieles, was sichtbar ist, sieht man nicht, weil es zu schmerzhaft wäre.“ 

Es ist der Abend, als Olof Palme stirbt. Am 28. Februar 1986 wird der schwedische Ministerpräsident nach einem Kinobesuch auf offener Straße in Schwedens Hauptstadt Stockholm erschossen.  An jenem Tag in der Provinz Halland beobachtet ein Junge ein merkwürdiges Geschehen. Später wird dort in einem Auto die Leiche einer jungen Frau gefunden. In beiden Fällen tappt die Polizei bei ihren Ermittlungen lange im Dunklen, sind die Menschen geschockt von dem grausamen Verbrechen. Der schwedische Kriminalautor und Kriminologe Christoffer Carlsson erzählt in seinem Roman „Was ans Licht kommt“ von einer Mordserie in der schwedischen Provinz, vor allem aber von den Menschen, die dort leben.

„Christoffer Carlsson – „Was ans Licht kommt““ weiterlesen →

Wenn die Zukunft schon real wird – 14 Fragen an Franziska Gänsler zu ihrem Debüt „Ewig Sommer“

Eine Frau und ihr Hotel, Mutter und Tochter auf der Flucht. Es herrschen Hitze und Trockenheit, ein Waldbrand rückt immer näher. Das vielschichtige Debüt „Ewig Sommer“ von Franziska Gänsler ist den aktuellen Bildern aus den Nachrichten unglaublich nah und lässt den Leser eine untergründige Spannung spüren. Ein Kammerspiel mit markanten Figuren vor dem Hintergrund der Klimakrise. Mit der Autorin sprach Zeichen & Zeiten über ihren ersten Roman. „Wenn die Zukunft schon real wird – 14 Fragen an Franziska Gänsler zu ihrem Debüt „Ewig Sommer““ weiterlesen →

Lene Therese Teigen – „Schatten der Erinnerung“

„Ich selbst bin es, der ich in deinem Schrei begegne.“

1905 entstanden, zeigt ein Öl-Gemälde den berühmten Künstler als Selbstporträt und seine Geliebte an seiner Seite. Längst war da die wechselvolle Beziehung in die Brüche gegangen. Gut drei Jahren waren Edvard Munch (1863 – 1944) und Mathilde „Tulla“ Larsen (1869 – 1942), die Frau mit den roten Haaren, ein Paar. Doch die Dominanz Munchs, der körperlich wie seelisch angeschlagen war und unter erheblichen Selbstzweifeln leidete, brachte auch Tulla Larsen an den Rand der Verzweiflung. Die norwegische Autorin, Dramatikerin und Regisseurin Lene Therese Teigen hat sich intensiv mit beiden und deren Beziehung beschäftigt. Entstanden ist ein faszinierender wie erhellender Roman, der nicht nur den Fokus auf die Sicht der Frau auf diese schwierige Partnerschaft lenkt, sondern auch von der fehlenden Anerkennung von Künstlerinnen in dieser Zeit erzählt.

„Lene Therese Teigen – „Schatten der Erinnerung““ weiterlesen →