Constantin Schwab – „Das Journal der Valerie Vogler“

„Kunst kennt keinen Kompromiss.“ 

Wir nennen sie Spitzbergen, die Norweger Svalbard. Die Inselgruppe im Nordatlantik und im Arktischen Ozean ist sowohl Raum für Forscher als auch zunehmend Ziel von kälteaffinen Reisenden. Hier lässt sich staunen über das schillernde Nordlicht und zottelige Eisbären. In die Literatur hat Spitzbergen als Schauplatz hingegen noch wenig Eingang gefunden. Der Österreicher Constantin Schwab verlegt nun die Handlung seines Debütromans nach Spitzbergen, der von einem geheimnisumwobenen Künstlerkollektiv erzählt, das zum ersten Mal eine Außenstehende zu sich einlädt. „Constantin Schwab – „Das Journal der Valerie Vogler““ weiterlesen

Lukas Hartmann – „Schattentanz“

„Es ist meine Art. Ich bin kein Sonnenwesen.“

Er starb arm und vereinsamt. Verkannt von der Welt. In einem Altersheim für Bedürftige in Ballaigues verbrachte der Schweizer Künstler Louis Soutter (1871 – 1942) fast 20 Jahre seines Lebens – von der Familie als ungeliebtes und unverstandenes Mitglied abgeladen, ja regelrecht verbannt. Erst nach seinem Tod wird seinem Werk die verdiente Aufmerksamkeit und Würdigung geschenkt. Heute zählt Soutter zu den wichtigsten Vertretern der Art brut. Hermann Hesse widmete dem Künstler ein Gedicht, über dessen Leben und Schaffen Lukas Hartmann in seinem jüngsten Roman „Schattentanz“ auf eine informative, aber auch berührende Art und Weise erzählt.

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Sien Volders – „Norden“

„Der Norden ist verflucht verführerisch.“

Wodurch erhält ein Ort eine besondere Anziehungskraft, die ganz verschiedene Menschen nahezu magisch in den Bann zieht? Forty Mile ist solch ein Ort. Das einstige Goldgräberstädtchen inmitten einer imposanten Landschaft hoch im Norden Kanadas hat zwar schon bessere Zeiten erlebt, doch noch immer ist eine Reihe eigenwilliger Männer und Frauen gewillt, in diesem verlassenen Kaff zu leben. Über diese besonderen Menschen an jenem besonderen Ort erzählt die belgische Autorin Sien Volders in ihrem Debütroman „Norden“.

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Maria Popova – „Findungen“

„Doch es gibt Menschen, die unsere Schubladen sprengen (…).“

Was macht nur dieses Buch mit mir. Ich bemerke, wie ich ein buntes Fähnchen nach dem anderen an die Seitenränder des Bandes klebe. Auf diese Weise markiere ich kluge Gedanken und Zitate, um sie später schnell zu finden. Mit der Zeit hat der sonst weiße Schnitt blaue, grüne und orangefarbene Flecken. Für die Lektüre des zugleich umfangreichen Bandes „Findungen“ von Maria Popova ist ein Vorrat an solchen bunten Klebezetteln überaus praktisch, ja notwendig. Denn dieses wundersame Buch ist voller kluger Gedanken.

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Ulrike Draesner – „Schwitters“

„Es gibt keinen Ort, der ein Zuhause ist. Man musste ein Zuhause immer erfinden.“

Wenn die Heimat das eigene Leben bedroht, wird die fremde Ferne zum rettenden Land. Doch Kurt will nicht gehen. Hier sind seine Heimat, seine Frau, seine Kunst. Doch sie reden auf ihn ein: Freunde, Kollegen, sogar Helma. In den ersten Tagen des Jahres 1937 setzt er seinen Zweifeln ein Ende. Der Mann, der Künstler, verlässt Frau und Haus und reist dem Sohn Ernst gen Norden hinterher. Es sollte eine Reise ohne Wiederkehr werden. Ulrike Draesner widmet sich in ihrem meisterhaften Roman Kurt Schwitters (1887 – 1948), dem eigenwilligen Künstler der Moderne und Mitbegründer der internationalen Dada-Bewegung, sowie seinen letzten elf Lebensjahren. Ein Buch, das weit mehr erzählt als von einem berühmten Mann, der die Kunst zur Lebensform erhoben hat.

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Julia Voss – „Hilma af Klint“

„Vergiss nie, dass du bestimmt bist für das Werk der Zukunft.“ 

Zu Lebzeiten verkannt, ignoriert und belächelt, erhält die schwedische Künstlerin Hilma af Klint (1862 – 1944) erst mehr als sieben Jahrzehnte nach ihrem Tod die respektvolle Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihr Leben und Schaffen verdienen. Nach einer Ausstellung mit ihren Werken im New Yorker Guggenheim-Museum 2018 setzte ihre Wiederentdeckung ein. 1.300 Gemälde, Skizzen und Aquarelle, 26.000 Seiten an Notizen hat sie hinterlassen. Ein reiches Œuvre, das in einem wechselvollen Leben entstanden ist und dem sich die Journalistin und Autorin Julia Voss in einer meisterhaften und akribisch recherchierten Biografie widmet, die viel erzählt über eine bemerkenswerte Künstlerin und die Zeit, in der sie lebte. „Julia Voss – „Hilma af Klint““ weiterlesen