Von oben betrachtet scheint Porrera mit den umliegenden Weinbergen und Hügeln nahezu verschmolzen zu sein. Der 400-Seelen-Ort, gut zwei Autostunden südwestlich von Barcelona gelegen und nur über eine serpentinenreiche Straße zu erreichen, ist auf den ersten Blick ein recht beschauliches und ruhiges Dorf, in dem die Uhren etwas langsamer ticken, die Einwohner sich zu einem Schwatz auf den oft schmalen und steilen Straßen zusammenfinden oder sich in Grüppchen auf einer Bank niederlassen. Porrera ist – obwohl per se kein Touristenziel – berühmt für seinen Wein und womöglich auch bald dank eines Romans. „Zu Gast in Porrera – ein Weindorf als literarischer Ort“ weiterlesen
Kategorie: Bücher
Schattenwelt – Mathias Énard „Zone“
„(…) ich weiß nicht warum ich bedauere man bedauert so vieles im Leben Erinnerungen die manchmal wieder zu brennen beginnen Schuld Reue Scham die schweren Lasten der westlichen Zivilisation.“
Seine Zugfahrt wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Der Geheimagent Francis Mirkovic sitzt im Pendolino von Mailand nach Rom. Er ist ein Reisender erster Klasse mit fremder Identität. Er nennt sich nach einem früheren Schulkameraden und jetzigen Psychiatrie-Insassen Yves Deroy. In seinem Koffer befinden sich Dokumente und Fotos von Kriegsverbrechern, die er über mehrere Jahre gesammelt hat. Nicht nur deren Geschichte treibt ihn um. Auch seine eigene Vergangenheit lässt ihn nicht mehr los. Allen voran sein Einsatz im Balkan-Krieg und seine spätere Spionage-Tätigkeit in der „Kampfzone“ zwischen Algier und Damaskus. „Schattenwelt – Mathias Énard „Zone““ weiterlesen
Zwei Frauen – Sofi Oksanen „Fegefeuer“
„Mein Mädchen, aus der Erde der Verzweiflung wachsen schlechte Blumen.“
Zwei Generationen treffen in einem Dorf im Westen Estlands aufeinander. Eines Tages findet die alte Aliide ein Bündel nur wenige Meter von ihrem Haus entfernt. Das Bündel erweist sich nach genauerem Hinsehen als ein Mensch. Es ist die junge Zara, die vor ihren Peinigern, zwei Zuhältern, geflohen war und sich in einem erbärmlichen Zustand befindet. Die eine nimmt die andere auf, beiden Frauen wohnen fortan unter einem Dach. Sie vereint ein trauriges Schicksal, das die finnische Autorin Sofi Oksanen in ihrem mehrfach preisgekrönten Roman „Fegefeuer“ auf atemberaubende und berührende Weise erzählt. „Zwei Frauen – Sofi Oksanen „Fegefeuer““ weiterlesen
Abschied – Milena Busquets „Auch das wird vergehen“
„Ich glaube, dass wir ein paar Dinge für immer verlieren. Ich glaube, sogar, dass wir mehr das sind, was wir verloren haben, als das, was wir besitzen.“
Nahezu jeder spürt die Furcht vor dem eigenen Tod sowie dem Verlust eines geliebten Menschen. Wie wir mit dem unwiederbringlichen Ende umgehen, wird verschieden sein. Manchmal weigern wir uns, uns der Trauer zu stellen. Bis auch sie sich einstellt. Wenige Wochen nach dem Tod ihrer Mutter ist Blanca hin und hergerissen. Auf der einen Seite fühlt sie den Schmerz, auf der anderen Seite ist da das pure Leben mit Freundinnen, Männern und den beiden Söhnen. Der Sommersitz der Familie in dem beschaulichen Fischerdorf Cadaqués an der spanischen Mittelmeer-Küste verspricht Rückzug und Ablenkung zugleich. „Abschied – Milena Busquets „Auch das wird vergehen““ weiterlesen
Literaturpreis des Nordischen Rates
Literaturpreise sind nicht nur Würdigung eines Autors. Sie sind auch öffentlichkeitswirksam. Leser schauen nicht nur auf Bestsellerlisten oder richten sich nach Lektürevorschlägen aus den Medien und dem eigenen Umfeld. Der Gewinner aus einer Auswahl von Titeln erhält mehr Aufmerksamkeit: Verlage reagieren mit Sonderausgaben, einer erhöhten Auflage, den bekannten Verweisen auf dem Umschlag des Bandes, Leser hingegen oft mit dem Kauf. In loser Folge sollen auf diesem Blog bekannte Literaturpreise vorgestellt werden. Den Anfang macht der Literaturpreis des Nordischen Rates – der Liebe zur skandinavischen Literatur wegen. „Literaturpreis des Nordischen Rates“ weiterlesen
Auflösung – Olivier Adam „Klippen“
„Niemand weiß, was zwei Menschen miteinander verbindet, auch sie selbst wissen es oft nicht und kommen erst dahinter, wenn sie sich verlieren.“
Tragische Ereignisse kommen nicht immer auf leisen Sohlen daher. Manche kündigen sich an, erste Vorboten des Kommenden werden sichtbar. Nur erkennen möchte sie oftmals keiner. Der selbst gewählte Tod von Oliviers Mutter war konsequenter Abschluss ihrer Depression und Weltabgewandtheit. Nur wenige Tage zuvor war sie nach einer mehrmonatigen Behandlung aus der Psychiatrie entlassen worden. Der Ausflug nach Étretat in der französischen Normandie sollte ein Neubeginn für die Familie sein. Letztlich war es der Auftakt einer Reihe schmerzlicher Ereignisse, die das Leben von Olivier und seinem älteren Bruder Antoine für immer verändern sollen. „Auflösung – Olivier Adam „Klippen““ weiterlesen






