Sasha Filipenko – „Kremulator“

„Fanatismus ist noch immer die gefährlichste Art von Dummheit.“

Pilot, Weißgardist, Taxi-Fahrer im Pariser Exil. Pjotr Nesterenko hat viel erlebt, doch dem Tod war er immer nah. Als er im Sommer 1941 verhaftet wird, ahnt er nicht nur, was ihm blüht. Er weiß genau, was mit Volksfeinden der Sowjetunion geschieht, hat er doch selbst als Leiter der Moskauer Friedhöfe und des ersten Krematoriums ihre sterblichen Überreste in Asche verwandelt und beseitigt. In seinem neuen Roman erzählt der belarussische Autor Sasha Filipenko vom wechselvollen Leben einer besonderen historischen Figur und zugleich von den perfiden politischen Mechanismen des Riesenreiches, die heute wohl nicht anders sind.    „Sasha Filipenko – „Kremulator““ weiterlesen →

Chris Lloyd – „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“

„Krieg entfremdet uns von uns selbst.“

Es ist Tag eins der deutschen Besatzung. Soldaten der Wehrmacht nehmen Paris ein. Es ist nicht das einzige Problem von Inspecteur Éduard „Eddie“ Giral. Er wird zum Gare d’Austerlitz gerufen. In einem Waggon auf einem Abstellgleis sind die Leichen von vier polnischen Flüchtlingen gefunden worden. Wenig später sorgt ein weiterer Fall für Aufregung: Ein weiterer Pole hat sich aus dem Fenster gestürzt. Der Ermittler vermutet einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen. In seine Arbeit mischen sich jedoch die neuen Herren der Seine-Stadt ein. Sein missliebiger Kollege Auban macht, was er will. Und dann taucht auch noch Girals Sohn auf, den er 15 Jahre nicht mehr gesehen hat. Chris Lloyds historischer Krimi ist spannend, komplex und ein eindrückliches Panorama vom Paris jener Zeit. „Chris Lloyd – „Die Toten vom Gare d’Austerlitz““ weiterlesen →

Rob Cowen – „Aller Land“

„Jemand muss der Natur wieder ihren Lauf lassen. Das ist unsere einzige Hoffnung.“

Es ist nur auf den ersten Blick ein Niemandsland. Wer genauer hinschaut, kann sie erkennen: All die Tiere und Pflanzen, die hier zu Hause sind. Aller Land nennt der englische Journalist und Autor Rob Cowen den Landstrich, der sich an den Stadtrand anschließt und wo der Mensch der Natur sehr nahe kommen kann. Sein Band „Aller Land“ ist eine einzigartige Hommage an diesen Flecken Erde und ein Plädoyer für einen achtsamen Umgang mit der Natur.

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Olli Jalonen – „Die Kunst, unter Wasser zu leben“

„Selbst wenn er bis ans Ende der Welt ginge, wird der Mensch nicht los, was am festesten in ihm sitzt.“

Es gibt literarische Helden, die lassen einen nicht los. Der Abschied von ihnen fällt schwer, ein Wiedersehen bereitet wiederum große Freude. Genau so eine Figur ist Angus. Seinen ersten großen Auftritt hat er im Roman „Die Himmelskugel“. Nun schreibt der finnische Schriftsteller Olli Jalonen die Geschichte des Jungen von der Atlantik-Insel St. Helena und Gehilfe des bekannten englischen Wissenschaftlers Edmond Halley (1656-1742) weiter. „Die Kunst, unter Wasser zu leben“ führt diesmal nach London, wo Angus erwachsen wird, und über den Atlantik in eisige Welten.

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Anthony McCarten – „Going Zero“

„Es gibt keine Geheimnisse mehr. Wir alle stehen heute nackt im grellen Scheinwerferlicht.“

Noch vor einigen Jahren recht naiv, wunderte ich mich über Online-Werbung. Ich hatte zu Hause an einem Abend nach einer neuen Waschmaschine gegoogelt. Tags darauf konnte ich mich vor Angeboten nicht retten, als ich im Büro das Internet öffnete. Überall schwirrten Anzeigen auf den Seiten, die ich aufrief. Zweifellos: Wir sind gläsern. Alles, was wir tun, was wir in das weltweite Netz hineintragen, wird gesammelt. Nicht nur Krimi-Serien zeigen uns, was mittlerweile Behörden an Daten selbst rein legal zusammentragen können. Weit beängstigender sind die Möglichkeiten und Wege der Tech-Konzerne. Ein erschreckendes Bild zeigt uns der Neuseeländer Anthony McCarten in seinem neuen Roman „Going Zero“ auf, wobei er das Thema der Überwachung mit einem weiteren größeren Problem auf beeindruckende Weise verknüpft.

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Sofia Lundberg/Alyson Richman/M. J. Rose – „Hilma“

„Wir sind nichts weiter als kleine Teile in einem großen, ineinander verwobenen Universum.“

Mehr als 70 Jahre hat es gedauert, bis ihr Name in die breite Öffentlichkeit der Kunstwelt gelangte. Als Hilma af Klint 1944 starb, hinterließ sie ein riesiges wie vielfältiges Werk: 1.300 Gemälde, Skizzen und Aquarelle, 26.000 Seiten an Notizen. Ein reiches Œuvre, das allerdings nahezu unbekannt war, bis eine Ausstellung im renommierten New Yorker Guggenheim-Museum 2018 die Aufmerksamkeit auf die schwedische Künstlerin lenkte. Diese Schau, die mit rund 600.000 Gästen einen Besucherrekord einbrachte, ist Dreh- und Angelpunkt der Romanbiografie „Hilma“, die von einem schwedisch-amerikanischen Schriftstellerinnen-Trio geschrieben wurde.

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