Doreen Cunningham – „Der Gesang in den Meeren“

„Das Meer war voller Leben, schien Bewusstsein zu haben, Bewegung zu wollen.“

Von den Lagunen in der Baja California bis zum Arktischen Ozean vor der Küste Alaska erstreckt sich ihr Revier. Doch Giganten brauchen auch ein Riesenreich. Ein ausgewachsener Grauwal kann eine Länge von 15 Metern und ein Gewicht von bis zu 40 Tonnen erreichen. Und sie sind Langstrecken-Wanderer. Die im Ostpazifik beheimatete Population legt auf ihrer jährlichen Reise bis zu 10.000 Kilometer zurück – so viel wie keine andere Säugetierart auf der Erde. Die britische Umweltingenieurin und Wissenschaftsjournalistin Doreen Cunningham begleitete auf einer Tour die auf vielerlei Art imposanten und friedvollen Tiere vom Süden bis in den hohen Norden. Ihre Reise führt dabei auch zu einer inneren Heilung. „Doreen Cunningham – „Der Gesang in den Meeren““ weiterlesen

Ian McEwan – „Lektionen“

„So viele vergessene Lektionen.“ 

Das ganze Leben. Die Meisterklasse in der Literatur. Schriftsteller haben sich daran abgearbeitet, die einem Menschen gegebene Zeit zu erzählen. Manchen ist es bravourös gelungen, manche sind daran kläglich gescheitert. Der Engländer Ian McEwan zählt zur ersten Gruppe. Denn sein neuer Roman „Lektionen“ ist ein Meisterwerk, das dem Leser einen Leserausch verschafft, der lange im Gedächtnis bleibt. 

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Lesen und Lernen am Fjord – Zu Besuch in der Deichman-Bibliothek in Oslo

Das erste Ziel einer Reise ist meistens ein besonderes. Nach der Ankunft und dem Check-in im Hotel führen mich meine Wege in Oslo zum Ann-Cath. Vestlys plass. Den Fjord und das spektakuläre Opern-Gebäude im Rücken betrete ich die neue Deichman-Bibliothek. Durch die gläserne Fassade schimmert warm das Licht. Bereits am Nachmittag setzt Anfang Dezember die Dämmerung ein. Schnell stellen sich ein Gefühl und ein besonderer Gedanke ein: Diesen Ort möchtest du am liebsten nicht mehr verlassen. Im Juni 2020 eröffnet, legt die Einrichtung in Sachen Bibliothekswesen in Europa die Messlatte hoch. 2021 wurde sie von der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) zur „Public Library of the Year“ gekürt. Weshalb wird nur nach wenigen Minuten klar.      „Lesen und Lernen am Fjord – Zu Besuch in der Deichman-Bibliothek in Oslo“ weiterlesen

Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne“

„Manchmal gibt es einfach keinen Ausweg, und dann geschieht ein Wunder.“ 

Weihnachten steht vor der Tür. Wie jedes Jahr. Für den Weihnachtsbaum-Verkauf im Osloer Stadtteil Tøyen wird ein pflichtbewusster und verantwortungsvoller Mitarbeiter gesucht. Für den Vater von Ronja und Melissa die Chance, nach seinen zahlreichen Abstürzen wieder auf die Beine zu kommen, seinen Kindern ein gesichertes Leben zu bieten. Doch dann wird wieder alles so wie befürchtet. Nur diesmal helfen sich die beiden Schwestern selbst und übernehmen Verantwortung – mit der Unterstützung anderer. Mit ihrem Roman „Andere Sterne“ hat die norwegische Autorin Ingvild H. Rishøy eine besondere Weihnachtsgeschichte geschrieben, die sowohl den Zauber des Festes einfängt, als auch traurige Einblicke in eine mit Sorgen behaftete Familie gibt.  „Ingvild H. Rishøi – „Andere Sterne““ weiterlesen

Willy Vlautin – „Nacht wird es immer“

„Und ich werde alles geben und drauf achten, dass mich die Dunkelheit nicht überfällt.“ 

Sie schuftet für zwei, pendelt tagtäglich zwischen Bäckerei, College und Bar, um sich ihren Traum zu erfüllen. Die 30-jährige Lynette will das Haus kaufen, in dem sie mit ihrem Bruder Kenny aufgewachsen ist und darin ein Zuhause für die Zukunft schaffen, obwohl es alles andere als ein Prachtschloss ist, sondern eher einer Bruchbude gleicht. Sie versucht, das nötige Geld Cent für Cent zusammenzukratzen. Und das über Jahre. Doch ihre Mutter Doreen hat ganz andere Pläne. Doch das wird ihrer Tochter erst später bewusst. Mit „Nacht wird es immer“ hat der US-Amerikaner Willy Vlautin einen großartigen Roman geschrieben, der sowohl einen Grundkonflikt in einer bereits zerrütteten Familie schildert, als auch die Abgründe der US-amerikanischen Gesellschaft aufzeigt, in der unzählige Träume wie billiges Geschirr zerschlagen werden. 

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Katherine May – „Überwintern“

„Winter ist ein ruhiges Haus mit Lampenlicht (…).“

Jetzt eine Haselmaus sein. Sich zusammenkugeln, schlafen, die Welt, Winter und Kälte hinter sich lassen, um neue Kraft zu schöpfen. Die Natur zeigt uns unsere Grenzen auf, ihre Geschöpfe haben im Laufe der Zeit jedoch bemerkenswerte Strategien entwickelt – um zu überleben, um zu überwintern. Selbst bei Schnee und Eis, bei bitterster Kälte. Die Engländerin Katherine May schreibt in ihrem Buch „Überwintern“, wie wichtig es ist, sich einer Winterruhe hinzugeben, eine Pause einzulegen. Auslöser waren mehrere persönliche Schicksalsschläge, die sie auch zwangen, ihren Lebensstil zu überdenken und zu verändern.

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